Oktober 28

White Horse – Alex Adams (Buchrezension)

Eine Seuche mit dem Namen “White Horse” hat nahezu 90% der Weltbevölkerung dahingerafft, die Überlebenden spalten sich in zwei Gruppen: Den Immunen und den Mutierten. In dieser Welt versucht die schwangere Zoe auf einer Reise um die halbe Welt einen sicheren Hafen für ihr ungeborenes Kind zu finden. Auf dieser Reise begegnen ihr nicht nur schreckliche Mutationen, sondern auch normale Menschen, die aufgrund der neuen Situation ihre Menschlichkeit über Bord geworfen haben.

Dieser Endzeitroman und gleichzeitig das Debüt von Alex Adams soll den Auftakt einer Trilogie darstellen, welche in dieser grausamen neuen Welt spielt. Das Buch wird in zwei Zeitebenen aus der Ich-Perspektive von Zoe erzählt, dem Damals und dem Jetzt, also der Zeit vor Ausbruch der Seuche und jener Zeit, in welcher die schwangere Zoe durch die Welt marschiert. Ich persönlich bin kein Fan der Ich-Perspektive, da diese meiner Meinung nach so gut wie jede Geschichte stark vereinfacht und salopper erscheinen lässt. Eine Atmosphäre baut sich wesentlich schwerer auf, was auch hier der Fall war. Zudem braucht man durch das abwechselnde Erzählen im Damals und im Jetzt circa die Hälfte des Buches, bis man als Leser einigermaßen befriedigt mit der Geschichte zurechtkommt.

Auch geschehen wenig spannende Ereignisse in diesem Buch und die erwähnten Mutanten spielen eine eher nebensächliche Rolle. Vielmehr konzentriert sich das Buch auf Zoes Innenleben, was teilweise so wiederholend geschildert wurde, das es doch einige Längen in diesem Buch gibt. Es gibt aber auch ein paar spannende Momente, die dann kurzweilig sehr viel Lesespaß bringen.

Die Charaktere des Buches sind meistens eher unsympathisch bzw. unrealistisch in ihren Handlungen. Lediglich Zoes Therapeut aus dem Damals wird gut dargestellt und ihre erste Begleitung im Jetzt, wenn auch etwas nervig. Gerade in Bezug auf Zoes Schwangerschaft muss man auch erwähnen, dass diese sehr unwahrscheinlich dargestellt wurde. Bei all den Dingen, die Zoe erlebt und ihr Körper aushalten muss, wäre die Schwangerschaft defintiv nicht beendet worden und das Kind gestorben.

Die zweite Hälfte des Buches war dann besser, spannender und atmospärischer und gipfelt in einem finalen Kampf, der durchaus gut beschrieben wurde. Das Ende, was jedoch darauf folgt ist einfach nur viel zu kurz, schlecht und überaus kitschig.

Alles in allem war “White Horse” für mich ein nettes Leseabenteuer, bei dem ich mich aber an einigen Dingen doch sehr gestört habe. Ich frage mich jedoch, warum es hier noch zwei Fortsetzungen geben soll, da dieses Buch für mich in sich abgeschlossen ist. Zudem sei erwähnt, dass es sich hier nicht um eine Dystopie handelt, wie andernorts so oft geschildert, sondern eben um einen Endzeitroman.

Empfehlen würde ich dieses Buch bedingt allen, die gerne in eine düstere Atmosphäre abtauchen, mit der Ich-Perspektive keine Probleme haben und kein allzu spannendes Endzeitabenteuer erwarten. Von mir daher 3  von 5 Sternen.

Verlag: Piper
Seiten: 448
ISBN-10: 349270252X
ISBN-13: 978-3492702522

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Gebunden: White Horse: Roman
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Posted 28. Oktober 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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