September 7

Verseucht – Tim Curran (Buchrezension)

Ein atomarer Generalschlag dezimiert die Weltbevölkerung drastisch, die Überlebenden haben mit den Folgen zu kämpfen. Rick Nash befindet sich mittendrin, seine Frau stirbt in seinen Armen und er weiß anfangs weder ein noch aus. Bis er schließlich dem Schattengebilde begegnet und damit eine Reise gen Westen beginnt, die grausam, unmenschlich und mit viel Tod gepflastert ist.

VERSEUCHT ist ein drastischer, kompromissloser Endzeitroman mit viel Ekel und noch viel mehr Skurrilität. Mit Logik darf man dem Roman nicht begegnen, wenn man Curran auch zusprechen muss, dass er sich bei gewissen Abläufen informiert zu haben scheint. Nash begegnet auf seiner wilden Reise vielen aberwitzigen Kreaturen, Mutationen und Menschen, die vollkommen ausgetickt zu sein scheinen. Die einzig normalen Menschen (wobei normal hier auch Ansichtssache ist) schließen sich Nash an, was aber kaum jemanden auf lange Sicht hin gut tut. Ein Endzeitgebilde, dass seinem Namen alle Ehre macht.

Leider versteht es Curran nicht wirklich emotionale Tiefe bei seinen Charakteren zu erzeugen. Er versucht dies zwar einige Male mit Nash, jedoch scheitert dies meistens und wirkt eher hölzern und gewollt. Das finde ich schade, da ein wirklich guter Endzeitroman für mich eben auch die emotionale Lage der Protagonisten betrifft, die mit dieser komplett neuen, negativen Lebensweise umzugehen lernen müssen bzw. daran zerbrechen.

Mit VERSEUCHT bekommt der Leser daher eine actionreiche, grausame und oft sehr eklige Geschichte serviert, die mit seltsam mutierten Wesen, durchgeknallten Typen und einer Prise Sexismus gewürzt ist, bei der man aber keine Tiefe erwarten darf. Das Ganze endet in einem Schluss, welcher Drastischer und Skurriler nicht sein könnte. Das letzte Kapitel fand ich fast genial, jedoch hätte ich die letzten beiden Wörter gestrichen. Wer dies verstehen möchte, muss das Buch lesen. 🙂

“Glatte” 3 1/2 Sterne, aufgerundet 4.

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Posted 7. September 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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