Mai 30

Tagebuch der Apokalypse 2 – J.L. Bourne (Buchrezension)

ACHTUNG! Diese Buchbesprechung behandelt den zweiten Teil einer Buchreihe und enthält daher Spoiler. Wer den ersten Band “Tagebuch der Apokalypse” noch nicht kennt, sollte nicht weiterlesen.

Der immer noch namenlose Soldat konnte mit seiner kleinen Überlebendengruppe den Militärbunker Hotel 23 vor den angreifenden Feinden beschützen und kuriert nun seine Verletzungen aus. Auf Erkundungs- und Versorgungsstreifzügen durch das Zombieverseuchte Umland erhält die eingeschworene Gemeinschaft Zuwachs, bis der Protagonist durch einen Unfall wieder auf sich allein gestellt ist. Er hat es hier nicht nur mit unvorstellbaren Schwärmen von Untoten zu tun, sondern trifft auch das erste Mal bewusst auf verstrahlte Zombies, die im Gegenzug zu ihren normalen Mitschlurfern deutlich gefährlicher sind. Wird er auch weiterhin überleben?

Der zweite Band dieser Zombieapokalypse von J.L. Bourne ist wieder aus der Ich-Perspektive des Soldaten geschildert, der dieses Buch als Tagebuch führt. Wieder darf man als Leser daher keine literarischen Ergüsse erwarten, da der Soldat sein Tagebuch menschlich und militärisch sachlich führt. Dieser Umstand gibt der Geschichte ein stark ausgeprägtes Realitätsgefühl, als ob man tatsächlich irgendwo ein Tagebuch gefunden hat und dieses nun liest.
Schade fand ich etwas, dass die Zusätze zur normalen Schrift reduziert wurden. Es gibt wesentlich weniger Tintenklekse, durchgestrichene Sätze, Aufgabenlisten oder beigefügte Dokumente wie im ersten Teil. Das gefiel mir dort sehr gut und ich habe dies hier leider etwas vermisst.

Der Charakterfokus liegt natürlich sehr stark auf dem Protagonisten und leider rücken die anderen Überlebenden aus dem ersten Band sehr in den Hintergrund. Dies fand ich schade, da zwischenmenschliche Beziehungen eine Zombieapokalypse in meinen Augen noch schrecklicher und spannender machen, da es dann nicht nur um das eigenen Leben, sondern auch um das geliebter Menschen geht.

Generell kann man sagen, dass dieses Buch weitaus patriotischer und militärischer daherkommt als Band 1. Gerade im ersten Viertel des Buches ist dies sehr stark ausgeprägt und nervte mich zusehends. Stellte die erste Geschichte dieser Reihe noch einen Überlebenskampf einer Person mit militärischem Hintergrund dar, so verkam der Anfang des Buches zu einem Soldatenbericht. Bourne scheint dies aber selbst gemerkt zu haben, da er seine Geschichte dann durch einen plötzlichen Unfall in eine ganz andere Richtung lenkt und wir wieder einen einsamen Überlebenskämpfer haben, der sich durch eine immer schlimmer werdende verseuchte Welt kämpfen muss. Dies gefiel mir dann wieder richtig gut.
Zum Ende des Buches hin nahm die Story dann eine Wendung, die man mögen muss. Es wird auf den Ursprung der Zombieseuche hingewiesen und Bourne kommt hier mit einer eher untypischen Erklärung daher. Ich möchte hier nun nicht zuviel verraten, aber man sollte SciFi schon mögen. Ich kann daher verstehen, dass manche Leser vom Ende dieses Bandes enttäuscht waren. Mich persönlich störte das nicht, ich bin aber gespannt, wie dies im dritten Band umgesetzt werden soll. Dort scheint uns ein militärischer Zombieslasher mit ein wenig SciFi-Elementen zu erwarten. Ich bin gesannt und werde definitiv weiterlesen.

“Tagebuch der Apokalypse 2” von J.L. Bourne aus dem Heyne-Verlag, 448 Seiten, ISBN-13: 978-3453528192

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Posted 30. Mai 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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