Juli 22

Der Sarg – Arno Strobel (Buchrezension)

“Der Sarg” ist nach das “Das Skript” das zweite Buch von Arno Strobel, welches ich gelesen habe. Sehr angesprochen hat mich hier die Thematik einer lebendig vergrabenen Frau, von der niemand weiß und die tief unter der Erde um ihr Leben bangt. Ich hatte sofort Assoziationen zum Film “Burried”, den ich sehr genial fand.
Beim Lesen musste ich dann jedoch feststellen, dass dies weniger ein Psychothriller aus der Sicht einer vergrabenen Frau ist, sondern vielmehr eine Kriminalgeschichte darstellt, die man auch als zweite Geschichte einer Reihe ansehen kann, da der ermittelnde Kommissar Menkhoff anscheinend schon in Strobels Buch “Das Wesen” auftrat. Ich bin kein Fan von Ermittlungsgeschichten und selten können mich diese überzeugen. Leider traf dies hier nicht zu.

In Köln treibt ein neuer Serienkiller sein Unwesen, der Frauen lebendig vergräbt und der Polizei dann zeitlich so knapp bemessene Hinweise gibt, dass man die Opfer nur noch qualvoll erstickt auffinden kann. Kommissar Menkhoff arbeitet mit seinem Team an diesem Fall.
Zeitgleich wacht Eva aus grausamen Träumen auf, in denen sie lebendig vergraben wurde. Umso erschreckender ist es, dass sie von ihren Befreiungsversuchen aus den Träumen bleibende Blessuren behält.
Bald ist klar: Es muss eine Verbindung zwischen den Morden und Evas grausamen Träumen geben und es liegt an der Kripo Köln diese zu finden und damit dem Killer auf die Spur zu kommen.

Ich weiß nicht genau woran es lag, jedoch wusste ich bereits nach dem Beenden des ersten Kapitels, um was es hier gehen würde und wohin die Geschichte den Leser führen will. Von anderen Lesern dieses Buches habe ich erfahren, dass es ihnen nicht so ging. Vielleicht habe ich zufällig genau in die richtige Richtung gedacht, jedoch deuteten für mich bereits im ersten Kapitel alle Indizien, die dort gegeben wurden, auf das Ende des Buches hin, wie es dann ja auch gekommen ist. Ich möchte hier nun nicht verraten worum es geht, da ich niemandem die Freude vermiesen möchte, jedoch war damit bereits jegliche Spannung für mich persönlich weg. Dies fand ich sehr schade, da ich die Idee hinter dem Ganzen äußerst interessant und spannend finde und mir einen raffinierteren Plot, der lange undurchsichtig geblieben wäre, sehr gut hätte vorstellen können.

Das Buch erzählt abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven. Wir haben hier Eva, Menkhoff und zwei weitere Charaktere, auf die ich aus Spoilergründen nicht eingehen möchte. Auch diese Erzählart bestätigte mir meinen anfänglichen Verdacht ziemlich schnell.
Die Sprache ist gut verständlich und leicht zu lesen, war für mich aber ebenfalls einfach OK, jedoch nichts Besonderes. Gepaart mit der Ermittlungstechnik traten so für mich während des Lesens einige Längen auf.

Die Charaktere sind alle nicht besonders tiefgründig beschrieben und eher oberflächlich ausgebaut. Strobel gibt den handelnden Personen zwar durch Eigenarten und Macken einen menschlichen, reellen Touch, ich mag jedoch gut ausgebaute Charaktere, bei denen ich irgendwann meine sie schon mein ganzes Leben lang in- und auswendig zu kennen. Dies hat mir hier leider auch etwas gefehlt.
Strobel spielt auch oft auf die Geschehnisse aus “Das Wesen” an, was ich wie bereits erwähnt nicht kenne und daher hat mir auch oft Hintergrundinformation gefehlt. Man sollte meines Erachtens definitiv erst “Das Wesen” und dann “Der Sarg” lesen, um den Charakter Menkhoff besser verstehen und beurteilen zu können.

“Der Sarg” war für mich ein durchschnittliches Buch mit einer sehr interessanten Grundidee und ich kann mir vorstellen, dass Krimifans hier voll auf ihre Kosten kommen. Für mich war es jedoch nichts und da mir “Das Skript” zwar besser, aber auch nicht wirklich gut gefallen hat, werde ich mit diesem Buch den Deckel schließen und wohl zukünftig keine weiteren Strobelbücher lesen.

“Der Sarg” von Arno Strobel aus dem Fischer Taschenbuchverlag, 384 Seiten, ISBN-13: 978-3596191024
Informationen zum Autor: http://www.arno-strobel.de/

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Posted 22. Juli 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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