April 28

Dead Zone: Das Attentat – Stephen King (Buchrezension)

“Dead Zone: Das Attentat” ist der sechste Roman von Stephen King, im Original 1979 veröffentlich, im Deutschen das erste Mal 1987 verlegt.

Johnny Smith hat nach einem Eislaufunfall in der Kindheit gewisse Vorahnungen. Als er als Erwachsener schwer mit einem Auto verunglückt und nach Jahren im Koma wieder erwacht, haben sich diese Ahnungen in deutliche Visionen verändert. Sobald er Menschen oder Gegenstände mit Geschichte berührt, sieht er Dinge, die aus der Vergangenheit, der Gegenwart oder auch der Zukunft stammen. Sehr schnell wird dies publik und Johnny in ein Rampenlicht gedrängt, welches er nicht haben möchte. Er überwirft sich mit den Medien und zieht sich immer mehr zurück, versucht einfach ein normales Leben zu leben. Durch seinen Bekanntheitsgrad und seine Geschichte wird ihm dies jedoch fast unmöglich gemacht. Seine fanatisch religiöse Mutter beschwörte Johnny jedoch immer wieder, dass er eine Gabe von Gott erhalten hat und diese nutzen muss. Eines Tages berührt Johnny dann einen Menschen und erfährt seine Bestimmung, denn was er dort gesehen hat muss verhindert werden.

Mir hat “Dead Zone” sehr gut gefallen, eine Geschichte des noch jungen King, in welcher er einmal mehr sein wahres Talent zeigt. Nicht die typischen Horrorgeschichten sind seine Sahnehaube, sondern jene, in denen es um den alltäglichen, zwischenmenschlichen Horror geht. Die Visionen Smiths sind in diesem Buch daher das einzig Übernatürliche.
King baut seine Protagonisten wieder sehr detailliert auf, so dass man sich schnell nicht mehr als Leser, sondern als Miterlebender wahrnimmt. Das Buch ist für mich zu keiner Zeit langatmig gewesen, sondern hat mich durchweg gefesselt. Besonders hervorheben möchte ich die kleine, tragische Liebesgeschichte, die ebenfalls verwoben wurde und die mich sehr berührt hat.

Aus einem Interview von King weiß ich, dass er die Idee zu seinem aktuellen Roman “Der Anschlag” in etwa zu der Entstehungszeit von “Dead Zone” hatte und ich finde, dass man dies auch hier und dort merkt, aber nur ansatzweise. Dies nur als kleine Randnotiz. Desweiteren habe ich “Cujo” nun endlich besser verstehen können, da Charaktere dieses Buches ebenfalls in “Cujo” aufgetaucht sind.

Dieses Buch ist definitv weiterzuempfehlen, jedoch sollte man hier keinen derben Horrorroman erwarten.

Für mich 4 1/2 von 5 Sternen und da ich das Glas immer gerne halbvoll sehe, runde ich einfach auf 5 Sterne auf.

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Category: Buchrezension
April 22

Burke & Hare (DVD-Empfehlung)

Ich bin auf diesen Film aufmerksam geworden, da ich die Schauspieler Simon Pegg und Andy Serkis sehr mag und ein Film, in welchem beide mitspielen, musste zwangsweise von mir geschaut werden.

Es geht um die beiden Williams Burke und Hare, Freunde und Geschäftspartner, die mit ihren Gaunereien kaum über die Runden kommen. In Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts wetteifern zwei Mediziner um anatomische Fortschritte, doch Leichen zum Sezieren sind knapp. Nachdem ein älterer Mieter von Hares Frau plötzlich verstorben ist und es darum geht die Leiche zu entsorgen, kommen Burke und Hare auf die Idee diese an den Mediziner Knox zu verkaufen. Das klappt auch ausgezeichnet und ist obendrein sehr lukrativ, so dass sie in dieses Geschäft einsteigen. Da Tote jedoch nicht einfach auf der Straße herumliegen, versuchen sie sich zuerst am Ausgraben auf dem Friedhof, was jedoch auch eher schlecht als recht klappt, zumal Knox möglichst frische Leichnahme benötigt. Burke und Hare gehen also dazu über sich ihre Leichen durch Mord zu besorgen um die Nachfrage Knoxs decken zu können.

Ich habe diesen Film sehr genossen, viel gelacht und mich sehr gut unterhalten gefühlt. Der teilweise sehr morbide, britische Humor ist hier sehr gut dargestellt und Pegg und Serkis leisten eine wundervolle komödiantische Arbeit. Diesen Film würde ich auf alle Fälle jedem Fan von Simon Pegg und/oder Andy Serkis weiterempfehlen, zudem Freunden von schwarzem britischen Humor. Absolut sehenswert!

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Category: DVD Empfehlung
April 21

Auch – Die bäste Bänd der Wält … äh … Die Ärzte

Nach der eher durchschnittlichen Vorabsingle “zeiDverschwÄndung” war ich etwas ängstlich, was das neue Die Ärzte Album angeht, ich hatte Angst vor einer riesengroßen Enttäuschung. Netterweise ist dann trotz Vorbestellung das Album auch erst eine halbe Woche nach Veröffentlichung (Danke, liebe Deutsche Post!) bei mir eingetrudelt und wurde seitdem nun dauergehört.


Vorweg: Das Cover finde ich nach wie vor scheußlich, wenn es nun auch einen Sinn macht, denn der geneigte Käufer erhält mit dem Kauf dieses Albums nicht nur eben jenes, sondern zusätzlich auch noch ein Gesellschaftsspiel, dessen Drehscheibe die CD darstellt und daher von mir nicht gespielt werden wird. Da hab ich viel zu viel Angst mir einen Kratzer reinzuhauen in dieses wundervolle Album. Das Spiel an sich ist direkt auf das Album abgestimmt und mit drei Kronkorken als Spielfiguren ausgestattet, man kann also gleich loslegen, jedenfalls wenn man einen Spaß verstehenden Freundeskreis und eine Gesundheit besitzt, die eventuelle Attacken aushält.


Nun zum eigentlichen Produkt, der CD mit 16 eingespielten Liedern, zu denen ich nun jeweils in einem Satz etwas sagen möchte.
1) Ist das noch Punkrock?: Für mich der typischte Ärztesong des ganzes Albums.
2) Bettmagnet: Ein Belaohrwurm, der sich durchweg im Bett abspielt.
3) Sohn der Leere: Ein sehr schöner, rockiger Song von Rod.
4) TCR: Wird Live bestimmt genial.
5) Das darfst du: Ein Gegen-den-Strom Lied von Bela, von ihm mein Lieblingslied auf dem Album.
6) Tamagotchi: Dieses Stück von Rod ist mir etwas zu quietschig.
7) M&F: Disco bei den Ärzten? Farin macht’s möglich! (Wird auch die nächste Single)
8) Freundschaft ist Kunst: Joa, ganz nettes Lied von Bela, der eben nur noch mit Künstlern rumhängt.
9) Angekumpelt: Sehr geiler Song von Rod, gefällt mir richtig gut.
10) Waldspaziergang mit Folgen: Farin schnitzt sich seinen eigenen Gott für sein Regal, nach meinem Geschmack sein schwächstes Lied auf dem Album.
11) Fiasko: Hach ja, wunderbar! Danke Farin. Von ihm mein Lieblingslied auf diesem Album.
12) Miststück: Sehr schöner, aber eher ruhiger Song von Bela.
13) Das finde ich gut: Von Rod für mich das schwächste Lied auf dem Album, aber mit einem tollen Text.
14) Cpt. Metal: Genial, wobei ich auch etwas sauer bin auf Farin, denn sooft ich ihn auch rufe, er kommt einfach nicht. 😉
15) Die Hard: Mein Lieblingslied von Rod auf dem Album, wenn nicht sogar generell. Herrlich!
16) zeiDverschwÄndung: Ist ja bereits bekannt und für mich tatsächlich das schwächste Lied des Albums von Bela.

Anzumerken ist, dass es zu jedem Lied ein animiertes und ein Performance-Video zu bestaunen gibt. Mit dem Kauf dieser CD ist daher stundenlanger Unterhaltungsgenuss garantiert, der tierisch Lust auf die kommende Tournee macht und mich traurig, da ich diese leider nicht besuchen kann (denn es gibt nunmal doch hier und da Besseres zu tun, als “Die Ärzte” zu hören, aber eben nur hin und wieder).

Fazit daher: 5 von 5 Sternen, definitv!

youtube-Kanal bademeistertv, auf dem es alle Videos und noch mehr zu bestaunen gibt: http://www.youtube.com/user/bademeisterTV

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Category: Dütt und Dat
April 14

Raum – Emma Donoghue (Buchrezension)

“Raum” ist der erste Roman von Emma Donoghue, welchen ich gelesen habe.

Das Buch handelt von Jack. Jack ist jetzt fünf Jahre alt und lebt in Raum, zusammen mit seiner Mutter. Raum ist wenige Quadratmeter groß und Jack wurde schon dort geboren. Raum ist auch alles, was Jack kennt, Raum ist Jack’s Welt und er und seine Ma sind die einzigen Menschen in dieser Welt. Es gibt zwar noch Old Nick, aber bei dem ist sich Jack nicht so sicher, ob er wirklich ein Mensch ist. Er muss sich ja auch immer vor ihm verstecken, wenn er Raum betritt. Jack hat auch Angst vor Old Nick…
Da Jack nun aber fünf Jahre alt ist, erklärt ihm seine Mutter, dass es noch eine Welt außerhalb von Raum gibt und sie aus Raum fliehen müssen.

Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Es wird aus der Sicht des fünfjährigen Jacks erzählt, der mit seine Mutter in einem Raum gefangen gehalten wird. Da Jack dort geboren wurde, existiert für Jack nichts außerhalb von diesem Raum und als seine Mutter beginnt ihm zu erklären, dass es sehr wohl noch ein draußen gibt, hat Jack große Schwierigkeiten dies zu verstehen.
Da Jack eben noch ein Kleinkind ist, hat er auch gewisse sprachliche Defizite. Zudem personifiziert er Gegenstände, wodurch oft die Artikel weggelassen wurden. Man muss sich als Leser daher wenige Seiten einlesen. Mir ist dies jedoch sehr schnell gelungen.
Ich habe Jack in mein Herz geschlossen und mich hat das Schicksal von ihm und seiner Mutter sehr bewegt. Ich habe mit den beiden gelitten, gezittert und gefreut. Da man als erwachsener Leser ja auch zwischen den Zeilen lesen kann, wird einem auch sehr schnell klar, was die Mutter von Jack durchmachen muss und erduldet, damit ihr Sohn ein möglichst schönes Leben führen kann. An einer Stelle des Buches war das Mitfiebern so schlimm, dass ich über drei Seiten ein starkes, beklemmendes Gefühl verspürt und tatsächlich den Atem angehalten habe.

Emma Donogue hat mich mit diesem Buch stark bewegt, beeindruckt und berührt. Ich bin sehr froh dieses Buch gelesen zu haben und kann es nur jedem weiterempfehlen. Zudem sollte man nicht vergessen, dass es sehr wahrscheinlich auf dieser Welt einige Menschen geben wird, die ein Leben führen wie Jack und seine Mutter. Das macht mich sehr betroffen und ich wünsche mir, dass diese Menschen bald wieder in Freiheit und ohne Leid leben können.

Definitiv 5 von 5 Sternen.

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Category: Buchrezension
April 13

Frühjahrsputz

So, jetzt habe ich mal wieder meinen SuB und meine MuhaLi aufgeräumt, man ändert seine Meinung über gewisse Bücher doch im Lauf der Zeit. Mein SuB ist um ganze 14 Bücher schmaler geworden, meine Mama wird sich bestimmt freuen und der Rest wird auf ebay landen. Meine MuhaLi ist ungefähr um 20 Bücher geschrumpft, aber ich ahne dunkel, dass es bestimmt bald wieder neue Bücher auf ihr geben wird.

April 11

Der Krake – China Miéville (Buchrezension)

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“Der Krake” ist der zehnte Roman vom englischen Autor China Miéville und erneut im Fantasy-Bereich anzusiedeln.

Es geht um Billy Harrow, seines Zeichens Kurator im Natural History Museum in London und Spezialist für Kraken und Kalmare. Dort hat er auch ein ganz spezielles Ausstellungsstück, einen Riesenkalmar, der der absolute Publikumsmagnet ist. Jede Führung durch das Museum, die Billy leitet, wird von den Besuchern eher notgedrungen wahrgenommen, da sie alle nur den Riesenkalmar sehen wollen. Doch eines Tages ist eben jener Kalmar plötzlich verschwunden. Niemand kann sich erklären, wie ein solch großer Tintenfisch mit seinem Glasbecken unbemerkt verschwinden konnte, zumal das Museum bewacht wird. Sehr schnell wird Billy in Dinge eingeweiht, von denen die normalen Londoner keine Ahnung haben. Der Riesenkalmar wird nämlich von einigen Menschen nicht nur als Tintenfisch, sondern als uralter Gott angesehen und sein Verschwinden kündigt die Apokalypse an. Billy muss sich nun in einem für ihn gänzlich fremden London behaupten, in denen Götter, Engel und Kunsterer allgegenwärtig sind und er als Prophet gilt.

Von China Miéville habe ich bisher nur “Un Lon Dun” gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat. Aus diesem Grund war es nur eine Frage der Zeit für mich, bis ich wieder ein Buch Miévilles lesen würde.
Nach den ersten Seiten des Buches war ich sehr begeistert, mir sicher, dass dies absolut ein Buch für meinen Geschmack ist. Leider hat sich dies nach dem Verschwinden des Kalmars geändert, da die Geschichte dann für mich sehr wirr wurde und ich Schwierigkeiten hatte, der Geschichte entsprechend zu folgen. Billy wird in eine Welt der Kunsterei (=Zauberei) geschleudert, in der es vor den verschiedensten Religion nur so wimmelt. Es werden sehr schnell sehr viele verschiedene Charaktere eingeführt und ich als Leser bin da einfach nicht mehr mitgekommen. Immer habe ich mich gefragt, was dies oder jenes nun zu bedeuten hat und wenn dies dann endlich erklärt wurde (Seiten später), dann taten sich mir gleich drei neue Fragen auf, so dass ich zeitweise mit einem sehr ratlosen Gesicht diese Geschichte verfolgt habe ohne sie zu verstehen. Schließlich lichten sich die Rätsel dann etwas und dann wurde es auch für mich wieder einfacher, allem zu folgen. Man ist als Leser quasi wie Billy selbst in eine Welt geworfen worden, die man einfach nicht versteht.
Die Geschichte an sich ist recht abgedreht, es gibt viele schrille Figuren und seltsame Begebenheiten. Einige Szenen sind sehr gut geschildert und begeistern regelrecht. Nachdem sich die erste Verwirrung gelegt hat und man der Geschichte mit einem gewissen Verständnis folgen kann, ist die Story auch sehr spannend und unterhaltend.

Ich würde das Buch bedingt weiterempfehlen, man muss diese chaotische, schrille und seltsame Welt schon mögen, um von ihr lesen zu wollen. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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Category: Buchrezension