Juli 11

Das Skript – Arno Strobel (Buchrezension)

Ein Roman auf Menschenhaut geschrieben sorgt in Hamburg für Angst und Schrecken. Jeden Tag werden neue Seiten des Romans verschickt und schon bald tauchen die ersten Opfer auf, grausam gehäutet und zugerichtet. All dies scheint aus einem Buch des Autors Christoph Jahn zu kommen, dass vor einigen Jahren erschien. Wer kopiert diese grausamen Ideen Jahns und können die entführten Frauen, auf deren Haut der bizarre Roman geschrieben wird, noch gerettet werden? Die Kommissare Stohrmann und Matthiessen machen sich auf die Jagd nach dem Gewalttäter und Mörder.

Das Buch beginnt spannend. Im Prolog schildert die entführte Verlagstochter Kleenkamp ihr Marthyrium, bevor die Geschichte dann kurz bei Nina Hartmann halt macht, welche als erste Teile des bizarren Romans auf Menschenhaut zugestellt bekommt, bevor wir dann mit den beiden Hauptfiguren Stohrmann und Matthiessen bekannt gemacht werden. Immer wieder gibt es kurze Zwischenkapitel aus der Sicht des Opfers Kleenkamp, was dem Buch zusätzlich Spannung verleiht.
Die Geschichte an sich ist spannend in einem leicht verständlichen Schreibstil erzählt und als Leser ahnt man zwar schnell, dass einige Figuren Dreck am Stecken haben, durchschauen kann man das Spiel jedoch nicht. Strobel versteht es hier gut den Leser rätselnd zu belassen. Die beiden Hauptfiguren Stohrmann und Matthiessen sind konträre Charaktere, die sich zu Beginn eher weniger ausstehen können, dann aber lernen müssen miteinander auszukommen, so dass dieser Fall gelöst werden kann. Ich empfand die Charakterbeschreibung teilweise etwas zu klischeehaft, trotzdem konsequent und durchdacht, so dass man als Leser schnell eine Beziehung zur Figur aufbauen kann. Zudem störte mich am Buch die manchmal sehr ausgeprägt geschilderte Polizeiarbeit, hier hätte ich mir ein paar weitere Spannungsspitzen gewünscht. Zwar erscheint mir die dargestellte Ermittlungsarbeit als realistisch, aber als Leser möchte man ja eher weniger den manchmal ermüdent eintönigen Polizeialltag als eben eine spannende Lektüre vorgesetzt bekommen.

Alles in allem ein guter deutscher Krimi mit Thrilleraspekten (einen Psychothriller würde ich das Buch aber nicht schimpfen, auch wenn es so angepriesen wird). Da dies mein erster Roman von Strobel ist, kann ich nun keine Vergleiche ziehen, aber Luft nach oben gibt es hier leider doch. Von daher “nur” 4 von 5 Sternen, da das Buch gut unterhält und spannend geschrieben ist, aber auch kleinere Schwächen aufweist.

Buch bei amazon.de: Das Skript


Copyright © 2014. All rights reserved.

Posted 11. Juli 2012 by Chrissie in category Buchrezension

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.