August 26

Teufelskind – Natsuo Kirino (Buchrezension)

Aiko ist in einem Bordell aufgewachsen, später dann in einem Kinderheim. Aiko hatte nie eine Mutter, nie einen Vater, nie jemanden, der sie getröstet, der sie in die Arme geschlossen, der sie geliebt hat. Im Gegenteil, Aiko ist oft schlechter als ein Tier behandelt worden und so formte sich ihr Charakter zum Bösen hin und eines Tages beschloss sie, sich an jedem zu Rächen, der ihr Schlechtes getan hat und sich einfach alles zu nehmen, was sie möchte – ohne Konsequenzen.

Das Buch hat einen sehr kühlen, dennoch sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Es fiel mir aufgrund dessen schwer eine Beziehung zu den oft sehr skurrilen Charakteren aufzubauen. Zudem haben wir in diesem sehr dünnen Buch eine Charakterfülle, die einem eine Verbindung nach meiner Meinung erneut erschwert.
Der Hauptcharakter Aiko ist schlichtweg böse. Sie nimmt sich, was sie will, nimmt Leben, wie sie denkt und rächt sich für jede Kleinigkeit. Generell fasst Aiko Dinge sehr schnell negativ auf. Ohne Gewissensbisse wird hier also geraubt, gemordet und entführt.

Mir hat bei TEUFELSKIND irgendwo der rote Faden in der Geschichte gefehlt. Lange Zeit habe ich dem Geschehen beigewohnt und mich dennoch immer gefragt, wohin das Ganze führen soll, wie das Ende aussehen soll. Als sich dieser Faden dann endlich für mich finden ließ, war das Buch auch schon so gut wie vorbei.

Dennoch fand ich die Geschichte interessant, gut geschrieben und auf jeden Fall sehr gesellschaftskritisch anzusehen. Daher gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

Buch bei amazon.de: Teufelskind: Roman


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Posted 26. August 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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