Oktober 24

Benjamins Parasit – Jeff Strand

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Benjamin Wilson steht kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag. Sein Leben ist recht langweilig. Als Lehrer in einer High School macht er seinen Job, zu Hause zankt er sich gerne liebevoll mit seiner Tochter und auch sein Eheleben ist in Ordnung. Er ist eben ein ganz normaler Typ. Dies ändert sich jedoch, als einer seiner Schüler zu Hause Amok läuft und seine Mutter ermorden will. Kurz darauf beginnt sich auch Benjamin zu verändern. Seine Gelüste leben sich auf einmal fast selbstständig verstärkt aus und es scheint so, als ob ihn etwas fremdsteuern würde. Im Krankenhaus entdeckt man in seinem Oberkörper einen Fremdkörper, einen Parasiten und von da an ist Benjamins Leben komplett auf den Kopf gestellt, denn bevor die Ärzte ihm helfen können wird er entführt und zu einem irrsinnigen Roadtrip durch halb Amerika gezwungen. Jeder scheint hinter diesem Parasiten her zu sein und niemand interessiert sich dabei für Benjamins Leben.

Mir wurde dieses Buch von mehreren Seiten wärmsten empfohlen, zudem sind die durchschnittlichen Bewertungen auf den gängigen Plattformen für Buchrezensionen auch fast durchweg positiv. Ich konnte also nicht wiederstehen und habe mir “Benjamins Parasit” ebenfalls zugelegt, der spannende Klappentext hat auch seine Wirkung getan.

Das Buch beginnt grandios. Nach der Einleitung und dem ersten Kapitel fragt man sich, wo man hier reingeraten ist und rast begierig zum Rest weiter. Leider kann dieses Werk diesen zu Anfang versprochenen hohen Wert nicht halten. Es ist zwar zu keiner Zeit langweilig, aber der größte Spannungsbogen befindet sich meiner Meinung nach im ersten Kapitel und sollte eigentlich im letzten oder vorletzten zu finden sein.
Benjamin Wilsons Erlebnisse werden in einem flüssigen, gut lesbaren Schreibstil geschildert, der immer wieder durch humoristische Einwürfe aufgelockert wird. Dies hat Jeff Strand auch sehr gut gemacht, jedoch habe ich mit Humor eher weniger gerechnet und wenn er schon vorhanden ist, dann war er mir nicht subtil und schwarz genug. Dies ist mein persönlicher Geschmack und hat nichts mit der Qualität des Buches an sich zu tun. Es störte mich aber und irgendwann war ich leicht genervt von diesen immer wiederkehrenden Sprüchen. Ein gutes Horrorbuch braucht dies für mich nicht.
Der Protagonist erlebt einen Trip durch halb Amerika, wo er auf die verschiedensten Stereotypen trifft und Strands Phantasie hat sich hier reichlich ausgelebt. Vom größten Blödmann auf Erden zum Gangster mit Gewissen, von einer taffen Frau bis zu schrecklichen Hinterwäldlern, es ist alles da, was ein Horrorklischeeherz begehrt.

Alles in allem war “Benjamins Parasit” eine nette, humorvolle Horrorunterhaltung für zwischendurch, die mich aber nicht wirklich fesseln und überzeugen konnte. Ich denke, ich bin einfach nicht das richtige Zielpublikum für diesen Roman. Ich mag es eben gerne düster und schrecklich.

“Benjamins Parasit” von Jeff Strand aus dem Voodoo Press Verlag, 280 Seiten, ISBN-13: 978-3902802187

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Blog von Jeff Strand: Klick


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Posted 24. Oktober 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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