Mai 28

Tiere – Simon Beckett (Buchrezension)

Dies ist mein erster Roman von Simon Beckett und wohl untypisch, da man anscheinend normalerweise mit der David Hunter Reihe beginnt.

In “Tiere” geht es um Nigel, einem etwas zurückgebliebenen jungen Mann, der eine Aushilfstätigkeit in einer öffentlichen Einrichtung ausübt, ansonsten ein eher einsames Leben in dem von seinen Eltern geerbten Pub lebt, welcher schon lange geschlossen ist. Nigel liebt Comics und Zeichentrickfilme, hat aber Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Zudem hat Nigel Tiere, die er in dunklen Verschlägen im Keller hält. Das Problem ist nur, dass diese Tiere eigentlich Menschen sind.

Als ich dieses Buch im Handel entdeckte und mir den Klappentext durchlas war ich sofort begeistert von dieser Idee und musste es kaufen. Ein etwas seltsamer, zurückgebliebener junger Mann begeht schreckliche Verbrechen, empfindet diese jedoch nicht so.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Nigels Sicht geschrieben. Ich mag diese Perspektive nicht sonderlich, konnte mich aber trotzdem schnell mit diesem Schreibstil anfreunden. Da Nigel ein etwas simpler Charakter ist, sind auch die Sätze eher schlicht gehalten und birgen in sich nun keine literarischen Ergüsse der Extraklasse. Der Erzählfluss ist aber gut verständlich und durch seine Einfachheit autentisch. Generell merkt man dem Buch an, dass Simon Beckett ein Schreibtalent besitzt.

Nigel als Charakter wird sehr gut beschrieben. Der Leser taucht in sein Seelenleben ein und erlebt für uns alltägliche Dinge auf eine etwas andere Art und Weise. Durch eingeschobene Erinnerungen Nigels lernen wir auch seine verstorbenen Eltern kennen und verstehen etwas den Grund für Nigels abartiges Verhalten, was seine “Tiere” anbelangt.

Bisher ist dem Buch durchweg nur Positives abzugewinnen, wenn da nicht die Geschichte selbst wäre. Leider dümpelt “Tiere” in der Alltäglichkeit Nigels vor sich hin und birgt wenig Spannung und deutlich mehr Langeweile. Die Idee dieses Buches ist grandios und hätte äußerst spannend, abgedreht und sehr gut umgesetzt werden können, zumal man Beckett einfach anmerkt, dass er die schreiberischen Fähigkeiten hierzu hat. Leider verpasst der Autor diesen Zug aber und hat damit ein von der Idee her gutes Buch in ein durchschnittliches, teilweise recht langweiliges verwandelt, dass lediglich zum Schluss hin etwas Spannung erzeugt.

Apropos Schluss! Natürlich verrate ich an dieser Stelle nicht, wie dieses Buch endet, jedoch empfand ich diesen als sehr unbefriedigend. Ein Satz mehr hätte dies ändern können, aber dieser eine Satz fehlt leider und hinterlässt den Leser unbefriedigt, was sehr schade ist.

“Tiere” von Simon Beckett ist für mich daher ein durchschnittliches, trotz seiner geringen Seitenanzahl teilweise langweiliges Buch, welches Potential vermuten lässt. Ich bin daher auf die David Hunter Reihe gespannt, die ja fast durchweg sehr gute Kritiken bekommen hat.

“Tiere” von Simon Beckett aus dem Rowohlt Verlag, 288 Seiten, ISBN-13: 978-3499249150

Buch bei amazon.de:
Taschenbuch: Tiere
Kindle: Tiere


Copyright © 2014. All rights reserved.

Posted 28. Mai 2013 by Chrissie in category Buchrezension

2 thoughts on “Tiere – Simon Beckett (Buchrezension)

    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Marco,
      die David Hunter Reihe habe ich bisher noch nicht begonnen, auch wenn sie mir immer als grandios beschrieben wurde und ich den ersten Teil daheim habe. “Tiere” hat mich aber schon etwas abgeschreckt. Die Idee ist wirklich toll, nur eben leider nicht ebenso umgesetzt.
      LG Chrissie

      Reply

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.