August 15

Virulent – Scott Sigler

ACHTUNG! Es folgt eine Besprechung zu einem Buch, das den zweiten Teil einer Reihe darstellt. Spoiler zu Band 1 “Infiziert” sind daher durchaus möglich und jedwedes Weiterlesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Klappentext:

Überall in Amerika verwandeln mysteriöse Parasiten unschuldige Bürger in wahnsinnige Mörder. Als einziger Mensch überlebte Perry Dawsey die unbekannte Seuche. Er ist die letzte Hoffnung, der Bedrohung Herr zu werden und den Untergang abzuwenden. Denn diese neue Krankheit besitzt eine tödliche Intelligenz, und die Menschheit steht vor der Entscheidungsschlacht.

Meine Meinung zum Buch:

Nachdem wir im ersten Teil Perry Dawseys wahnswitzigen, brutalen und heftigen Überlebenskampf gegen die blauen Dreiecke miterlebt haben spinnt Sigler die Story um eine ungewöhnliche Außerirdischeninvasion weiter.

Immer noch befindet sich die Schaltzentrale der Invasoren im Orbit unseres Planeten und hat aus der Niederlage gegen Dawsey gelernt. Modifizierte Sporen werden auf die Menschheit losgelassen und sollen diesmal verhindern, dass die Menschen das Tor finden und zerstören können, bevor es aktiviert wurde und ihre Armee ausspucken konnte. Wieder tauchen infizierte Menschen auf, die durchdrehen und ihre Liebsten und sich selbst bestialisch zerstören, doch im Großen und Ganzes läuft alles koordinierter ab.

Nachdem Margaret Montoya Dawsey wieder zusammengeflickt hat und er sich einigermaßen erholen konnte stellt man fest, dass seine Verbindung zu anderen Infizierten nicht vollkommen gekappt wurde. Perry hetzt durch das Land und erlöst einen Infizierten nach dem anderen von seinem Leiden, da ihm niemand stark genug erscheint, um es mit den Dreiecken aufzunehmen. Dew Phillips versucht zusammen mit seinem kleinen Team Dawseys Antennen zu nutzen, aber ihn gleichzeitig daran zu hindern die infizierten Menschen abzuschlachten. Zudem braucht Montoya unbedingt einen lebenden Infizierten, um den Vorgängen weiter auf die Spur zu kommen und zu verstehen, was genau bei einer Infektion passiert.

Dann ändert der Orbiter etwas in seinen Sporen und erschafft damit ein neues Grauen, dem alle Gegner machtlos gegenüberstehen. Im Mittelpunkt des Ganzen steht ein Engel mit goldenen Locken und dem Namen Chelsea.

Diesmal erzählt Sigler keine One-Man- bzw. One-Perry-Show und eine Story von Montoya und Phillips daneben, wie sie machtlos der neuen Bedrohung gegenüberstehen. Der Gegner ist bekannt und es gilt nicht nur einzelne Menschen sondern Amerika zu retten. Die Bedrohung weitet sich aus, wird intelligenter und schlimmer und ein actiongeladenes, brutales Katz- und Mausspiel beginnt.

Lag der Fokus in “Infiziert” noch deutlich auf Dawsey Überlebenskampf und dem Entdecken der Dreiecke, so beschäftigt sich “Virulent” mit weiteren Themengebieten. Dawsey findet auch statt, findet seinen Raum und auch Erlebnisse aus dem Vorgängerband werden angeschnitten und thematisiert, jedoch liegt hier nicht mehr der Hauptaugenmerk. Die Geschichte wird relativ ausgeglichen aus der Sicht der kämpfenden Menschen, aber auch aus der Sicht von Infizierten, vom Orbiter und von Chelsea erzählt.

Wirklich meckern kann ich nicht, aber im Vergleich zum Vorgänger muss ich sagen, dass das Buch in der Mitte einen leichten Hänger in Sachen Spannung hat und dort etwas braucht um wieder rasant zu werden.

Sigler-Leser sollten Action mögen, Wissenschaft, gute Recherche, SciFi, und Horror. Zudem sollte man bei manchen Szenen einen starken Magen besitzen. Ich wäre aber kein Fan dieses Autors, wenn er neben dem spannenden Actiongedöns nicht auch Platz für Charakterausbau ließe und somit auch mit der Fortsetzung der Reihe einen genialen Roman geschaffen hat, den ich liebe und dessen Ende mich immer wieder verzweifeln lässt.

5stars

“Virulent” von Scott Sigler aus dem Heyne-Verlag, 672 Seiten, ISBN-13: 978-3453433816

Buch bei Amazon.de: Virulent: Thriller
Kindle-Version: Virulent: Thriller (Infected 2)
Verlagsseite: KLICK

Category: Buchrezension
August 13

Die Brücke – Monica Byrne

Klappentext:

Eine bessere Zukunft?

Wir schreiben das Jahr 2068: Die Vereinigten Staaten und Europa sind in die Bedeutungslosigkeit gefallen, Indien und Äthiopien dagegen die stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, deren Mega-Cities ständig mit Energie versorgt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde der TRAIL erfunden – eine gigantische schwimmende Pontonbrücke, die über das Arabische Meer verläuft, Indien mit Äthiopien verbindet und Sonnenlicht in Strom umwandelt. Doch der TRAIL ist auch die letzte Hoffnung für die, die in den pulsierenden Riesenstädten Indiens keinen Platz mehr finden: Sie wandern über den TRAIL nach Afrika – für sie ist er die Brücke in eine bessere Zukunft. So wie für Meena und Mariama, die einander nicht kennen, aber deren Schicksal auf vielfache Weise miteinander verknüpft ist …

Meine Meinung zum Buch:

Ich finde, dass das Buch falsch beworben wird. Nach dem Klappentext zu urteilen habe ich mir einen spannenden SciFi-Roman erhofft, der sich mit Themen wie sozialer Ausgrenzung, dem Untergang Europas und der USA und dem Boom Asiens und Afrikas sowie einer Energiewende befasst. Zwei verzweifelte Frauen, die aus einem Moloch entfliehen und den Trail dafür nutzen. Das Buch spricht zwar fast all diese Themen an, aber auf gänzlich andere Art und Weise wie ich gedacht habe.

Abwechselnd werden die Handlungsstränge von Meena und Mariama erählt.

Meena lebt in Indien in einer Zukunft, die viele Parallelen zur heutigen Zeit hat, die aber weitergedacht wurden. Themen wie Überbevölkerung, soziale Netzwerke, Energiekrisen und -wenden und Kulturenvermischung spielen eine große Rolle. Zu Beginn des Buches flieht Meena, man weiß als Leser aber noch nicht wovor. Generell bleiben die Gründe für Meenas Flucht sehr lange nebulös und regen zum Interpretieren an. Meena beschreibt sich selbst als manisch und hat gewisse Begegnungen, die halluzinogen wirken. All dies treibt sie schließlich auf den Trail, einer Pontonbrücke zwischen Indien und Afrika, die der Energieerzeugung dient. Mit einem Survivalkit ausgestattet begibt sie sich alleine auf die abenteuerliche Reise über diesen schmalen, schwankenden Steg auf das offene Meer hinaus Richtung Afrika. Ganz getreu nach dem Motto “Der Weg ist das Ziel” erschließt sich auch dem Leser erst nach und nach, warum sie dies tut.

Mariama ist im Gegensatz zu Meena zu Beginn der Geschichte noch ein junges Mädchen, das in Sklaverei lebt und eines Tages flieht. Quer durch Afrika reist sie zusammen mit einer kleinen Gruppe Händler Richtung Äthiopien, wo sie sich ein neues, ein besseres Leben verspricht. Auf dieser Reise begegnet sie Yemaja, einer jungen Frau, die sie stark beeindruckt.

Im Grunde geht es in “Die Brücke” um zwei metaphorisch und teils sehr nebulös erzählte Lebensgeschichten, der zukünftige Handlungsort und die damit verbundenen Neuheiten und Änderungen sind nebensächlich. Beide Perspektiven werden aus der Ich-Sicht geschildert, wobei Mariama hier noch eine Besonderheit aufweist, da sie ihren Bericht zusätzlich an Yemaja richtet, ihr diesen erzählt.

Mir persönlich hat der Teil Mariamas besser gefallen, da ich mit Meena nie wirklich warm wurde, wenn es auch Parallelen zwischen beiden Charakteren gab. Mariamas kindliche Sicht auf die Dinge und ihr Entdecken der auch für mich neuen Welt haben mir selbiges einfacher und verständlicher gemacht, zudem spricht ihre Ausgangssituation als Sklavenkind meinen Gerechtigkeitssinn sehr an und hat mich gleich Partei ergreifen lassen.
Meena hingegen ist wohlhabend, sehr körperlich und sexuell, zudem wirkte sie auf mich auch sehr naiv und eindimensional. Mit ihrem Charakter wurde ich einfach nie wirklich warm.

Wer sich an dieses Debüt der Autorin Byrne wagt muss mit metaphorischer Beschreibung auskommen können. Oft runzelt man unverständlich die Stirn, weil geschilderte Bilder surreal wirken. Zum Ende hin löst sich zwar alles auf und angewandte Metaphern ergeben einen Sinn, jedoch gehört bis dahin eine gehörige Portion Durchhalten im jedenfalls für mich doch recht undurchsichtigen Nebel dazu.

Die Autorin bekommt aber scheinbar nebenher eine Sache grandios hin: Sie schildert sie Zustände im fortschrittlichen, beherrschenden Indien und dem rebellierenden Afrika. Rebellion, Terrorismus, Sklaverei, Kastenzugehörigkeit, Energiewenden und -ausbeutungen und der Bruch mit all dem fließen auf den ersten Blick nur im Hintergrundrauschen dahin und lassen einen denkenden Leser trotzdem nicht mehr los. So viel von dem, was sie schildert, ist auch heute schon in anderen Konstellationen zu sehen und zeigt auf, wohin unser Verhalten uns führen könnte. Gerade auch aus aktuellem Anlass zum Thema Flüchtlinge passt dieses Buch sehr gut.

Monica Byrne hat ihren Roman meist in recht kurzen, knappen Sätzen verfasst, so das selten eine Wortgewalt entsteht. Der Sprachstil ist daher leicht verständlich, aber eben auch einfach. Etwas störend beim Lesen empfand ich, dass die Autorin die zukünftige Technik, welche die Protagonisten nutzen, wenig erklärt. Zwar ergibt sich alles Nötige aus dem Zusammenhang und gibt diesem Bericht zweier Leben so Authentizität, jedoch fiel es mir gerade zu Beginn schwer alles einzuordnen und zu verstehen.

Leider hat mir die große Wendung zum Ende hin nur mäßig gefallen. Eine Triebfeder der Spannung beim Lesen war für mich das Rätseln, wie die beiden Handlungsstränge denn nun zusammenkommen oder -gehören. Die schlussendliche Auflösung war für mich eher ernüchternd und nicht ganz nachvollziehbar.

Ich kann dieses Buch nur schwer bewerten. Einerseits hat es eines ganz groß gemacht: Es hat mich zum Nachdenken angeregt, zum Hinterfragen, zum Interpretieren, es hat mich schlichtweg nicht mehr los gelassen. Andererseits wurde ich mit den Protagonisten nicht warm, habe mir eine wesentlich spannendere Story erwartet und bekam den von mir nicht favorisierten Erzähler aus der Ich-Perspektive serviert. Wie soll man also ein Buch bewerten, dass einen einerseits etwas enttäuscht hat, einen andererseits aber auch über die bedruckten Seiten hinaus nicht losgelassen hat?

Für Leser, die an einer Lebensgeschichte zweier Frauen aus der Zukunft interessiert sind, die Persönlichkeitsfindung und Vergangenheitsbewältigung in einer futuristischen Szenerie suchen, ist dieses Buch definitiv eine Leseempfehlung. Im Zweifelsfall sollte man sich eine Leseprobe gönnen, damit man weiß, in welchen Nebel man sich begeben wird, da dieser sich erst sehr spät lichtet.

3stars

“Die Brücke” von Monica Byrne aus dem Heyne-Verlag, 448 Seiten, ISBN-13: 978-3453417847

Buch bei Amazon.de: Die Brücke: Roman
Kindle-Version: Die Brücke: Roman
Verlagsseite: KLICK

Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars.

Category: Buchrezension
Juli 23

Jack – Riley & Brandt

Klappentext:

Ein Thriller ohne Vorbild – zwischen Zukunft und Vergangenheit.
Der Forscher Matthieu Savary ist der Star im Genfer CERN. Doch heimlich arbeitet er an einem ganz anderen Projekt: Das Reisen in der Zeit. Ein erster Versuch scheitert. Bei einer Explosion wird Savary lebensgefährlich verletzt. Im Hospital besucht ihn eine Unbekannte, und sie macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: Ihre Organisation wird ihm das Leben retten, offiziell ist er schon tot. Dafür soll er von einem hochgeheimen Teilchenbeschleuniger unter der Insel Jersey aus mit einem Team von Spezialisten eine Reise in das Jahr 1888 antreten. Damals beging ein Mann namens Jack Morde von beispielloser Grausamkeit. Und heute haben mächtige Namenlose größtes Interesse an deren Aufklärung. Das Team reist in die Vergangenheit. Und sieht sich plötzlich selbst verfolgt vom berüchtigtsten Serienmörder aller Zeiten …

Meine Meinung:

Ein Zeitreisethriller rund um den berüchtigtsten Serienmörder der Geschichte – Jack the Ripper.

Matthieu Savary arbeitet am CERN in Genf an der Zukunft der Wissenschaft und bringt es “nebenher” fertig die Zeitreise möglich zu machen. Dies bleibt jedoch nicht ohne Folgen und der geniale Wissenschaftler sieht sich auf einmal nur noch mit einer sehr kurzen und schmerzhaften Lebensspanne bestraft.
Im Krankenhaus besucht ihn Sadie Fletcher, die für eine Organisation arbeitet, die die Möglichkeit hat Savarys Lebens medikamentös zu verlängern und seine Schmerzen zu lindern. Im Gegenzug will sie seine bahnbrechende Entdeckung nutzen und ihn zusammen mit einem Team ins Jahr 1888 zurückschicken um zu beweisen, wer Jack the Ripper war. Die Taten des Prostituiertenmörders ziehen nämlich Kreise bis in die heutige Zeit und bedrohen die englische Monarchie.

Das Buch hat ein hohes und spannendes Erzähltempo, beginnt ohne ausschweifende Einführung gleich am Tag des für Savary verheerenden Unfalls und konfrontiert den Leser schnell mit allen handelnden Personen. Man hat also keine Zeit sich in Protagonisten einzulesen und muss sich daher erstmal in der Handlung und mit den verschiedenen Charakteren zurechtfinden, was jedoch relativ schnell gelingt.

Das Zeitreisethema erschien mir soweit es eben geht logisch und erklärbar umgesetzt und auch das Thema Zeitreiseparadoxon ist bedacht und behandelt worden. In der Jetztzeit wird hauptsächlich Reiseorganisation betrieben und es gibt kleinere Auseinandersetzungen der handelnden Personen. Das eigentliche Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Jahr 1888. Die Zeit wurde nach meinem Wissensstand gut geschildert und nicht beschönigt. Als Leser hat man fast den Gestank der damaligen Zeit mitriechen können und ich bin froh, dass es hier keine parfümierten Seiten als Zusatz gab.

Die Morde des Rippers sind teilweise sehr anschaulich und detailliert beschrieben und man fiebert schon sehr mit, wenn einen Protagonisten und Jack lediglich ein Hauch von Nebel trennt. Mir hat hier auch sehr gut gefallen, dass die Charaktere mit sich haderten, da sie in die Geschichte nicht eingreifen dürfen und demnach Morde nur beobachten, aber nicht verhindern konnten.

Leider fand ich den Charakterausbau nicht gut gelungen. Fast alle Protagonisten sind sehr eindimensional und stereotypisch beschrieben. Die kühle, undurchschaubare Agentin, der geniale, teilweise etwas skrupellose gutaussehende Wissenschaftler mal zwei, der allen bewusstseinserweiternden Mitteln zusprechende saufende Schauspieler, der Soldat, der über Leichen geht etc. Lediglich ein weiblicher Charakter war hier etwas besser beschrieben, fand sich dann aber wieder in einem typischen Liebesgeplänkelgespann wieder, in dem sie eben die unauffällige Dame war, die außen vor gelassen wird, wenn sie charakterlich auch noch so gut gepasst hätte. Sie wurde eben nicht wie ein Modell beschrieben.

Zudem wird mit dem Gefühl Liebe sehr plump umgegangen. Ein Charakter verliebt sich zügig erst in die eine, dann in die andere Person und wirft mit tiefen Gefühlen um sich, die in wenigen Tagen einfach nicht so sprunghaft entstehen können.

Als Fazit ist “Jack” für mich ein durchaus gelungener rasant erzählter Zeitreisethriller mit Schwächen in der Protagonistenausarbeitung, der am Ende eine interessante Ansicht zur Frage wiedergibt, wer Jack the Ripper war. Auch wenn dieses Debüt charakterlich noch Luft nach oben hat, wäre ich einer Fortsetzung der Geschichte nicht abgeneigt, da dass Ende dies durchaus ermöglichen würde.

3stars

“Jack” von Riley & Brandt aus dem Rowohlt-Verlag, 320 Seiten, ISBN-13: 978-3499269578

Buch bei Amazon.de: Jack
Kindle-Version: Jack
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension
Juli 16

Skalpelltanz – Jenny Milewski

Klappentext:

Carl Cederfeldt ist Chirurg. Und Mörder. Sein Instrument ist das Rasiermesser. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern der Fantasie des Horrorautors Jonas Lerman entsprungen, umstrittener Star der schwedischen Literaturszene. Die Figur des Carl Cederfeldt hat ihn reich gemacht. Aber Lerman hat genug von Blut und Gewalt und beschließt, kein weiteres Cederfeldt-Buch mehr zu schreiben. Doch so einfach ist das nicht. Lerman kann mit dem Schreiben nicht aufhören, und in seiner Umgebung geschehen plötzlich mehrere grausame Morde an jungen Mädchen. Begangen mit einem Rasiermesser. Präzise und brutal. Genau so, wie Carl Cederfeldt vorgehen würde. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut …

Besprechung:

Jenny Milewski hat mit ihrem Debütroman einen soliden Thriller geschaffen, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber in einer einfachen verständlichen Sprache einen spannenden Plot erzählt.

Nach einem für lange Zeit kryptischen Prolog taucht der Leser in die Welt des schwedischen Thrillerautors Jonas Lermann ein, der sich in einer Schreibblockade befindet. Bekannt ist er vor allem für seine sehr gefragten, weil sehr brutalen und schlimmen Bücher über Carl Cederfeldt, einen perfiden Serienmörder mit der Vorliebe für junge Mädchen. Lermann ist Egomane und nun aufgrund der fehlenden Ideen in einer Sinnkriese gefangen. Da tauchen in seinem Leben immer wieder Dinge auf, die er aus seinen Büchern kennt.

Milewski spielt hier mit dem Thema multiple Persönlichkeit, wie man sie zum Beispiel aus Werken von Stephen King kennt. Ein Autor wird von seiner eigenen Romanfigur verfolgt und es stellt sich die Frage, ob nicht er selbst all diese Taten begeht. Milewski geht jedoch ihren eigenen, teils mystischen Weg eine Erklärung zu finden, so dass man hier nicht von einem reinen Thriller, sondern fast von einem Mysterythriller sprechen kann – jedenfalls in einer abgeschwächten Form.

Die Geschichte wird in einer einfachen und verständlichen Sprache erzählt, meist aus der Sicht Lermanns, jedoch werden auch immer wieder Auszüge aus seinen Büchern beschrieben, damit der Leser sehen kann, dass wirklich Dinge passieren, die der fiktive Autor bereits zu Papier gebracht hat. Milewski hat hier versucht zwei verschiedene Schreibstile zu erzeugen, was jedoch in meinen Augen nur bedingt gelungen ist.

Generell ist Skalpelltanz ein Thriller mit guten und mit weniger guten Szenen, denen man teilweise auch anmerkt, wer die Autorin zu ihrem Werk inspiriert hat. Zudem erschien mir Cederfeldt doch zu eindimensional beschrieben und seine Taten stellen in der Thrillerwelt definitiv nicht eines der schlimmsten Ausmaße dar. Für mich daher ein solider, durchschnittlicher Thriller, der nett zu lesen war, aber nicht aus der Masse seines Genres heraussticht.

3stars

“Skalpelltanz” von Jenny Milewski aus dem Heyne-Verlag, 400 Seiten, ISBN-13: 978-3453418370

Buch bei Amazon.de: Skalpelltanz: Thriller
Kindle-Version: Skalpelltanz: Thriller

Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension
Juli 13

Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache – Bracken MacLeod

Klappentext:

Im Fadenkreuz einer Wahnsinnigen. Ein explosiver Thriller.

Lyn arbeitet in den Bergen als Kellnerin in einem kleinen Restaurant. Ihr Leben langweilt sie, doch sie sieht keine Möglichkeit, das zu ändern. Bis zu dem Tag, als eine ausgebildete Scharfschützin das Feuer auf den Laden und seine Gäste eröffnet … Erbarmungslos belagert sie das Gebäude – und Lyn muss sich entscheiden: Wird sie sich dem Tod ergeben oder nimmt sie den Kampf gegen ihn auf?

Andrew Vachss: »Dieses atemberaubende Debüt ist ein echter cut-to-the-bone-Roman. Ein magisches Buch, ein Spiegel, der die Wahrheit reflektiert … und welchen Preis man dafür zahlen muss.«

Jack Ketchum: »Bracken – du hast mich regelrecht durch Mountain Home gejagt. Du weißt, wie die Lokomotive Fahrt aufnimmt. Ein SEHR guter Debütroman. Die Hauptfiguren sind so real beschrieben, dass ich wirklich mitgelitten habe.«

Besprechung:

Man nehme ein abgelegenes Restaurant in den Bergen Idahoes und eine durch Kriegsverbrechen gebeutelte Veteranin, bei der ein letzter Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. Fertig ist ein Amoklauf einer an Waffen ausgebildeten Spezialistin, die Besucher und Mitarbeiter des Lokals unter Beschuss nimmt. Bereits zu Beginn legt sie ordentlich los und niemand im Fadenkreuz wird verschont. Als sich die letzten Überlebenden verschanzen können beginnt eine Belagerung, die an den Nerven der Protagonisten zerrt.

Bracken MacLeods großes Thema in diesem Buch ist definitiv das Kriegstraumata und deren Folgen. Dem Leser wird eine Amokläuferin präsentiert, deren Beweggründe man verstehen, deren Leiden man schrecklich finden kann. Was passiert mit Soldaten, die nach ihrem Einsatz nicht entsprechen betreut und therapiert werden, die man nach ihrem Traumata keinen Frieden finden lässt? Ein winziger Grund genügt um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Ein sehr interessanter Ansatz, der nach meinem Geschmack nur leider nicht vollkommen zu Ende geführt wurde.

Gefangen im Restaurant ist unter anderem die Protagonistin Lyn, die immer Verständnis für Joanies Situation hatte und die sich nun inmitten eines verschreckten Pulks von unterschiedlichen Charakteren wiederfindet und um ihr Überleben kämpft. Leider gelingt es in meinen Augen nur mäßig die verschiedenen handelnden Personen realistisch und nicht stereotypisch zu schildern. Gewürzt wird dieses Sammelsurium noch mit einer indianischen Sage.

Das Mountain Home Kitchen bietet in meinen Augen einen sehr interessanten Ansatz mit einem rasanten Anfang, der dann jedoch an Geschwindigkeit verliert und teilweise etwas vor sich hindümpelt. Fans von blutigem Actionhorror werden nicht ausreichend befriedigt, gleichzeitig sind der Charakterausbau und die Tiefe der Geschichte im Ansatz zwar vorhanden, hätten aber meiner Meinung nach noch vertieft gehört, so dass aus diesem blutigen Tanz der Rache ein tiefgreifendes Antikriegsdrama hätte werden können. So hat Bracken MacLeod einen soliden Debütroman abgeliefert, der viel Potential verspricht, aber auch Luft nach oben lässt.

3stars

“Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache” aus dem Festa-Verlag, ca. 176 Seiten, ASIN: B00P1D33QY (ISBN-13: 978-3865523457)

Buch bei Amazon.de: Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache
Kindle-Version: Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache

Category: Buchrezension
Juli 7

Chrissies Lesechallenge 2015 – Junifazit

Mal wieder schaffe ich es nicht den Lesechallengefortschritt pünktlich zum Monatsanfang zu aktualisieren. Seht es mir bitte nach. 🙂 Derzeit gibt es einfach zu viele Dinge, die mich beschäftigen, die mich ärgern, die meine Kraft kosten. Zudem war es dann auch noch extrem heiß (ja, hab nur ich gemerkt, ich weiß 😀 ) und heiß in Punkto Wetter ist so gar nichts für mich helles, bleiches Ding.

Bei mir selbst hat sich im Juni nur bei der Challenge von Nici&Books etwas getan, ansonsten ist alles beim Alten. Und auch ihr wart größtenteils eher Punktearm im Juni. Trotzdem bin ich mehr als beeindruckt davon, wie viel ihr in der ersten Hälfte des Jahres schon gelesen habt und wie weit ihr schon in der Challenge fortgeschritten seit. Respekt!

1. Crown the King – Lese ein Buch eines Königs (oder eines Autors, der König genannt wird).
Stephen King – Revival
Jamie Mortons Leben ist nicht wirklich besonders, doch wird es immer wieder von einem besonderen Menschen beeinflusst, der mit wahrlich dämonischen Kräften spielt. 4/5 Sterne
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2. Horror pur – Lese ein Buch, das dich so richtig schön mit ängstlicher Gänsehaut versorgt.

3. Reread – Lese ein Buch erneut.
Scott Sigler – Infiziert
Juckende Haut, blaue Dreiecke und ehemals normale Bürger, die komplett durchdrehen und eine Schneise voller Tod und Gewalt hinter sich lassen. Margaret Montoya, die versucht dieser neuen Erkrankung auf die Spur zu kommen. Dew Philips, der seinen Partner durch einen irren Infizieren verloren und Rache geschworen hat. Und Perry Dawsey. Scary Perry Dawsey! 5/5 Sterne
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4. Insane – Lese ein Buch, das in einer Irrenanstalt spielt oder dass einen psychisch kranken Protagonisten hat.
Graham Masterton – Irre Seelen
137 irre Seelen in den Wänden und ein mir leider unsympathischer Protagonist, der diese befreit und seinen Sohn dabei wiederbekommen will. Unterhaltsamer Horror- aber auch Splatterspaß mit kleineren Schwächen mit dem Schauplatz einer ehemaligen Irrenanstalt und 137 psychisch Kranken. Ich denke, das Buch passt wie die Faust auf’s Auge, was diese Kathegorie betrifft. 4/5 Sterne
http://amzn.to/1zYEnj1

5. Seltsam – Lese ein Buch, das in einer Welt spielt, die sich von unserer unterscheidet.

6. Schinken – Lese einen richtigen Schinken (1000 Seiten oder mehr)

7. Inside out – Lese ein Buch, dessen Cover den Inhalt perfekt wiederspiegelt.

Andy Weir – Der Marsianer
Ein Astronaut strandet einsam auf dem Wüstenplaneten. Ich finde, das Cover passt hier wie die Faust auf’s Auge. Zudem ein sehr tolles Buch, das von mir 5/5 Sterne bekommen hat.
http://amzn.to/18TxSY1

8. Ende – Lese ein Buch vom Ende der Welt.
Sönke Hansen – Overkill Asylum
Ein mutierter Tollwutvirus rafft die Menschheit dahin und Max ist zusammen mit wenigen Kollegen und den Patienten der psychiatrischen Abteilung, in welcher er arbeitet, auf der Station eingeschlossen. Rasant erzählt mit subtilen Humor und ganz hohem Ekelfaktor, ein klasse Zombiebuch aus deutscher Feder! 4/5 Sterne
http://amzn.to/1yPDhWa

Zudem mache ich bei den Challenges von Nici&Books mit, die ich mir etwas angepasst habe. 🙂

Bei der 10 Zombiebücherchallenge habe ich auch im Juni nichts nachgelegt und stehe nach wie vor bei vier Büchern.

  • Rocky Alexander – Rag Men
  • Sönke Hansen – Overkill: Asylum
  • Jeff Strand – Der unglaubliche Mr. Corpse
  • Manel Loureiro – Apokalypse Z 2 – Dunkle Tage

Bei der 10 Festabücherchallenge ist im Juni ein Buch dazu gekommen – Mountain Home.

  • Graham Masterton – Irre Seelen
  • Wrath James White – Der Totenerwecker
  • Bracken MacLeod – Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache
  • Tim Miller – Familienmassaker

Und hier sind eure Punkte. Wie immer gilt: Sollte ich etwas vergessen haben etc., dann macht mich bitte darauf aufmerksam, damit ich es anpassen kann.

8 Punkte erfüllt und damit Challenge gewonnen:

Anja W. (Aennysbooks aus Youtube https://www.youtube.com/channel/UCWjtPSkZDV0pfegGxf6clWw)
Punkt 1: Stephen King – Puls
Punkt 2: Wrath James White – Der Totenerwecker
Punkt 3: John Saul – Der Atem des Drachen (Die Blackstone Chroniken Teil 3)
Punkt 4: Wulf Dorn – Dunkler Wahn
Punkt 5: Jeremy Robinson – Xom-BI
Punkt 6: Stephen King – Der Anschlag
Punkt 7: Joelle Charbonneau – Die Auslese: Nur die Besten überleben
Punkt 8: Guillermo del Toro/Chuck Hogan: Das Blut

7 Punkte erfüllt:

Sanny S. (http://johannisbeerchens-buecher.blogspot.de/)
Punkt 1: Laura Kneidl – Magic & Plantina
Punkt 2: Josh Malerman – Bird Box
Punkt 3: Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Punkt 4: Nathan Filer – Nachruf auf den Mond
Punkt 5: Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Flammender Zorn
Punkt 6: Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Orden des Phönix
Punkt 7: Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Feuerkelch

Kerstin M.
Punkt 1: Bernard Cornwell – King Arthus 1
Punkt 2: Patricia Cornwell – Wer war Jack the Ripper
Punkt 4: Sebastian Fitzek – Der Seelenbrecher
Punkt 5: Leigh Bardugo – Grischa 1
Punkt 6: Manda Scott – Boudica 4
Punkt 7: Erin Morgenstern – Der Nachtzirkus
Punkt 8: Thomas Thiemeyer – Eden 1 oder Sarah Crossan – Breathe 1

6 Punkte erfüllt:

Mieze M. (http://jessis-buecherregal.dennistusche.de)
Punkt 2: Jennifer McMahon – Winter People
Punkt 4: Patrick Senécal – 5150: Haus des Wahnsinns
Punkt 5: Thomas Finn – Schwarze Tränen
Punkt 6: Richard Laymon – Der Keller
Punkt 7: Greg Sisco – One Night Stan’s
Punkt 8: Sönke Hansen – Overkill Asylum

Norma F.
Punkt 1: Stephen King und Peter Straub – Das schwarze Haus
Punkt 3: Guillermo del Toro und Chuck Hogan – Die Saat
Punkt 4: Ursula Poznanski – Stimmen
Punkt 5: Brom – Der Kinderdieb
Punkt 6: Stephen King – Der Anschlag
Punkt 8: Brett McBean – Die Verdammten

5 Punkte erfüllt:

Marita S.
Punkt 1: Stephen King – Todesmarsch
Punkt 2: Bentley Little – Haunted
Punkt 4: John Saul – Stalker
Punkt 7: Susan Beth Pfeffer – Die Welt wie wir sie kannten
Punkt 8: Julie Kagawa – Plötzlich Fee 2

Sally F.
Punkt 1: Stephen King – Doctor Sleep
Punkt 2: Stephen King – Shining
Punkt 4: Stephen King – Sie
Punkt 5: Suzanne Collins – Die Tribute von Panem 1
Punkt 7: Giulia Enders – Darm mit Charme

T.M.
Punkt 3: Nick Cave – Der Tod des Bunny Monroe
Punkt 4: Bret Easton Ellis – American Psycho
Punkt 5: Patrick Rothfuss – Der Name des Windes
Punkt 6: David Foster Wallace – Unendlicher Spaß
Punkt 8: Hugh Howey – Level

Anna (Anna Eule auf Youtube https://www.youtube.com/user/Lilaeulenkind)
Punkt 1: Stephen King – Mr. Mercedes
Punkt 3: David Henry Wilson – Jeremy James oder Elefanten sitzen nicht auf Autos
Punkt 5: Scarlett Thomas – Troposphere
Punkt 6: Tad Williams – Otherland 4: Meer des silbernen Lichts
Punkt 7: John Morressy – The Kedrigerns Chronicles 1

4 Punkte erfüllt:

Thomas W. (http://toms-lesewelten.blogspot.de/)
Punkt 2: Arno Strobel – Das Rachespiel
Punkt 4: Torsten Hoppe – Westside Blvd. – Entführung in L.A.
Punkt 7: Nicole Neubauer – Kellerkind
Punkt 8: Andy Lettau und Stefan Schickedanz – Crash: Das letzte Rendezvous

Anja B.
Punkt 1: Stephen King – Joyland
Punkt 4: Moe Teratos – Die Anstalt der Toten
Punkt 6: Ken Follett – Kinder der Freiheit
Punkt 8: Jake Bible – Z-Burbia

Debora S. (TheFallingAlice auf Youtube https://www.youtube.com/user/TheFallingAlice Ihr Blog: http://www.thefallingalice.de/)
Punkt 1: Stephen King – Revival
Punkt 2: Josh Malerman – Bird Box
Punkt 7: Ransom Riggs – Die Stadt der besonderen Kinder
Punkt 8: James Dashner – Maze-Runner Trilogie

Manuela D.
Punkt 1: Stephen King – Carrie
Punkt 4: Marnie Schaefers – Ein Leben mit dir ist nicht genug
Punkt 6: Ken Follett – Die Säulen der Erde
Punkt 7: Halo Summer – Das Mondwunder

Melanie D.
Punkt 1: Stephen King – Sunset
Punkt 4: Graham Masterton – Irre Seelen
Punkt 6: Stephen King – The Stand
Punkt 7: Uwe Anton – Wer fürchtet sich vor Stephen King?

Simone W.
Punkt 1: Stephen King – The Green Mile
Punkt 2: Josh Malerman – Birdbox
Punkt 4: Paul Cleave – Das Haus des Todes
Punkt 7: Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Fonsi X.
Punkt 1: Stephen King – Revival
Punkt 5: Joe Hill – Christmasland und auch die Graphic Novel Wraith: Todesfahrt ins Christmasland
Punkt 7: Joe Hill und Stephen King – Vollgas
Punkt 8: Josh Malerman – Birdbox

3 Punkte erfüllt:

Heike T.
Punkt 1: Hollow Skai – Rio Reiser: Das alles und noch viel mehr
Punkt 2: Ronald Malfi – Die Treppe im See
Punkt 3: Dean R. Koontz – Zwielicht

Elke L.
Punkt 4: Kerstin Gier – Silber: Das erste Buch der Träume und Silber: Das zweite Buch der Träume
Punkt 5: Kai Meyer – Arkadien erwacht
Punkt 7: Eva Völler – Zeitenzauber: Die magische Gondel und Zeitenzauber: Die goldene Brücke und Zeitenzauber: Das verborgene Tor

Annika W. (http://buecherwuermchensecke.blogspot.de/)
Punkt 4: Graham Masterton – Irre Seelen
Punkt 5: Walter Moers – Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Punkt 7: Kristof Magnusson – Gebrauchsanweisung für Island

2 Punkte erfüllt:

Eileen M.
Punkt 1: Stephen King – Sie
Punkt 5: James Dashner – Die Auserwählten im Labyrinth

Nadine W. (https://nadinesbloghaus.wordpress.com/)
Punkt 1: Stephen King – Sara
Punkt 8: Stephen King – Puls

Andrea I.
Punkt 1: Stephen King – Carrie
Punkt 6: Justin Cronin – Der Übergang

Sonja S.
Punkt 1: Stephen King – Doctor Sleep
Punkt 5: Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

Steffen B.
Punkt 3: David Eddings – Elenium-Trilogie
Punkt 4: Ethan Cross – Ich bin die Nacht

Sabine R. (http://www.fadenvogel.de/)
Punkt 2: Bentley Little – Haunted
Punkt 8: Dan Wells – Partials 1: Aufbruch

Lena A.
Punkt 1: Stephen King – Joyland
Punkt 8: Alex Adams – White Horse

Mif F.
Punkt 1: Stephen King – Das Mädchen
Punkt 8: James Dashner – Die Auserwählten im Labyrinth

1 Punkt erfüllt:

An J.
Punkt 5: Jessica Spotswood – Töchter des Mondes: Sternenfluch

Sabine S.
Punkt 5: Leonie Swann – Dunkel Sprung: Vielleicht kein Märchen

Category: Lesechallenge
Juni 27

Rico, Oskar und die Tieferschatten – Andreas Steinhöfel

Ein Buch, welches zeigt, dass auch Kinder abseits der Norm ganz normal sind. Eben nur ein bisschen anders.

Rico lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Mehrfamilienhaus in Berlin. Rico ist tieferbegabt, jedenfalls nennt er es selbst so. Er kann genau so denken wie andere auch, nur braucht das bei ihm einfach etwas mehr Zeit.
Eines Tages begegnet Rico Oskar, einem komischen kleinen Jungen, der nur mit Sturzhelm unterwegs ist und niemals vergisst zu schauen, bevor er eine Straße überquert. Oskar ist hochbegabt.
Gemeinsam stellt sich dieses ungewöhnliche Gespann dem ALDI-Kidnapper, der seit einiger Zeit sein Unwesen in Berlin treibt und Kinder entführt.

“Rico, Oskar und die Tieferschatten” ist zurecht mit dem Jugendbuchpreis ausgezeichnet worden. Eine spannende detektivische Geschichte, zwei Helden, die trotz ihrer Unterschiede zueinanderfinden und dabei entdecken, was Freundschaft wirklich bedeutet. Zudem gibt es neben den beiden Protagonisten noch eine Fülle anderer Charaktere, wie wir sie alle irgendwo aus unserem eigenen Leben kennen und deren Motive doch teilweise bis zum Ende unergründbar erscheinen.

Andreas Steinhöfel schafft es diese Geschichte sowohl für Kinder als auch für junggebliebene große Leser unterhaltend und humorvoll zu schreiben. Gleichzeitig vermittelt dieses Buch aber auch Werte wie Freundschaft und dass man sich manchmal den eigenen Ängsten im Leben stellen muss. Eine Kinderbuchreihe, die man definitiv gelesen haben sollte.

4stars

“Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel aus dem Carlsen-Verlag, 224 Seiten, ISBN-13: 978-3551310293

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Category: Buchrezension
Juni 26

Infiziert – Scott Sigler

Dieses Buch sollte man nicht lesen, wenn es einen gerade irgendwo juckt. Was ist, wenn dieses Jucken nicht mehr aufhört und wenn sich die geröteten Stellen seltsam verschorfen? Was ist, wenn man bald darauf eine Wesensänderung durchmacht, die das komplette restliche (kurze) Leben auf den Kopf stellt? Und was passiert, wenn der Schorf abfällt, was wird sich darunter befinden? Man kann mir wirklich glauben, dass man dies nicht erleben möchte. “Scary” Perry Dawsey muss dies jedoch und kann nur hoffen, dass das Team um Margaret Montoya dieser Infektion auf die Spur kommt und herausfindet, was so viele Menschen urplötzlich durchdrehen lässt.

Bereits 2008 habe ich dieses Buch das erste Mal gelesen und bin in die literarische Welt von Scott Sigler abgetaucht und dieser seitdem verfallen. “Infiziert” ist ein toller Einstieg ins Sigleruniversum und stellt gleichzeitig den Auftakt der Infected-Trilogie dar, Band 2 ist mit “Virulent” betitelt, Band 3 wird bald erscheinen und den Titel “Pandemic – Die Seuche” tragen.

In “Infiziert” gibt es in etwa drei Haupthandlungsstränge, die alle für sich gut umgesetzt wurden, von denen mich aber einer schlichtweg immer wieder aus den Socken haut.

Einmal erlebt der Leser das Geschehen aus der sich von Dew Phillips, einem altgedienten CIA-Agent, der von höherer Seite immer gerne eingesetzt wird, wenn besonders haarige Probleme diskret gelöst werden müssen. Zusammen mit seinem Partner Malcolm Johnson ermittelt er in einem immer wieder auftretendem Problem. Einst gute, harmlose Bürger drehen binnen kürzester Zeit komplett durch, foltern, verstümmeln und töten ihre Familie, Angehörige und andere und richten sich schließlich selbst. Zu Beginn des Buches sind sie auf dem Weg zu Martin Brewbaker, der in diese Symptomatik hineinpasst. Sie haben den Auftrag den Mann lebend in Gewahrsam zu nehmen, da dies bisher noch bei keinem Täter/Opfer geglückt ist.

Margaret Montoya ist auf einen lebenden Beweis angewiesen. Sie ist Epidemiologin beim CDC und wird von der CIA rekrutiert, um diesem Phänomen auf die Schliche zu kommen. Denn alle Täter/Opfer haben eines gemeinsam: Sobald ihr Leben beendet wurde, verwesen sie in rasender Geschwindigkeit und es existiert nur eine kurze Zeitspanne, in der man Gewebe auf mögliche Erreger untersuchen kann.

Und dann ist da noch Perry Dawsey.

Dawsey ist ein ehemaliger Footballspieler, der aufgrund einer Knieverletzung seine Karriere frühzeitig beenden musste und nun bei einem IT-Unternehmen arbeitet. Dawsey ist jung, ein riesiger Berg von einem Mann und trägt nicht umsonst den Spitznamen “Scary”. Er bemerkt gewisse Rötungen an seinem Körper, die verschiedene Stellen betroffen haben und zu jucken beginnen. Am Anfang ahnt er noch nicht, durch welche Hölle er bald gehen muss, denn Dawsey hat genau das, was Martin Brewbaker gerade zum irren Mörder werden ließ.

Scott Sigler hat mit “Infiziert” einen modernen Horrorroman geschaffen, der mit einem hohen Tempo, guter wissenschaftlicher Recherche und einzigartigen Charakteren aufwartet. Mich konnte das Buch bereits im ersten Kapitel infizieren, beeindrucken und erschrecken. Sigler schafft dies über das gesamte Buch hinweg immer wieder und lässt den Leser so kaum zu Atem kommen. Man fiebert mit, man ist über die teilweise geschilderte Brutalität entsetzt, man lernt und wer Perry Dawsey nicht ins Herz schließt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Selten ist mir ein so genialer, einzigartiger und gleichzeitig auch heftiger Charakter in einem Buch begegnet. Dawsey trägt seinen Spitznamen zurecht, Dawsey ist teilweise wirklich ein Arsch und doch hat er bereits seit einigen Jahren einen festen Platz in meinem Herzen für Lieblingscharaktere.

Wer mit Härte, Wissenschaft, Horror und einer Geflügelschere nicht zurecht kommt, der sollte vielleicht einen Bogen um dieses geniale Buch machen und sich einer seichten Schnulze widmen. Ich für meinen Teil werde dieses Buch nicht zum letzten Mal erneut gelesen haben und es jedes Mal durchweg feiern. “Infiziert” von Scott Sigler gehört fest in meine Hall of Fame der absoluten Lieblingsbücher.

5stars

“Infiziert” von Scott Sigler aus dem Heyne-Verlag, 544 Seiten, ISBN-13: 978-3453433632

Buch bei Amazon.de: Infiziert
Kindle-Version: Infiziert: Thriller

Category: Buchrezension