November 25

Ausgelöscht – Cody Mcfadyen (Buchrezension)

Inhalt:
Der vierte Fall von Smoky Barrett, an dem die Leser von Cody Mcfadyen teilhaben dürfen. Dieses Mal geht es wieder um Gewalt, die Abgründe der menschlichen Seele und um das Verlernen des Menschseins. Ein Serientäter, der schon seit Jahren Frauen entführt, jahrelang gefangen hält und dann meistens spurlos verschwinden lässt, schmeißt Smoky ein Opfer quasi direkt vor die Füße und sie und ihr Team versuchen nun die Identität des Täters herauszufinden. Bald schon stoßen sie auf eine weitere Praktik, die er an seinen Opfern anwendet – die Lobotomie.

Eigentlich wollte ich diesen Fall von Barrett nicht mehr lesen, da mich die Vorgänger (bis auf den ersten Teil, der noch ganz OK war) nicht begeistern konnten. Das Buch war aber schon da, also habe ich es auch gelesen.
Wieder das gleiche Schema: Ein Fall, der aus einem Nachschlagewerk für möglichst grausame, brutale und menschenverachtende Verbrechen zu kommen scheint wird Smoky quasi vor die Füße geschmissen. Ein großer Teil der ersten Hälfte des Buches hält sich wieder mit der Nacherzählung der vorangegangenen Bände auf, egal ob dies nun wichtig für die Geschichte ist oder nicht.
Smoky bekommt also wieder einen spektakulären Fall, der ihr vom Täter direkt aufgedrängt wird. Wie kommen die nur immer an eigentlich geheime Dienstnummern etc.? Und es gibt ja auch sonst niemanden außer Barrett beim FBI…
Die Charaktere sind mal wieder sehr oberflächlich und klischeehaft geschildert. Alle guten Menschen sind wunderschön, entspringen Modezeitschriften und dem Olymp, da sie auch alle fast übernatürliche Fähigkeiten besitzen. Über das Privatleben von Smoky kann man fast auch nur noch schmunzeln, täglich 20mal Sex, 20 Stunden Arbeit am Stück, 10 Stunden Schlaf (und Sex) hinterher und dann noch unsichtbare Geister, die den eigentlichen normalen Alltag absolvieren. Realitätssinn gleich null.
Versucht Mcfadyen dann einen inneren wunden Punkt der Charaktere zu beleuchten ist auch dies wieder nur oberflächlich, wenig raffiniert und durchdacht und teilweise unlogisch.

Wenn man als Leser die Nacherzählung der Vorgeschichte überlebt hat, dann bekommt man eine durchweg gut lesbare Geschichte, die aber auch teilweise unlogisch und wenig raffiniert ist. Geraten Smoky und ihr Team in eine Sackgasse, so haben sie entweder unbegründete Ahnungen (die sich NATÜRLICH bewahrheiten) oder es passiert plötzlich etwas total Unlogisches (was NATÜRLICH auch immer Smoky direkt betrifft). Und wenn Smoky gegen Ende des Buches Eier in den Eierstöcken gehabt hätte, so wäre wenigstens das Ende gut und menschlich gewesen. Aber na ja…

Man merkt also, ich bin immer weniger angetan von Smoky Barrett, dem Schreibstil von Cody Mcfadyen und dieser ganzen Sache, so dass dies definitiv mein letztes Buch dieses Autors sein wird. Ich weiß, vielen gefällt all dies, aber ich werde damit einfach nicht warm. Daher gibt es von mir diesmal nur noch 2 von 5 Sternen.

“Ausgelöscht” von Cody Mcfadyen aus dem Bastei Lübbe Verlag, 464 Seiten, ISBN: 978-3404165810

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Taschenbuch: Ausgelöscht: Thriller: Smoky Barretts 4. Fall
Gebunden: Ausgelöscht: Thriller
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Posted 25. November 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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