Januar 13

Die Verborgenen – Scott Sigler (Buchrezension)

Das Grauen geht um in San Fransisco. Grausame Morde versetzen die Stadt in Angst und Schrecken, die Opfer sind brutal und unmenschlich zugerichtet worden und an jedem Tatort befinden sich seltsame Symbole, die sofort von der Obrigkeit unter Verschluss gestellt werden. Die Detectives Bryan Clauser und Pookie Chang wundern sich über dieses Verhalten und warum nicht angestrengter nach den Mördern gesucht wird. Sie ermitteln auf eigene Faust. Bald schon merken sie, dass sie einer ganz großen Sache auf der Spur sind – denn die Täter sind außergewöhnlich. Zudem beginnt Clauser sich seltsam zu benehmen und hat erschreckende Träume.

Ich habe bisher alle ins Deutsche übersetzte Romane von Scott Sigler gelesen und so war auch dieses Buch ein Muss für mich. Erneut bietet Sigler eine rasante, etwas durchgeknallte Geschichte, die sich dieses Mal jedoch fernab von Außerirdischen und deren Technik abspielt. Natürlich geht es auch in diesem Buch wieder um mythische Dinge und nichtmenschliche Aktivitäten, aber es ist anders als bisher von Sigler geliefert. “Die Verborgenen” ist anstelle eines SciFi-Action-Thrillers eher ein Horror-Bullen-Action-Thriller, der auf keiner einzigen Seite dieses Wälzers langweilig ist. Das Buch ist schnell, unterhaltsam, durchgeknallt und teilweise wirklich harter Tobak.

Die Charakterdarstellung ist hervorragend. So verschieden die einzelnen Handlungspersonen auch sind, jede ist liebevoll ausgearbeitet worden, man schließt sie ins Herz (oder auch nicht) und fühlt sich fast sofort an der Seite dieser Menschen und nicht mehr als Zuschauer. Es ist deswegen umso schrecklicker, dass man sich bei keiner einzigen Person sicher sein kann, ob sie dieses Buch überlebt und wie sie eventuell zugrunde geht – dies erzeugt neben der eigentlichen, spannenden Geschichte natürlich noch mehr Spannung.
Lediglich den Charakter des Erlösers hätte ich mich mehr ausgebaut gewünscht. Ich finde diese Person und deren Hintergründe sehr interessant und spannend und war daher etwas enttäuscht, das ausgerechnet dieser Charakter nicht für mich zufriedenstellend beleuchtet wurde und ich mit Fragen zu dieser Person zurückgelassen wurde.

In einigen anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass es teilweise als störend empfunden wurde, dass Sigler seine Szenen sehr detailliert beschreibt. Mich hat dies jedoch nicht weiter gestört, es sollte jedoch erwähnt werden.

Für Scott Sigler Fans ist dieses Buch definitiv ein Muss, aber auch für alle anderen Leser, die gerne Action, Thrill und Horror in einer Polizistengeschichte vermengt lesen möchten und starke Nerven besitzen – denn dieses Buch ist defintiv nichts für zarte Gemüter.

4 von 5 Sterne.

“Die Verborgenen” von Scott Sigler aus dem Heyne Verlag, 896 Seiten, ISBN-13: 978-3453437043

Buch bei amazon.de:
Taschenbuch: Die Verborgenen: Thriller
Kindle: Die Verborgenen: Thriller


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Posted 13. Januar 2013 by Chrissie in category Buchrezension

3 thoughts on “Die Verborgenen – Scott Sigler (Buchrezension)

  1. Marcel

    Hi,

    ich stimme deiner Kritik komplett zu. Das Buch ist einfach nur cool. Figuren wie Pookie braucht das Land und Szenen wie die mit Chief Zou, ihrem Mann und den Kindern (du weißt ja, die mit dem Hund) sind allein schon richtig richtig gut.

    Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war die Änderung beim Verhältnis zwischen Brian und seinem Vater Mike. Das hatte ich Scott auch per Twitter mitgeteilt.

    [Spoiler] Auch wenn Mike nicht der echte Vater ist, hat er Brian bedingungslos geliebt und auch Brian hatte ja bis zu dem Zeitpunkt nur positive Gedanken gegenüber seiner Eltern.

    In meinem Blog habe ich mir übrigens ne Liste derjenigen Schauspieler zusammen gebaut, die in einem Film/oder Serie Nocturnal mitspielen sollten 🙂

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    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Marcel,
      die Szene mit Chief Zou und ihrer Familie fand ich wirklich schlimm, sehr packend und gut geschrieben und einfach heftig. Generell gibt es in diesem Buch ja einige dieser Szenen. Ich mag sowas, da ich oft bei Büchern finde, dass diese beschönigt geschrieben werden um eben zarte Gemüter nicht zu sehr zu belasten.
      Ich habe mir das veränderte Verhältnis zwischen Brian und seinem Vater mit der Veränderung in Brian erklärt, der ja auch nicht mehr der alte war (ich will hier ja nun nicht zuviel verraten. 🙂 ). Hatte Sigler dir geantwortet?
      Ich schaue mir gleich mal die Liste auf deinem Blog an, bin schon sehr gespannt. 🙂
      LG Chrissie

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