September 8

Das Böse in uns – Cody McFadyen (Buchrezension)

Smoky Barrett die Dritte.

Smoky und ihr Team werden abseits ihres eigentlichen Zuständigkeitsbereiches zu einem Mordfall mit brisantem Hintergrund gerufen. Die Tochter eines zukünftigen Präsidentschaftskandidaten wurde unbemerkt auf einem Flug ermordet, in ihrem Körper fand man ein silbernes Kreuz mit der Nummer 143. Das besonders brisante an der Sache ist, dass Lisa transsexuell ist und als Dexter geboren wurde. All dies muss unter größter Geheimhaltung behandelt werden. Bald schon wird der nächste Mord im Raum Los Angeles entdeckt und schon bald ist klar, die Nummer auf dem silbernen Kreuz steht für die Zahl der Opfer, die der Serienkiller schon getötet hat. Dieser macht sich nun selbst im Internet bekannt, ruft Smoky und ihr Team zur Jagd auf und drängt zur Eile – das nächste Opfer soll ein Kind sein.

Der Inhalt hört sich erst einmal ungeheuer spannend an. Das Buch beginnt quasi mit der Untersuchung der Leiche von Lisa Reid, dem 143. Todesopfers. Da dies alles politisch höchst brisant ist, wird auch viel von Geheimhaltung gesprochen etc. Doch schon bald verläuft diese spannende Idee etwas im Sand. Etwa die erste Hälfte des Buches besteht fast ausschließlich aus der Nacherzählung der ersten beiden Bände rund um Smoky Barrett, die eigentliche Handlung ist eher Nebensache. Dadurch war es für mich doch recht mühsam eine Spannung aufzubauen und zu halten, die mich beim Lesen bleiben lässt. Die zweite Hälfte des Buches dreht sich dann fast ausschließlich um diesen Fall, wobei man hier kaum von Ermittlungsarbeit sprechen kann, da der Täter sich quasi selbst aufdeckt. Wie Smoky und ihr Team schaut man dem Täter in seinen Internetpräsentationen eigentlich nur zu und besucht hier und da einen Tatort. Es fiel mir so sehr schwer emotional in die Geschichte abzutauchen.

Zudem stört mich erneut an der Geschichte rund um Smoky Barrett, dass die Charaktere zu sehr nach schwarz und weiß sortiert werden, grundsätzlich hochbegabt, fast übernatürlich und wunderschön auftreten und etwaige Fehler sehr konstruiert, erzwungen und klischeehaft sind. Die Protagonisten wirken einfach nicht echt, sondern stehen eher als künstliche Figuren im Raum, mit denen man sich nicht identifizieren kann. Ich wünsche mir von McFadyen, dass er sich hier endlich weiterentwickelt und seinen Charakteren wirkliche Tiefe gibt und diese nicht als oberflächliche Barbiepuppen mit Pseudofehlern auftreten lässt. Allein James gefällt mir hier aus Smokys Team einigermaßen.

Die Handlung ist in DAS BÖSE IN UNS ungewohnt unblutig für McFadyen und wenn man von den Schwächen des Buches absieht auch recht spannend. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und flüssig zu lesen. Die Idee der Geschichte ist sehr gut, hätte man aber spannender umsetzen können.

Für mich ist dies ein klares 3-Sterne-Buch, eine Lektüre die man einmal gut lesen kann, die aber auch nicht beeindruckt oder dauerhaft in das eigene Regal wandert. Eben ganz nett.

Buch bei amazon.de: Das Böse in uns


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Posted 8. September 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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