Juli 20

Bleed: Ausgeblutet – Ed Kurtz

Klappentext:

Als Walt Blackmore in ein altes Haus am Rande einer kleinen Stadt einzieht, scheint es für ihn wirklich aufwärts zu gehen. Sein Schicksal verändert sich jedoch unwiderruflich, als ein dunkelroter Fleck an der Decke erscheint, der schließlich Stück für Stück zu einer Kreatur heranwächst. Während Walt zunächst daran interessiert ist, deren Wohlbefinden zu fördern und anfangs streunende Tiere an das Ding verfüttert, reicht dies nur kurz. Allmählich wird es wieder menschlich, und um das zu erreichen, sind menschliches Blut und Fleisch erforderlich. Kaum hat Walt die Grenze zwischen Neugier und Mord überschritten, gibt es keinen Weg zurück.

»Seite um atemberaubende Seite macht es Ed Kurtz richtig. Für mich war dieses Buch ein Schwelgen in Erinnerungen, seine leuchtende Prosa und unaufhaltsame Spannung versetzten mich zurück in die großen Kleinstadt-Horror-Romane der 70er und 80er Jahre. Ich hätte nicht gedacht, dass diese so noch gemacht werden, aber Gott sei Dank, ich habe mich geirrt. Denn mit BLEED hat Kurtz nicht nur eine intensive, beängstigend Geschichte geschrieben, sondern auch eine zeitlose.« – Joe McKinney, Autor von Apokalypse des Toten und Fleisch-Esser

Meine Meinung zum Buch:

Ich bin selten ein Fan der immer populärer werdenden neumodischen Horrorromane, die sich mit Gore- und Splatterelementen überhäufen, den Porno nicht außen vor lassen und dabei in meinen Augen vergessen, worauf es in einer wirklich guten Geschichte aus jedem Genrebereich ankommt: Auf die Geschichte selbst und auf die Charaktere, die in ihr Leben. Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass Ed Kurtz mit “Bleed” genau dies zu erzählen suchte: eine gute Horrorgeschichte.

Was gibt es Schöneres als ein Buch, welches den Leser bereits mit den ersten paar Seiten einfängt und begeistern kann? Nach genau solchen Büchern suchen Leseverrückte doch und mich als Fan des Horrorgenres freut es daher immer sehr, wenn ich auf ein Exemplar treffe, wo ich bereits nach wenigen Zeilen oder Seiten gefesselt bin und sich die Gänsehaut den Arm hinauf bewegt, bevor die eiskalte unsichtbare Hand des Grusels in den Nacken greift.
In “Bleed” passierte genau dies. Der nicht so betitelte Prolog packte mich vollends und konnte mich sehr begeistern. Ich war hin und weg und klebte an den Zeilen fest und sog diese in mich auf. Leider muss man sagen, dass Kurtz dieses Glanzstück vor allem in den ersten Seiten des Buches schafft und dann in der eigentlich zu erzählenden Geschichte an diesen Punkt nicht vollständig anknüpfen kann. Die Story bleibt zwar weiterhin interessant und spannend und wird auch gut erzählt, jedoch verfliegt der Zauber des Beginns und konnte von dem Autor auch nicht wieder eingefangen werden. An diese dargestellte Atmosphäre sollte der Autor definitv in weiteren Werken arbeiten und sie wieder auferleben lassen. Er kann sie schildern, muss dies nur durchgehend bewerktstelligen.

Wie der Klappentext bereits verrät handelt es sich hier nicht um ein Haunted-Haus, sondern um ein Monster, dass aus den Wänden wächst und unstillbaren Hunger verspürt. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Hintergründe erklärt, das Warum, Wieso, Weshalb geschildert, jedoch befriedigte mich diese Erklärung nur mittelmäßig. Ohne auf den Inhalt eingehen zu wollen, da ich diesen niemandem vorweg nehmen möchte, muss ich leider sagen, dass mir die Logik des Ganzen nicht ganz aufgehen wollte. Warum entsteht genau dieses Monster und warum nicht ein anderes, das viel offensichtlicher und logischer gewesen wäre? Wirklich erschlossen hat sich dies mir nicht, jedoch wird auch im Buch erwähnt, dass man das Warum nicht wisse, es ist eben so.

Walt Blackmore als Protagonist ist zu Beginn ein etwas verschrobener, aber durchaus liebenswürdiger Büchernarr und angehender Lehrer, der mit großen Plänen und Träumen für die Zukunft aufwartet. Als das Monster dann auftritt nimmt sein Charakter einen Wandel an, den ich unzureichend dargestellt fand. Das Thema Hörigkeit spielt hier eine große Rolle, jedoch hätte ich mir dessen Entstehung besser umgesetzt gewünscht, was gleichzeitig den charakterlichen Wandel besser erklärt und dargestellt hätte. Als einigermaßen denkender Mensch versteht man zwar warum, aber es hätte eben besser geschildert und verdeutlicht werden können.

Trotz dieser Kritikpunkte ist “Bleed” ein guter Roman aus dem Bereich Horror, der mich fesseln konnte, der trotz seines Old-School-Charakters auch moderne, sehr blutige Elemente aufweist und spannend erzählt wurde. Es hat einfach Spaß gemacht dieses Buch zu Lesen, den Ekel zu verspüren, wenn es schlimm wurde und ein unfassbares Verhalten einiger Menschen zu begleiten.
Das Monster ist zudem sehr gut beschrieben und wenn man an die Hörigkeit und Liebe von Will denkt, die er diesem entgegenbringt und die Handlungen, die dies mit sich bringt, dann wird es so richtig schön grausig.

“Bleed” ist daher ein Buch, dass sowohl Fans des atmosphärischen Horrors der alten Schule begeistern kann, als auch die Anhänger der immer populärer werdenen “Je absurder, blutiger und pornöser, desto besser”-Gemeinde zufriedenstellen sollte. Es gibt zwar Verbesserungspotential, doch Spaß bringt die Lektüre allemal.

“Bleed” von Ed Kurtz aus dem Voodoo Press Verlag, 280 Seiten, ISBN-13: 978-9995756086

Buch bei Amazon.de: Bleed: Ausgeblutet: Horror-Thriller
Kindle-Version: Bleed: Ausgeblutet: Horror-Thriller


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Posted 20. Juli 2016 by Chrissie in category Buchrezension

1 thoughts on “Bleed: Ausgeblutet – Ed Kurtz

  1. Jake Risher

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