Juli 8

Vergebung – Stieg Larsson (Buchrezension)

Dies ist der dritte Teil einer Trilogie. Wer die vorherigen Teile nicht kennt, sollte hier nicht weiterlesen, da die folgenden Sätze Spoiler enthalten werden.

Lisbeth Salander hat die Konfrontation mit ihrem Vater nur knapp überlebt und liegt mit schwersten Verletzungen und einem Kopfschuss isoliert in einem Krankenzimmer. Zwei Türen weiter liegt ihr Vater, der von seinen schweren Verletzungen besser zu genesen scheint und sie bereits beschattet. Ihr Bruder ist auf der Flucht und wird mit Hochdruck international gejagd, er scheint jedoch wie vom Erdboden verschluckt zu sein.
Doch diese beiden Menschen sind nicht Lisbeths einzige Probleme, denn schon bald schaltet sich eine Organisation ein, die bis in die höchsten Ränge der Regierung reicht und alle Beteiligten dieser Affäre aus dem Weg räumen will – um jeden Preis!

Der durch den frühen Tod Larssons erzwungene letzte Teil der Millenium-Trilogie (eigentlich sollte dies eine 10-teilige Reihe werden) beginnt dort, wo der zweite Teil in seinem immensen Cliffhanger aufhörte. Als Leser ist man immer noch geschockt über die Dinge, die Lisbeth überlebt hat und die ans Licht gekommen sind. Schnell fühlt man sich hilflos, wenn man die Zukunft der Protagonistin betrachtet, denn die Gegner, die nun auf den Plan treten, scheinen unbesiegbar und über dem Gesetz stehend.
Es liegt nun an Mikael Blomqvist und Lisbeths weiteren Freunden einen Weg aus dieser Misere zu finden, was zu Beginn unmöglich erscheint. Lisbeths Zukunft steht auf dem Spiel und es stehen mehr Menschen hinter ihr, als sie denkt.

Erneut bin ich in dieser Geschichte versunken. Larsson webt intelligent Stränge zusammen, so dass die Geschichte fließt und nicht an den Haaren herbeigezogen wirkt, sondern gut und schlau durchdacht. Als Leser erlebt man den Weg zum Ende ohne zuviel erraten zu können. Immer wieder wird man durch logische Wendungen überrascht und dies bringt ungemein Spaß.
Gestört hat mich hier lediglich, dass der Fokus teilweise sehr auf Ermittlungsarbeit liegt, was nicht unbedingt meins ist und dadurch streckenweise leichte Längen mit sich brachte. Ich bin einfach keine typische Krimi- und Thrillerleserin.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Solidarität, die nun von verschiedensten Seiten Lisbeth gegenübergebracht wurde. Stand sie im zweiten Teil noch so gut wie alleine da, haben nun einige Zweifler diese aus dem Weg geräumt und stehen fest hinter dieser besonderen Frau. Man sollte sich nie von ersten Eindrücken täuschen lassen, sondern hinter die Fassade blicken, den Ursachen auf den Grund gehen um Dinge zu verstehen. Generell appelliert in meinen Augen Larsson in dieser gesamten Trilogie dafür, dass der Leser sein eigenes Gehirn bemüht und auch mal Dinge kritisch hinterfragt, da nicht alles so sein muss, wie es scheint.

“Vergebung” kann man als abschließenden Band der Geschichte werten, da sie abgeschlossen wirkt, wenn auch kleine Fragen offen bleiben. So steht man als Leser nicht vor einem fragenden Nichts am Ende dieses Buches, da es ja eigentlich noch hätte weitergehen sollen. Mir hat diese Trilogie mit kleinen Schwächen hier und da sehr gut gefallen und ich habe es genossen, sie zu lesen.

“Vergebung” von Stieg Larsson aus dem Heyne-Verlag, 864 Seiten, ISBN-13: 978-3453434066

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Posted 8. Juli 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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