April 17

Aufbruch: Partials 1 – Dan Wells (Buchrezension)

Kira Walker lebt ihn einer Welt ohne Zukunft. Nach einem verherrenden Krieg ist die Menschheit so gut wie ausgerottet, die wenigen Überlebenden haben sich auf Long Island zusammengefunden und versuchen eine neue Gesellschaft aufzubauen. Problematisch hierbei ist das RM-Virus, welches jedes Neugeborene binnen weniger Tage tötet und so die Zukunft der Menschheit in Frage stellt. Mit zweifelhaften Gesetzen versucht sich der Senat gegen das tödliche Virus zu wehren und spaltet so die Gesellschaft. Kira will dieses Problem lösen und macht sich auf die gefährliche Suche nach einem Heilmittel. Hierbei trifft sie nicht nur auf Feinde in den eigenen Reihen, sondern macht sich auch auf ins Land der verfeindeten Partials, den künstlichen Übermenschen, die den Grund für die Auslöschung des Großteils der Menschheit darstellen.

Dan Wells ist mit durch “Ich bin kein Serienkiller” bekannt, was ich wirklich sehr gut fand und verschlungen habe. Gespannt habe ich daher auf diese neue Dystopie im Jugendbuchbereich des Autors gewartet, da mir diesen Genre schon seit Jahren besonders am Herzen liegt.

Das Buch lässt sich sehr flüssig und einfach lesen, sprachlich gibt es keine Stolpersteine, die den Lesefluss beeinflussen würden. Die Sprache ist – typisch für ein Jugendbuch – recht einfach gehalten und zielt auf Spannung ab, die den Leser am Lesen halten soll. Die Geschichte ist in der dritten Person geschrieben, dreht sich aber hauptsächlich um die Protagonistin Kira Walker.

Kira als Hauptcharakter ist sehr gut beleuchtet, man erfährt viel von ihrem Hintergrund und kann die Beweggründe für ihr Handeln gut nachvollziehen. Für ihre 16 Jahre ist mir ihr Charakter jedoch viel zu reif geschildert, was sich auch auf ihre Freunde projezieren lässt. Selbst in einer Extremsituation, wie sie dieses Buch schildert, bezweifle ich, dass ein 16jähriges Mädchen eine entsprechende Reife und ein entsprechendes Wissen besitzen würde. Wells versucht dies durch alterstypischen Sprachgebrauch zu kompensieren, was ihm jedoch in meinen Augen nicht gelungen ist.
Allgemein sind die Charaktere in diesem Buch sehr klischeehaft geschildert und wirken leider nur selten wirklich realistisch. Die Position, welche eine Person einnimmt, wird durchweg vertieft, andere Charaktereigenschaften, typische Ecken und Kanten fehlen jedoch größtenteils. Da ich solch realistisch geschilderte Charaktere sehr mag hat mich dies schon sehr gestört.

“Aufbruch” erzählt den ersten Teil einer geplanten Trilogie. Die Geschichte beginnt sehr schockierend und setzt sich dann spannend fort. Man muss sich als Leser jedoch auch auf Passagen einstellen, in denen Kira das RM-Virus erforscht. Dies kann für manche Leser unverständlich oder langweilig wirken. Die Forschung an sich siedelt sich zwar in der Zukunft an, erscheint mir aber sehr unrealistisch, zu einfach dargestellt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich all dies wesentlich aufwändiger und schwieriger gestaltet. Zudem stellt sich mir die Frage, warum ein junges Mädchen mühelos Probleme beheben kann, an denen sehr kluge Köpfe bereits über 11 Jahren brüten. Erneut erscheint mir dies als sehr unrealistisch.
Kira erlebt Abenteuer, die sie auch ins Land der Partials führen und die sich durchweg spannend fortsetzen. Besonders überraschende Wendungen gab es nicht, jedoch war der Storyverlauf auch nicht vorhersehbar.

“Aufbruch: Partials 1” von Dan Wells ist eine spannende Jugenddystopie mit einem interessanten Thema, die einige Schwächen hat. Trotzdem freue ich mich auf die Fortsetzung der Geschichte, die an sich sehr viel Potential bietet.

“Aufbruch: Partials 1” von Dan Wells aus dem ivi-Verlag, 512 Seiten, ISBN-13: 978-3492702775

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Posted 17. April 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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