August 28

Ghostman – Roger Hobbs

Es ist immer schlecht, wenn du bei jemandem in der Schuld stehst. Jack Delton muss eine alte Schuld begleichen. Jack Delton ist ein Ghostman. “Jack Delton” ist nicht sein richtiger Name. Er ist der Beste in seinem Fach, hinterlässt keine Spuren und scheint nicht zu existieren. Er ist ein Geist, ein Ghostman.

Jack Delton, dessen wirklicher Name dem Leser nicht mitgeteilt wird, muss bei einem hohen Gangster eine Schuld begleichen und wird nach Atlantic City bestellt. Dort ist ein Überfall auf einen Casinogeldtransporter gründlich in die Hose gegangen und Delton soll nun das Geld beschaffen, welches mit dem überlebenden Räuber verschwunden ist. Er hat genau 48 Stunden Zeit dafür und zu Beginn scheint dieser Auftrag aussichtslos. Doch Delton wäre nicht der Beste in seinem Fach, wenn er keine Lösung für dieses Problem finden würde.

“Ghostman” von Roger Hobbs ist das Debüt des noch ziemlich jungen Schriftstellers und stellt einen gut geschriebenen Gangsterroman dar. Im Prolog wird der schieflaufende Überfall auf den Geldtransporter beschrieben, bis der Fokus sich dann auf den eigentlichen Protagonisten Delton stellt. Für ein Debüt und das junge Alter des Autors finde ich den Schreibstil wirklich gelungen, der Text liest sich flüssig und schnell und spielt hin und wieder auch etwas mit den Gedanken des Lesers, da Deltons Beweggründe nicht zu jeder Zeit klar sind.
Das Buch wird zudem aus zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Einmal befindet sich Delton im Jetzt in Atlantic City und einmal fünf Jahre in der Vergangenheit. Dort wird geschildert, warum Delton bei Marcus in der Schuld steht.

Ich würde das Buch als männlich beschreiben. Für meine Verhältnisse war die Geschichte etwas zu sachlich und emotionslos, was aber widerrum zum Charakter und dem Ghostman-Sein passt. Mir hat einfach ein Bezug zum Buch und der Geschichte gefehlt, ein emotionales Band, welches mich nicht mehr losgelassen hat. Sei es nun durch atemlose Spannung, durch einen mir sehr sympathischen Charakter, durch Dramaturgie oder andere Dinge. Dies fehlte mir aufgrund der Nüchternheit der Story leider. Etwas gebessert hat sich dies in der zweiten Hälfte, da dann auch Delton vom Jäger zum Gejagten wird.

Die Spannung im Buch baut sich durch die ermittelnde Arbeit Deltons auf, weniger durch reißerische Actionszenen. Ebenso wie der Protagonist wird man als Leser in eine zunächst sehr undurchsichtige Geschichte geworfen, die es dann zu entschlüsseln und zu lösen gilt. Hier hat mir gut gefallen, dass Hobbs gegen Ende des Buches, wo die Dinge eigentlich klar waren, seinem Charakter einen neuen Zug verliehen hat, der der gesammten Story einen neuen Schlenker gab, welchen man so vielleicht nicht vermutet hätte.

Roger Hobbs hat mit “Ghostman” ein solides Debüt abgeliefert, dass gewiss seine Anhängerschaft finden wird, mich aber nicht wirklich überzeugen konnte. Ich bin aber wahrscheinlich auch einfach kein Leser einer nüchternen Gangstergeschichte. Wer sowas jedoch mag, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher anschauen.

“Ghostman” von Roger Hobbs aus dem Goldmann Verlag, 384 Seiten, ISBN-13: 978-3442313372

http://www.rogerhobbs.com/

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Posted 28. August 2013 by Chrissie in category Buchrezension

1 thoughts on “Ghostman – Roger Hobbs

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