November 25

Verfault: Unappetitliche Geschichten – Sean Beckz (Buchrezension)

Dieses kleine ebook beinhaltet 5 kleine Kurzgeschichten auf knapp 70 Seiten, ist also eher ein kleiner Lesestoff für zwischendurch. Leider ist die Formatierung des Textes auf meinem Kindle etwas seltsam, da die Absätze teilweise riesig sind und man den Text so scheinbar noch etwas gestreckt hat. Die 5 Kurzgeschichten heißen: Gartenarbeit, Der Schacht, Die Wette, Der Tätowierer und Das Ende. Vorher habe ich noch keine weiteren Bücher von Sean Beckz gelesen. Sein Schreibstil ist für mich nicht wirklich toll, aber auch nicht grausig.

Zu “Gartenarbeit”:
Ein scheinbar schon seit längerem psychisch auffallender Nachbar beschuldigt die neu zugezogenen Bewohner des Nebenhauses, seine Goldfische direkt aus seinem Teich geklaut, gerillt und verspeist zu haben und rächt sich dann ziemlich drastisch dafür.

Die Geschichte ist ganz nett, nicht mehr und nicht weniger. Sie wird aus der Sicht des sonderbaren Nachbarns geschildert, der augenscheinlich neben akuter Paranoia noch andere Probleme hat und seine unschuldigen Nachbarn für etwas bestraft, was diese gar nicht verbrochen haben. Das zu Lesende ist so wirr wie der Protagonist und es kommt nicht wirklich Spannung oder Grauen auf.

Zu “Der Schacht”:
Sehr kurz, nicht mehr als zwei Seiten lang, handelt diese Geschichte vom Suizid des Protagonisten, von Depression und beendetem Lebenswillen. Wie gesagt leider sehr kurz, als aufgeschriebene Gedanken aber ganz gut.

Zu “Die Wette”:
Yanis wettet mit seinen Freunden, wenn der Verein Paris Saint German verliert, verbringt er eine Nacht in den Katakomben dieser Stadt. Natürlich verliert der Verein und nun geht es um die Wetteinlösung, die etwas mit sich bringt, man Yanis so nicht erwartet hätte.

Diese Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Sie war spannend und bot eine interessante Story, die dann aber leider sehr offen und viel zu schnell abgehandelt wurde. Ich könnte mir hier aber sehr gut vorstellen, dass man aus dieser Idee einen schönen Roman fertigen könnte. Und hier gab es dann auch endlich mal unappetitliche Stellen.

Zu “Der Tätowierer”:
Ein Bürohengst tätowiert in seiner Freizeit sehr gerne – und dies auf der Haut einer weiblichen Geisel, die er in seinem dunklen, kalten und nassen Keller nackt gefangen hält.

Verstörend in ihrer Idee ist diese Geschichte leider nur wieder Durchschnitt. Das Gruselige daran ist die Vorstellung, dass so etwas tatsächlich irgendwo auf diesem Planeten stattfinden könnte.

Zu “Das Ende”:
Ein Wissenschaftler schwingt sich zum Retter der Erde auf und erkennt das Unheil: den Menschen. Er lässt die Menschheit unfruchtbar werden und so ist die Menschheit 2070 ihrem Untergang geweiht.

Interessante Idee aus der Sicht des inhaftierten Wissenschaftlers geschrieben, der seinem eigenen Ende gelassen entgegensieht weil er weiß, bald wird die Menschheit Geschichte sein und der Planet kann sich erholen. Auch hier könnte ich mir eine Ausarbeitung zu einem dystopischen Roman gut vorstellen.

Alles in allem ein kurzweiliger Lesestoff, der zwar interessante Ideen bietet, mich aber nur durchschnittlich begeistern konnte. Das Niedergeschriebene hier regt mich jedenfalls nicht an weitere Bücher von Beckz zu lesen. Von daher möchte ich 2,5 Sterne geben, aufgerundet dann 3.

“Verfault – Unappetitliche Geschichten” von Sean Beckz aus dem Schmidt-Verlag, 65 Seiten in der Printausgabe, ASIN B009MMBYXO

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Kindle: Verfault – Unappetitliche Geschichten (Horror- und Thriller-Kurzgeschichten)
Taschenbuch: Verfault: Unappetitliche Geschichten


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Posted 25. November 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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