April 10

Return Man – V.M. Zito (Buchrezension)

Ich und Zombiebücher – ein Kapitel für sich. Per se werde ich von diesem Thema schon mal stark angesprochen und habe auch schon eine ziemliche Bandbreite aus diesem Genre gelesen und in meinem Regal stehen. Von genial bis absoluter Müll war alles dabei und als der Heyne Verlag nun “Return Man” herausbrachte, musste ich dieses Buch einfach lesen.

Henry Marco ist der Zombiekiller, jedenfalls wird er so in den sogenannten Sicheren Staaten genannt. Vor sechs Jahren hat ein bisher unbekannter Verursacher von Kalifornien ausgehend Millionen von Menschen in hungrige Untote verwandelt und die Vereinigten Staaten von Amerika sahen als einzigen Ausweg die komplette Abriegelung dieser verseuchten Gebiete. Mitten durch Amerika läuft nun eine feste Grenze, die das Land der Untoten vor dem Rest der Welt abschirmt. Die Menschen können ihr gewohntes Leben fortführen – wenn da nicht die untoten Verwandten im Westen wären. Erträgt man den Gedanken nicht, dass Papa irgendwo dahinschlurft, so wendet man sich an Marco. Er ist der einzige Bewohner des verseuchten Westens, der noch einen Herzschlag hat und kümmert sich um diese Familienangelegenheiten. Doch diese Isolation ist nur teilweise freiwillig, denn mittlerweile ist ihm der Eintritt in die sicheren Staaten verwehrt. Eines Tages bekommt er einen Auftrag, der gewaltig, gefährlich und undurchsichtig ist, doch er kann nicht ablehnen und so macht er sich auf gen Westen um dem Ursprung dieser Seuche zu begegnen.

Dieser Roman ist tatsächlich Dystopie und Endzeitszenario in einem. Im verseuchten Westen der USA herrscht apokalyptische Anarchie, man kämpft um sein Überleben oder stirbt. Die Sicheren Staaten sind hingegen überfüllt mit Überlebenden, die sich nun mit den Themen hohe Arbeitslosigkeit und Lebensmittelknappheit in einem fragwürdigen System auseinandersetzen müssen. Man kommt als Leser stark ins Grübeln für welches Übel man sich selbst entscheiden würde, müsste man in dieser Welt leben. Zudem wird nicht nur die Situation der USA beleuchtet, sondern auch einen Blick auf den Rest der Welt geworfen und dies hat mich absolut begeistert.
“Return Man” erzählt Henry Marcos Geschichte in dieser Welt und diese ist sehr rasant, spannend, voller stinkender, schlurfender Wanderer mit großem Hunger und anderen Gefahren. Der Leser kann kaum zu Atem kommen, so hoch ist das Tempo des Buches, so viele Gefahren hat der Protagonist zu meistern und so ziemlich jedes Zombieherz muss einfach höher schlagen bei dieser Erzählung.
Doch stellt “Return Man” nicht nur eine Splatterorgie mit dystopischem Hintergrund dar, sondern bietet auch noch eine tolle, wenn auch nicht immer überraschende Geschichte. Stück für Stück lernt man Marco näher kennen und damit auch seine Gründe für die gewählte Isolation. Ich habe diesen Charakter schnell lieb gewonnen und mit ihm zusammen dieses furiose Abenteuer bestritten. Marco hat Fehler, ist kein Superheld, gibt trotzdem sein Bestes um irgendwie zu überleben, sei der Weg dorthin manchmal auch noch so eklig. Auch wenn ich die meisten Gründe für sein Handeln bereits vorher erahnt habe, hat es mir trotzdem sehr gefallen ihn auf seinem Weg zu begleiten.

Was mir an diesem Buch aber besonders gut gefallen hat ist die Tatsache, dass Zito hier keine Welt aus einer unscharfen Masse von wandelnden Monstern erstellt hat. Ganz im Gegenteil, die Zombies in dieser Geschichte bekommen ein Gesicht, einen Hintergrund und dies lässt die gesamte Szenerie noch schlimmer erscheinen. All die Untoten waren schließlich mal Menschen mit Familien, Hobbies, Freunden und Lebensinhalten. Selbst wenn Henry Marco in eine riesige Meute gerät schafft es Zito trotzdem den Zombies ein Gesicht zu verleihen und dies hat mir sehr imponiert.
Gerne sehe ich deswegen darüber hinweg, dass manche Situationen doch etwas sehr spektakulär und gefährlich waren und ich mir nicht vorstellen kann, dass ein normaler Mensch aus solchen Begebenheiten unbeschadet entfliehen kann. Die Logik im Kampf war eben teilweise etwas schöngeredet.

“Return Man” von V.M. Zito kann ich jedem Fan des Zombiegenres nur wärmstens empfehlen, zudem denke ich auch, dass es ein gutes Einsteigerbuch in die Welt der hungrigen Toten darstellt, da der Leser hier mit einer schönen Geschichte neben dem Gesplatter belohnt wird. Das Buch hat kleinere Schwächen, die aber kaum ins Gewicht fallen und ich habe es sehr gerne gelesen.

“Return Man” von V.M. Zito aus dem Heyne Verlag, 544 Seiten, ISBN-13: 978-3453313972

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Posted 10. April 2013 by Chrissie in category Buchrezension

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