Januar 24

Spuk in Hill House – Shirley Jackson

Klappentext:

Der Horror-Klassiker von US-Bestseller-Autorin Shirley Jackson! Sein Leben lang hatte er nach einem echten Spukhaus gesucht. Als er von Hill House hörte, war er zuerst skeptisch gewesen, dann erwartungsvoll und dann unbeirrbar. Er war nicht der Mann, der sich ein Haus wie dieses, wenn er es einmal gefunden hatte, wieder entgehen ließ. Die Methode, nach der er vorzugehen gedachte, leitete sich von den Methoden der unerschrockenen Geisterjäger des neunzehnten Jahrhunderts her; er wollte eine Zeitlang dort wohnen und sehen, was passierte …

Meine Meinung zum Buch:

Mit “Spuk in Hill House” habe ich mir diesen Klassiker des Haunted House Genres endlich einmal vorgeknüpft und es nicht bereut.

Eleanor hat bisher ein sehr trostloses und mühseliges Leben hinter sich. Nach jahrelanger Aufopferung zugunsten ihrer schwerkranken Mutter versucht sie nach deren Tod endlich auszubrechen, das Leben zu spüren und Abenteuer zu erleben. Der Brief, den der Parapsychologe Dr. Montague an sie richtet, kommt genau richtig. Er läd sie in das Hill House ein um dort zusammen mit Anderen gewissen mysteriösen Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Eleanor zögert nicht lange, stiehlt das Auto ihrer Schwester und fährt zum Hill House.
Dort angekommen trifft sie auf ihre Mitstreiter. Neben besagtem Dr. Montague reist ebenfalls die telepathisch veranlagte Theodora sowie als Aufpasser der Besitzer der Lebemann Luke Sanderson an. Alle sind sie unterschiedlich, verstehen sich jedoch zu Anfang sehr gut. Dies ändert sich, als das Haus seine Spielchen mit den Gästen beginnt. Vor allem Eleanor scheint sehr empfänglich für diese Attacken zu sein und bald schon zeigt das Herrenhaus sein wahres Gesicht, seine Fratze, die bisher noch jeden Bewohner in die Flucht geschlagen hat.

Ende der 50er Jahre zum ersten Mal erschienen stellt “Spuk in Hill House” wohl mit das wichtigste Buch im Bereich der Geisterhausgeschichten dar. Für die Entstehungszeit mit sehr emanzipierten Frauen und weltoffenen Männern bestückt schafft es dieses Buch Gänsehaut zu verursachen. Die niedergeschriebenen Gruselszenen sind heutzutage Grundhandwerk für jeden, der sich in diesem Bereich versuchen möchte und sind so punktgenau und atmosphärisch platziert, dass selbst alteingesessene Horrorleser wie ich anerkennend die Luft anhalten und anschließend stoßartig entweichen lassen.

Für die heutige Zeit ist dieses Buch natürlich spannungsärmer und dialoglastiger als gewohnt, zudem sind einige der dargestellten Ansichten veraltet, so dass jedenfalls ich meine Probleme damit hatte mich wirklich mit den Protagonisten zu identifizieren. Es störte mich auch etwas, dass sich die handelnden Charaktere zu Beginn des Buches gleich zu gut verstanden haben ohne wirklich irgendein Eis brechen zu müssen. Der Schreibstil an sich ist zwar älter als gewohnt, dennoch gut und leicht verständlich und sollte kein Verständigungshindernis darstellen.

“Spuk in Hill House” sollte definitiv für jeden Liebhaber der Horrorgenres ein Must Read sein, da es eine Grundfeste in diesem Bereich darstellt, auf der so viel aufbaut und von der sich so viele Macher (sei es nun ebenfalls als Autor, oder als Filmemacher etc.) haben inspirieren lassen. Dieses Buch ist aber auch sehr gut lesbar für alle, die in dieses Genre hineinschnuppern wollen oder einen subtileren Horror suchen und mit den brutalen Schlachtfesten, zu denen heutzutage viele Bücher leider nur noch verkommen, wenig anfangen können.

4stars

“Spuk in Hill House” von Shirley Jackson aus dem Psychothriller.de Verlag (reiner eBook-Verlag), 294 Seiten, ASIN: B00FN1OFTS

Kindle-Version auf Amazon.de: Spuk in Hill House

Category: Buchrezension
Januar 22

Die Tiefe – Nick Cutter

Klappentext:

Tod aus der Tiefe

Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe …

Meine Meinung zum Buch:

Letztes Jahr las ich bereits das Debüt Nick Cutters (Das Camp) und war von diesem doch ekligen Horrorbuch sehr begeistert. Ein Erstlingswerk (jedenfalls unter diesem Pseudonym) des kanadischen Autors, von dem ich unbedingt mehr lesen wollte. Es war also klar, dass auch “Die Tiefe” von mir gelesen werden würde.

In diesem Buch wird dem Leser eine andere Art Horror geboten, denn er ist weniger eklig und brutal, als vielmehr subtil, beklemmend und gruselig. Die Menschheit wird von einer Krankheit heimgesucht, deren Opfer auf eine perfide Art und Weise zugrunde gerichtet werden und die mich an eine pervertierte Form der Alzheimerkrankheit denken ließ (wenn man diese Krankheit noch pervertieren kann). Die einzige Chance auf Heilung scheint 8 Meilen unter dem Meer auf dem schlammigen Grund zu finden sein. Die besten und eigensinnigsten Wissenschaftler der Welt werden dort unten in einer neuartigen und hochtechnischen Unterwasserstation auf ein Heilmittel angesetzt, doch irgendwas geht schief.
Luke Nelson wird nun in diese Unterwasserstation gebracht. Er ist der Bruder des vielversprechendsten Wissenschaftlers und soll die Verbindung zum Forscherteam wiederherstellen. Was ist dort unten passiert, wer lebt noch und wer ist tot und wird es ein Heilmittel geben?

Ein vielversprechender Plot für einen beklemmenden Horrorroman, jedoch muss ich gestehen, dass der Funke bei mir erst sehr spät übergesprungen ist. Dies liegt nicht am Schreibstil, welcher gut und flüssig zu lesen ist. Das teilweise verwirrende benutzen des Namens Luke und dem Wort Luke (eine Luke) verwirrte zwar mitunter, jedoch wird Cutter beim Schreiben seines englischsprachigen Romans nicht daran gedacht haben, dass in anderen Sprachen lesetechnische Schwierigkeiten dieser Art auftreten können. Wie auch. Vielmehr hat dieses Buch neben einem für mich schwer vorstellbaren Setting meines Erachtens viel zu viele Themen, denen zwar Platz eingeräumt wird, die aber dennoch ungenügend besprochen wurden.
Das Geschehen auf der Erdoberfläche ist Nebensache und eigentlich nur der Aufhänger dafür, dass man sich acht Meilen unter dem Meer befindet. Dies fand ich schade, da ich diese übertriebene Form der Demenzerkrankung an sich sehr spannend fand und gerne weitaus mehr davon gelesen hätte.
Die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielenden Handlungsstränge unter Wasser sind anfänglich für mich schwer vorstellbar gewesen, werden aber im weiteren Verlauf spannend und beklemmend und auch teilweise etwas eklig.
Zudem gibt es noch zwei Erzählstränge aus Lukes Vergangenheit, die einerseits verstörend und gruselig, andererseits erschütternd und heftig waren.
Alle Handlungsstränge oder eben die nur nebensächlich besprochenen Themen sind sehr interessant. Für dieses Buch waren mir dies jedoch zu viele interessante Dinge, die dafür zu ungenügend behandelt wurden. In meinen Augen hätte es dem Buch sehr gut getan, wenn man einige dieser Verläufe weggelassen oder für ein eigenes Buch verwendet hätte. Lieber weniger Themen, dafür intensiviert.

Die dargestellten Charaktere sind etwas klischeehaft, alleine Luke hat mir gefallen und war recht realistisch beschrieben. Dennoch ein befriedigend umgesetzter Charakterausbau, an dem man sich nur am Rande stören kann.

“Die Tiefe” braucht Zeit um in Fahrt zu kommen, doch wenn dies geschehen ist, gibt es auch kein zurück mehr. Die Horrorszenen sind teilweise sehr gut, beklemmend, gruselig und wuaaaah und man beschäftigt sich sehr mit dem Thema: Wer ist wer und vor allem, wer ist nicht mehr er selbst und was genau ist er dann? Dies wurde schon sehr gut umgesetzt.

Ich finde, dass das Finale des Buches gut gelungen ist, dass das Ende jedoch einige Seiten früher hätte stattfinden sollen. Die neue Ebene, auf welche die Geschichte dann noch einmal gehoben wird, hat für meinen Geschmack gar nicht gepasst und dem wirklich guten Schluss einen faden Beigeschmack verliehen.

“Die Tiefe” kommt nicht an seinen Vorgänger heran, braucht Entwicklungszeit und behandelt zu viele Themen. Wenn man von diesen Kritikpunkten jedoch absieht bekommt man durchaus einen sehr gut geschriebenen soliden Horrorthriller mit teilweise sehr gruseligen Szenen. Auch wenn mir dieses Buch weniger gefallen hat als das Debüt, so bleibt Cutter für mich auch weiterhin ein Name, von dem ich noch mehr Bücher lesen möchte.

3stars

“Die Tiefe” von Nick Cutter aus dem Heyne-Verlag, 528 Seiten, ISBN-13: 978-3453418967

Buch bei Amazon.de: Die Tiefe: Thriller
Kindle-Version: Die Tiefe: Thriller
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Heyne-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension
Januar 17

Psycho Killer – Anonymus

Klappentext:

In der Kleinstadt B-Movie-Hell ermordet ein maskierter Killer einen Polizisten. Der Spezialagent Jack Munson wird aus dem Ruhestand geholt, um den Mörder zu jagen. Wie sich herausstellt, ist der Täter aus einer Irrenanstalt geflohen und in seiner Vergangenheit zur perfekten Killermaschine ausgebildet worden. Und nun begeht er ein Massaker nach dem anderen. Jack Munson stürzt sich in die Ermittlungen – in einer Stadt, in der anscheinend niemand die Wahrheit sagt. Und in der selbst der Killer nicht das ist, was er zu sein scheint …

Meine Meinung zum Buch:

Vorweg muss man ganz klar sagen: Die Bücher von Anonymus sind nicht für jedermann. Sie sind herb, dreckig, brutal und recht gnadenlos und zudem tiefst schwarzhumorig. Wenn man sowas jedoch mag, dann ist man hier an der genau richtigen Stelle.

Losgelöst von den bisher vier Büchern aus der Bourbon Kid-Reihe wird hier eine neue Geschichte erzählt, die in der skurrilen und korrupten Kleinstadt B-Movie-Hell spielt. Ein sehr auffällig maskierter Serienkiller überschreitet die Stadtgrenzen und beginnt ungeniert das Morden. Jack Munson wird daher aus seinem bezahlten Vorruhestand geholt und in diesen Ort geschickt. Er ist ein Cop der alten Schule, für den viele Mittel Recht sind um die bösen Jungs zu schnappen. Verdeckt ermittelnd hat er nun den Auftrag den Killer zu stoppen und hinter ihm aufzuräumen, da alleine dessen Existenz für gewisse Kreise schwere Folgen nach sich ziehen könnte. Munson begibt sich in diese Hölle und trifft dabei auf Dinge, die anders sind, als sie zuerst erscheinen.

Dieses Buch bringt Spaß! Unheimlich viel Spaß! Es ist brutal, es ist heftig, es geht tief unter die Gürtellinie und es ist nichts für schwache Gemüter. Es ist blutig, es ist Splatter, es ist Klischee hoch zehn und unheimlich schwarzhumorig. Diese Mischung gepaart mit kaputten, einzigartigen Charakteren in einem Setting voller B-Movie-Satire bringt einfach unheimlich Laune. Wenn man diese Art von Unterhaltung mag, dann ist dieses Buch fast schon ein Muss.

Mir fällt es an dieser Stelle schwer etwas anderes über diese Geschichte zu sagen, da sie mich einfach nur begeistert hat. Natürlich darf man hier nicht mit einer tiefgründigen Geschichte rechnen oder mit einem logischen Thriller. Vielmehr bekommt man zu Hauf Klischees serviert, die herrlich amüsieren. Der alkoholkranke Bad-Cop Munson mit tragischer Vergangenheit, korrupte Bullen soweit das Auge reicht, leichte, teilweise dümmliche Mädchen in knapper Bekleidung und einen kultigen Serienkiller, der cooler kaum sein könnte. All dies ist mit so viel Herzblut und Liebe erschaffen worden, dass der Funke bereits im Prolog überspringt und einen dieses Buch nur genießen lässt.

Wer ein tiefgründiges, gut durchdachtes Buch sucht, der sollte weitersuchen. Wer tiefschwarzen trashigen Splatterhumor mit genial klischeehaften Charakteren mag, der ist hier genau richtig und wird mindestens genauso viel Spaß haben wie ich ihn hatte. Von mir daher eine definitive Leseempfehlung.

5stars

“Psycho Killer” von Anonymus aus dem Bastei-Lübbe Verlag, 336 Seiten, ISBN-13: 978-3785761069

Buch bei Amazon.de: Psycho Killer: Thriller (Fantasy. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Kindle-Version: Psycho Killer: Thriller (Fantasy. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Verlagsseite des Buches: KLICK

Category: Buchrezension
Januar 13

Trapped: Gefangen – Michael Hodges

Klappentext:

Matt Kearns hat zwei Möglichkeiten: kämpfen oder verstecken. Die Kreatur im alten Obstgarten wird den Rest übernehmen.
Drei Tage zuvor kam er an seinem Lieblingsplatz dieser Welt an, einer kleinen Hütte auf Michigans oberer Halbinsel.
Der Plan war, den Tod seines Vaters zu betrauern und herauszufinden, was sein eigenes Leben für ihn bereithielt.
Nun kämpft er für dieses Leben.

Ein unsichtbares Wesen hält ihn gefangen.
Jedes Mal, wenn Matt zu fliehen versucht, wird er von einer unsichtbaren Kraft zurückgezogen.
Allein und ohne Hoffnung auf Rettung, muss Matt den Fängen dieses Jägers entkommen.
Aber wie soll man sich von etwas befreien, das man nicht sehen kann?

Meine Meinung zum Buch:

Jeder Mensch hat einen geheimen Rückzugsort. Ein Platz, an dem man sich wohl fühlt und geborgen, der nur gute Erinnerungen birgt und zu dem man geht, wenn der Rest der Welt kaum mehr zu ertragen scheint. Man flüchtet in dieses selbstgeschaffene Stückchen Himmel auf Erden und atmet durch, sammelt Kraft und findet Ruhe zum Denken und Träumen. Ich habe einen solchen Ort, du wirst ihn sicher auch haben und für Matt Kearns ist er eine kleine Hütte tief in den Wäldern Michigans.
Im vergangenen Jahr seines Lebens musste er schwere Verluste hinnehmen und sehnt sich nun nach einer Auszeit, um sich innerlich zu ordnen, um in Frieden zu trauern und sich auf sein Leben zu besinnen. Er liebt die Natur und zusammen mit seinem Vater hat er so manch schöne Stunde in dieser Hütte und in dessen Umgebung verlebt. Dort fühlt er sich ruhig, gewollt und frei.

Doch ebenjene Freiheit wird ihm nun genommen, als etwas ihn an diesen Ort bindet. Die plötzliche Flucht der Tiere aus diesem Waldabschnitt war nur ein Vorbote für das, was auf ihn zukommen wird. Sein geheimster und liebster Raum wird zu einem Schrecken ohne Ende und eine Flucht scheint unmöglich. Matt wird sich bewusst, wie sehr er doch an seinem Leben hängt, als dieses verloren zu sein scheint. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Wesen den Spieltrieb einstellt und zum Fressen übergeht.

Einmal mehr hat der Luzifer-Verlag einen Roman veröffentlich, der schwer in ein bestimmtes Genre einzuordnen ist. “Trapped – Gefangen” ist definitiv ein Monsterhorror, doch es geht darüber hinaus. Dem Leser wird ein sehr sympathischer Protagonist geboten, der an seinem Leben verzweifelt und diesen Wochenendausflug in sein Refugium nutzen möchte um sich zu ordnen und zu sammeln. Als dann der Horror über ihn hineinbricht wird gleichzeitig klar, wie sehr er doch an seinem Leben hängt und was letztendlich wichtig in diesem ist. Er verarbeitet, während er an seinem Überleben arbeitet und verzweifelt doch an beidem. Man könnte sagen, dass hier Vergangenheitsbewältigung auf eine ganz neue Art und Weise betrieben wird.

Für einen Leser, der eine actiongeladene Monstergeschichte erwartet mag das Buch daher etwas langatmig und unspektakulär sein, doch mich konnte dieses Szenario überzeugen. Alleine der Gedanke daran, dass der liebste und geheimste Ort auf Erden derart pervertiert wird ist sehr erschreckend und beängstigend, wenn man sich in diese Lage hineinversetzt.

Michael Hodges beschreibt diese Geschichte sehr bildlich, flüssig und gut, doch muss man sagen, dass er es doch übertreibt mit der Darstellung von Naturliebe. Nach der zigsten Beschreibung von Flora und Fauna, die sehr ins Detail geht, rollt man doch etwas entnervt mit den Augen und möchte dem Autor zu verstehen geben, dass man zur Genüge verstanden hat, dass Matt Kearns ein Naturbursche ist und diese heiß und innig liebt.

Aufgelockert wird die Geschichte durch Rückblenden in verschiedene Vergangenheitsebenen, die allesamt mit dieser Hütte im Wald zu tun haben. Hier hat sich mir bei manchen Blenden nicht erschlossen, warum diese niedergeschrieben worden sind und ihren Weg in diese Geschichte gefunden haben. Dies mag jedoch auch an meinem mangelnden Verständnis liegen.

Sobald das unsichtbare Monster sein Versteck jedoch verlässt und Matt in seine Fänge nimmt steigt die Spannungs- und Actionkurve deutlich an. Man rätselt über die Art des Wesens, während Matt um sein Überleben kämpft und dabei einige doch sehr unschöne Erlebnisse machen muss. Gipfeln tut dies in ein Finale, dass mir gut gefallen hat und im Hinblick auf die vermittelte Naturliebe des Buches sehr passend erscheint.

“Trapped – Gefangen” ist ein ungewöhnliches Horrorbuch mit Tiefgang und ein paar Schwachstellen. Für mich stellt es eine Mischung aus den Monstern von Lovecraft und Haushofers “Die Wand” dar. Es ist in meinen Augen kein unbedingtes Must Read, wartet aber mit einer schönen Geschichte und neuen Ideen auf, die fesseln und beeindrucken können.

4stars

“Trapped – Gefangen” von Michael Hodges aus dem Luzifer-Verlag, 278 Seiten, ISBN-13: 978-3958351127

Buch bei Amazon.de: Trapped – Gefangen: Mystery-Thriller
Kindle-Version: Trapped – Gefangen: Roman
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Luzifer-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension
Januar 3

Zeitfuge – Michael J. Sullivan

Klappentext:

Für Ellis Rogers kommt die Diagnose wie ein Schock: Er hat nur noch ein paar Monate zu leben. Nachdem er sein Leben lang auf Nummer sicher gegangen ist, setzt Rogers jetzt alles auf eine Karte – denn in seiner Garage hat er eine Zeitmaschine gebaut. Sein Plan: in die Zukunft reisen, um dort nach einem Mittel gegen seine Krankheit zu suchen. Doch als die Maschine tatsächlich funktioniert, katapultiert sie Rogers in eine Zeit, die mit unserer Gegenwart nichts mehr zu tun zu haben scheint …

Meine Meinung zum Buch:

Ein normaler Mann aus unserer Zeit (zugegeben, ein normaler, aber intelligenter Mann) zimmert sich in seinem Werkzeugschuppen eine Zeitmaschine, traut sich aber nicht diese zu nutzen. Anders als angenommen sind Zeitreisen weder unmöglich noch vergangenheitsgerichtet. Reisen kann man nur in die Zukunft und wenn man dies einmal tut, dann ist dies endgültig. Es gibt kein zurück mehr, ebenso, wie es keine Garantie für ein Gelingen gibt.
Ellis Rogers ist jedoch verzweifelt. Er erfährt von seiner tödlichen Lungenerkrankung, die ihn binnen kurzer Zeit dahinraffen wird – ohne die geringste Chance auf Heilung. Als dann auch noch etwas in seinem privaten Bereich passiert, was seine Welt vollends aus den Fugen geraten lässt, sind Ellis die Konsequenzen egal. Er steigt in seine Zeitmaschine ein und wagt den Schritt, der vor ihm noch von niemandem gegangen wurde. Wenn in seiner Welt schon alles düster und schwarz aussieht, so bietet vielleicht wenigstens die Zukunft eine Chance auf Heilung.
Was Ellis Rogers jedoch nach seiner Reise erwartet ist für ihn unvorstellbar. Die Welt, wie er sie kannte, hat sich nicht weiterentwickelt – sie existiert nicht mehr und er muss sich in einem Gefüge zurechtfinden, dass sich gänzlich von unseren Werten und Vorstellungen unterscheidet.

Dies ist das erste Buch von Michael J. Sullivan, welches ich gelesen habe. Anders als in Zeitfuge bewegt er sich ansonsten wohl eher im Bereich der High Fantasy. Wie auch von ihm in einem Vorwort gesagt ist dieses Buch nun kein Faktenmeer für Hardboiled-SciFi-Fans, die alle beschriebenen Techniken logisch nachvollziehbar dargestellt haben wollen. Die Zeitreise in diesem Buch dient vielmehr als Mittel zum Zweck um einen Menschen aus unserer Zeit in eine zukünftige Utopie zu katapultieren und diese Welten aufeinanderprallen zu lassen.

Der Protagonist Rogers erscheint in dieser neuen Welt wie ein altes Artefakt und ist doch zugleich so einzigartig, dass sein Auftauchen den gesamten Planeten bewegt. Seine Wertvorstellungen, die doch teilweise recht konservativ amerikanisch anzusehen sind, kollidieren mit denen der neuen Gesellschaft in Hollow World. Fast wertefrei werden beide Seiten von Sullivan beleuchtet, so dass man als Leser selbst nachdenklich wird und darüber sinniert, wohin unser eigenes Verhalten uns noch führen wird, wohin wir möchten und wohin auf gar keinen Fall.
“Zeitfuge” beinhaltet zudem auch einen kleinen Kriminalfall, den Ellis und sein baldiger Weggefährte Pax gemeinsam bestreiten müssen.

Michael J. Sullivan hat mit diesem Buch nun das Rad nicht neu erfunden. Seine Geschichte ist dennoch gut durchdacht, Wendungen sind teilweise relativ leicht durchschaubar, aber trotzdem interessant. Er schildert die Story in einem flüssigen Schreibstil. Der Spannungsbogen war für mich ungewöhnlich, da er zu Beginn sehr stark angespannt ist und im weiteren Verlauf abflacht, da sich der Augenmerk der Geschichte auf eine philosophische Betrachtung der Situation konzentriert.

Was mich teilweise etwas störte war die Naivität, mit der alle handelnden Personen Situationen betrachtet und angegangen haben. Für einen Roman, der sich hauptsächlich mit einer philosophischen Betrachtung einer zukünftigen Utopie in Vergleich zu unserer heutigen Zeit beschäftigt war mir dies etwas zu einfach und simpel gestrickt. Ich hätte mir mehr Raffinesse gewünscht.

“Zeitfuge” ist definitiv ein lesenswertes Buch aus dem Genre Science-Fiction, das schon alleine aufgrund der Tatsache, dass der Leser das eigene Nachdenken anfängt, weiterzuempfehlen ist. Erzählt wird eine spannende Geschichte von einer ungewöhnlichen Zukunft, in der es um Werteverständnis, um Individualität und Freundschaft geht, ebenso wie um alte Sünden und deren Bewältigung. Die Story hat auch ihre Schwächen, welche sich aber gewiss auch daraus erklären lassen, dass der Autor für ihn Genrefremd schreibt. Alles in allem wird hier eine Geschichte erzählt, die durchaus lesenswert ist, aber auch noch etwas Luft nach oben offen lässt.

4stars

“Zeitfuge” von Michael J. Sullivan aus dem Heyne Verlag, 448 Seiten, ISBN-13: 978-3453316782

Buch bei Amazon.de: Zeitfuge: Roman
Kindle-Version: Zeitfuge: Roman
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension
Dezember 20

Adrians Untote (#1) – Chris Philbrook

Klappentext:

ADRIANS UNTOTE ist der Blick in die Seele eines Menschen, der um sein tägliches Überleben kämpft, gefangen zwischen Horden von Untoten und Menschen, die zu allem bereit sind. Adrian Ring erzählt in kurzen Tagebucheinträgen von einer Welt, in der das Köpfen eines Zombies noch zu den geringsten Problemen zählt. Vom Wahnsinn, der an der nächsten Ecke lauert. Von Rettung und Verlust. Von seinem Kater Otis, den er retten konnte, und von seiner Mutter, die er erschoss. ADRIANS UNTOTE – Geschichten über Schuld, Sühne und der Suche nach dem Sinn, wenn die Welt zum Teufel gegangen ist.

Meine Meinung zum Buch:

Adrian Ring lebt mitten unter ihnen. Täglich sieht er sich mit ihnen konfrontiert und muss sie bekämpfen um sein eigenes Überleben zu sichern. Dies macht einsam, denn die Untoten, gegen die er sich zur Wehr setzen muss, zeigen wenig Neigung für soziale Interaktionen, sondern sind lediglich an seinem lebendigen, saftigen Fleisch interessiert. Verständlicherweise ist Adrian an einem solchen Austausch eher weniger interessiert und so bleibt ihm nur sein Kater Otis, der zwar schnurrend seine Zuneigung bekundet, aber auch nicht wirklich als Gesprächspartner dient. Adrian wendet sich daher in all dem Schlamassel an Mr. Tagebuch und schreibt sich seine Erlebnisse von der Seele.

Chris Philbrook bietet dem Leser mit diesem Buch das Tagebuch eines fiktiven Charakters an, der in einer unrealistischen apokalyptischen Situation nach einem Ausweg sucht und doch so real wirkt. Obwohl Adrian als Charakter in diesem ersten Teil einer Reihe noch recht nebulös bleibt, da man nur wenig über seine Vergangenheit erfährt und warum er sich gut mit Waffen auskennt und dem Schlamassel gewachsen zu sein scheint, so meint man ihn bereits zu kennen und fiebert spätestens ab der zweiten Hälfte des Buches ungemein mit. Adrian schreibt sein Tagebuch, so wie ihm der Mund gewachsen ist. Man bekommt daher auch mal ein “lol” um die Ohren geschmissen und liest nun keine niedergeschriebenen literarischen Ergüsse, aber genau dies verpasst dem sympathischen Protagonisten den nötigen Hauch Realismus.
Zu Beginn seiner Aufzeichnungen erscheint alles noch etwas unterkühlt und sachlich, doch hat Adrian auch einiges zu verarbeiten und muss sich erst an die Situation des Tagebuchschreibens gewöhnen. Bald ist Mr. Tagebuch sehr wichtig für ihn und seine Ausführungen werden immer lebhafter. Verzweifelt Adrian am Sinn eines Überlebens in dieser neuen Welt, so zweifelt man mit ihm. Hinterfragt er Taten, die er begangen hat, so sinniert man ebenfalls darüber. Und wenn Adrian unerwartet ein kleines bisschen Glück hat, so rast man mit ihm zusammen voller Endorphine durch diesen Rausch und empfindet dieses Glück tatsächlich auch selbst.
Ich habe schon einige fiktive Tagebücher – gerade auch aus dem Horrorbereich – gelesen, aber sowas bisher noch nie erlebt. Das hat mich sehr beeindruckt.

Ich mag auch die Zombies so, wie sie in diesem Buch beschrieben werden. Es handelt sich hier um die langsamen Schlurfer, die eigentlich auch die einzige Art von wirklichen Zombies darstellen. Einzeln kann man sich gut bekämpfen, aber in der Masse werden sie gefährlich.
Philbrook hat hierbei das typische Stöhnen, das viele Zombiefilme und -bücher begleitet, ausgemerzt. Seine Zombies sind stumm und wirken dadurch noch gefährlicher. Sollte man auf die irrsinnige Idee kommen nachts umherzuschleichen, so kann einen hinter jeder Ecke ein Untoter erwarten, der sich nicht ankündigt und auf einmal da ist. Eine gruselige Vorstellung.

Adrian ist zwar geschult im Umgang mit Waffen, dennoch ist für ihn der Kampf gegen die Monster kein Zuckerschlecken. Auch hier bietet das Buch wieder Realismus pur. Nahkampfwaffen dringen nicht wie Butter in Knochen ein und lassen sich mit einer leichten Handbewegung wieder lösen. Mit einer Axt oder einem Schwert auf Zombiejagd zu gehen ist gefährlich, kräftezehrend und nicht zu empfehlen.
Zudem macht es Adrian zu schaffen, wenn er ihm bekannte ehemalige Menschen oder Kinder töten muss. Ich finde es rührend davon zu lesen, wie der muskelbepackte Bär von einem Mann zielt und dann die Augen schließt, während er abdrückt. Auch dies macht dieses Buch wieder so ungemein echt und beeindruckend.

Als Leser darf man hier nun aber kein Werk erwarten, dass einen in tiefe depressive Phasen stürzt, denn so schrecklich seine Erlebnisse sind, so viel Humor steckt auch in diesen Zeilen. Nicht nur einmal musste ich schmunzeln oder gar auflachen, was gerade beim Lesen in der Öffentlichkeit Blicke auf sich zieht.

Chris Philbrook kann aber nicht nur realistische Tagebücher schreiben. Es gibt hier auch immer wieder kurze Einschübe, die von Schicksalen anderer Charaktere handeln, denen Adrian auf seinem Weg begegnet ist. Hier wechselt die Perspektive in die erzählerische und man bekommt sehr gute, intensive, erschreckende und teilweise auch erschütternde Dinge erzählt, die sich tief einbrennen. Auch von diesen Teilen war ich sehr begeistert.

Als einzigen Kritikpunkt angeben kann man eigentlich nur, dass es sich hier um ein fiktives Tagebuch handelt. Dadurch, dass Adrian die Erlebnisse aufschreiben konnte ist in spannenden Situationen davon auszugehen, dass er diese irgendwie meistern konnte. Zudem bringt der von mir nun zur Genüge angesprochene Realismus mit sich, dass der Aufbau des Buches nicht typisch ist. Es gibt also keine Einleitung, die sich immer weiter zuspitzt um in einem fulminanten Finale zu enden. Wenn man selbst Tagebuch schreibt wird man dies kennen: An manchen Tagen passiert viel, an anderen interessantes, an wiederum anderen gar nichts. Zudem stellt dieses Buch auch erst Band 1 von sieben weiteren dar.

Ich habe Adrian Ring in mein Herz geschlossen und würde mich nicht wundern, wenn er morgen bei mir klingeln würde und sich herausstellt, dass die Ereignisse aus dem Buch echt sind und nun auch nach Deutschland überschwappen. Ich freue mich immens auf die weiteren Teile und würde dieses Buch jedem empfehlen, der apokalyptische, realistische Zombieromane mag und einen echt tollen Protagonisten kennen lernen möchte. Zudem denke ich, dass dieses Buch auch für Zombieromaneinsteiger sehr gut geeignet ist, da es eben Action gibt, diese aber nicht zu ausufernd und blutig ist.

4stars

“Adrians Untote Teil 1” von Chris Philbrook aus dem Voodoo Press Verlag, 330 Seiten, ISBN-13: 978-9995756000

Buch bei amazon.de: Adrians Untote: Teil 1 – Zombie-Thriller
Kindle-Version: Adrians Untote: Teil 1 – Zombie-Thriller
Verlagsseite des Buches: KLICK

Category: Buchrezension
Dezember 16

Mondscheinjunge – Carla Buckley

Klappentext:

Umgeben von Dunkelheit bringt er ein grausames
Geheimnis ans Licht.

Tylor Lattimore feiert seinen vierzehnten Geburtstag, aber noch immer weiß er nicht, wie sich die Strahlen der Sonne auf seiner Haut anfühlen – denn er kann nur leben, wenn es dunkel ist. Licht fügt ihm unerträgliche Schmerzen zu und kann sogar tödlich sein. Er verbringt seine Tage in einem verschlossenen Zimmer, nur nachts wagt er sich nach draußen. Seine größte Leidenschaft ist seine Kamera, mit der er durch die Dunkelheit streift. Als Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, plötzlich spurlos verschwindet, gerät Tylors Leben in Aufruhr. Seiner Mutter, die sich unermüdlich um sein Wohlergehen kümmert, scheint der Vorfall sehr nahezugehen. Was war in dem sonst so ruhigen Wohnviertel passiert, dass Amy nicht mehr nach Hause zurückkehrte? Ausgerechnet Tylor sieht jetzt klarer als irgendjemand sonst und entdeckt eine Spur, die geradewegs ins Unheil führt …

Meine Meinung zum Buch:

Erzählt wird die Geschichte einer Nachbarschaft, die einen ganz besonderen Bewohner hat: Tyler Lattimore. Tyler leidet an der Krankheit Xeroderma pigmentosum, kurz XP genannt. Menschen, die an dieser unheilbaren Erkrankung leiden, können die Schäden, die Sonnenlicht bei jedem von uns anrichten, nicht reparieren. Sie verbrennen, sobald sie mit UV-Strahlung in Kontakt kommen und aus diesen schlimmen Sonnenbränden wird sich bei ihnen zügig Hautkrebs entwickeln. Die Sonne ist daher sehr schmerzhaft und tödlich und muss unter allen Umständen vermieden werden.

Tyler ist 14, seine Pubertät setzt ein und ihm wird immer mehr bewusst, wie sehr ihn seine Erkrankung am Leben hindert. Ewig in Dunkelheit verbannt und immer mit der Angst vor unerwarteten Strahlen versucht er sein Leben zu meistern und ist sich doch bewusst, wie sehr seine Familie unter seiner Erkrankung leidet und seinen wahrscheinlich frühen Tod fürchtet.

Tyler lebt mit seiner Familie in einer Straße, die ihm größtenteils sehr wohlgesonnen ist. Alle Nachbarn vermeiden künstliche Leuchtmittel, die UV-Strahlung abgeben könnten und unterstützen die Familie soweit es geht. Die Lattimores sind besonders mit einer anderen Familie aus dieser Straße befreundet, deren kleines Mädchen Amy eines Tages spurlos verschwindet. Mit diesem Verlust wird das Leben von jedem in dieser Straße verändert und Tyler ist mittendrin.

Anders als nach dem Klappentext von mir vermutet bietet “Mondscheinjunge” weniger Spannung als vielmehr ein intensives Drama rund um das Verschwinden eines kleinen Mädchens und um die seltene Erkrankung eines Jungen. Es geht um Schuld und Sühne, die Konsequenzen von Gerüchten. Es geht um übertriebene und ausbleibende Mutterliebe, um Angst, Verantwortung und das Loslassen.

Ziemlich früh im Buch ist bereits klar, was mit der kleinen Amy passiert ist und wer dafür die Verantwortung trägt. Ein klassischer Spannungsbogen, wie man ihn aus Thrillern etc. kennt fehlt daher. Vielmehr ruht der Reiz dieses Buches auf dem psychologischen Untereinander in dieser Nachbarschaft und in der Familie Lattimore. Die verschiedenen Handlungsstränge und Gedankenansätze werden dabei von Buckley realistisch, erschreckend und gut verknüpft und es ist erstaunlich zu sehen, was kleine Taten für Auswirkungen nach sich ziehen können. Dies ist wirklich interessant, aber eben nicht spannend.

Das Buch selbst wird kapitelweise aus der Sicht verschiedener Personen geschrieben und zeigt dabei eine flüssig und leicht zu lesende Schreibweise, die jedoch in meinen Augen etwas zu schlicht ist. Zudem wird mir die Erkrankung von Tyler als etwas zu dramatisch geschildert. Nach dem Beenden des Buches habe ich mich über diese Erkrankung weiter erkundigt. Sie ist wirklich schrecklich und sehr lebensbeschneidend für die Betroffenen, doch gibt es heutzutage Mittel und Möglichkeiten den Patienten das Leben wenigstens etwas zu erleichtern und sie nicht in kompletter sozialer Isolation zu belassen.

Ich habe etwas ganz anderes erwartet, als ich “Mondscheinjunge” zu lesen begonnen habe und war zwar interessiert, aber auch etwas enttäuscht und durch die vorhandenen Längen im Lesefluss etwas gehemmt. Leser, die jedoch stark interessiert in ein Drama rund um eine Familie und deren Nachbarschaft sind, bei der es um viele psychologische Feinheiten geht und darum, wie sich das Verhalten von uns selbst auf andere auswirkt und was dies auch für uns selbst bedeutet, werden begeistert von diesem Buch sein.

3stars

“Mondscheinjunge” von Carla Buckley aus dem Goldmann-Verlag, 480 Seiten, ISBN-13: 978-3442204489

Buch bei Amazon.de: Mondscheinjunge: Psychologischer Spannungsroman
Kindle-Version: Mondscheinjunge: Psychologischer Spannungsroman
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.

Category: Buchrezension