November 6

Der Teufelsfürst – Silvia Stolzenburg

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1447 muss Vlad Draculea zusammen mit seinem Bruder sein Dasein am Sultanshof in Edirne als Geisel verbringen. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder zurück in die Walachei zu kommen, in seine Heimat, zusammen mit seinem Bruder. Als letzterer vom Sohn des Sultans ins Visier genommen wird überschlagen sich die Ereignisse, da Vlad seinem Bruder diese Schande ersparen will. Unbarmherzig wird über ihn geurteilt und er muss sich schon bald in sehr harter Schule wiederfinden. Doch trotz aller Widrigkeiten vergisst er seinen Wunsch, seine Sehnsucht nach seiner Heimat nicht. Mit jeder neuen Schrecklichkeit, die er durchleben muss, wachsen zudem seine Rachegelüste und sein Zorn.
Zeitgleich wird in Ulm Zhera von Katzenstein aus heiterem Himmel der Hexerei bezichtigt und schuldig gesprochen. Gedemütigt und für immer verbannt aus ihrer Heimat wird sie von einer Zigeunergruppe aufgenommen und kämpft dort fortan um ihr Überleben, während ihr Bruder in Ulm versucht ihre Unschuld zu beweisen und zugleich mit weiteren Schicksalsschlägen zu kämpfen hat.
All die Schicksale dieser unterschiedlichen Personen hängen zusammen und es wird sich zeigen, wer diese meistern wird.

Ich lese zwar nicht häufig historische Romane, wenn diese jedoch spannend geschrieben sind und ein interessantes Thema behandeln, dann kann ich auch gut in Geschichten vergangener Zeiten versinken. Angesprochen hat mich bei diesem Buch, dem Auftakt einer Trilogie, natürlich die Thematik rund um Vlad Draculea oder wie er eigentlich heißt, Vlad Tepez. Bram Stoker hat für seinen grandiosen Roman “Dracula” diese historische Person mit zum Vorbild und auch Namensgeber genommen. Da mich die Thematik des Vampirismus schon länger interessiert und ich bereits einiges Hintergrundwissen bezüglich Vlad Tepez besitze, machte mich dieser Roman äußerst neugierig.

Vorwegnehmen möchte ich gleich, dass es sich hier definitiv nicht um einen Vampirroman handelt, sondern um einen Roman, in welchem die historische Figur Vlad Tepez thematisiert ist. Im Nachwort geht die Autorin auch auf die Plausibilität des Charakters ein und zeigt auf, was sie sich ausgedacht und was sie den geschichtlichen Fakten entnommen hat. Dies hat mir sehr gut gefallen, bisher eine sehr gut recherchierte Reihe.

Das Buch erzählt hauptsächlich die Geschichte von Vlad und von Zhera, den Protagonisten dieses Buches. Es gibt jedoch auch einige Kapitel, die andere Personen behandeln, die eine tragende Rolle spielen. Sosehr man am Anfang nur ahnt, dass all diese Geschichten einen gemeinsamen Nenner haben, so hervorragend versteht es die Autorin diese einzelnen Erzählstränge langsam und spannend zusammenzufügen, ohne an historischer Plausibilität zu verlieren. Die Kapitel sind allesamt in einer angenehmen Länge gehalten. Man muss als Leser natürlich mit der Art von historischen Romanen klarkommen, das Buch ist in diesem Genre auf jeden Fall eines der sehr guten Werke.

Es gibt eigentlich nur zwei Dinge, die mich leicht gestört haben.
Zum Einen wird die Geschichte zu Anfang zeitlich sehr ausführlich erzählt, binnen weniger Tage passiert unheimlich viel, was auch ausführlich geschildert wird. Umso weiter das Buch voranschreitet, umso größer werden die zeitlichen Abstände der einzelnen Kapitel, umso zusammenfassender sind die Ereignisse, die geschildert werden. Ein gutes Mittelmaß aus beiden Arten hätte ich mir hier über das ganze Buch verteilt gewünscht.
Zum Anderen werden hier auch viele mittelalterliche Begriffe benutzt, die jedenfalls mir nicht immer etwas gesagt haben. Daher hätte ich mir einen Anhang gewünscht, in welchem heutzutage ungebräuchliche Wörter kurz erklärt werden. Zwar werden im Verlauf des Buches hin und wieder Begriffe umschrieben, jedoch musste ich noch ziemlich häufig nachschlagen.

Mir hat “Der Teufelsfürst” von Silvia Stolzenburg sehr gut gefallen. Eine spannende, fesselnde, historisch plausible Geschichte, die auch teilweise sehr brutale, schreckliche Szenarien beinhaltet und Emotionen zeigt. Ich werde diese Trilogie auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil, der Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

“Der Teufelsfürst” von Silvia Stolzenburg aus dem Bookspot-Verlag, 409 Seiten, ISBN-13: 978-3937357751

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Posted 6. November 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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