Mai 12

Golem – Matthew Delaney (Buchrezension)

“Golem” ist der zweite Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Matthew Delany. Auch sein erstes Buch “Dämon” habe ich gelesen und es hatte mich auch begeistern können.

“Golem” ist ein dystopischer Roman mit Sci-Fi-Elementen. Die Handlung spielt im Jahr 2049 in New York. Durch Gentechnik sind so gut wie alle Krankheiten auf der Erde besiegt und es wurden die sogenannten Transkriptoren geschaffen, künstliche Menschen, die für ihre jeweilige Aufgabe perfektioniert wurden. Diese Transkriptoren werden von den Menschen wie Sklaven gehalten und haben keinerlei Rechte. So kommt es immer wieder zu Anschlägen durch abtrünnige Transkiptoren, die für ihre Daseinsform kämpfen.
In eben dieser Welt begegnet der Leser dem Protagonisten Thomas Roosevelt. Sein Stiefvater ist einer der mächtigsten Männer der Welt, da er der Gründer von Genome Inc. ist, jener Gentechnologie-Firma, die revolutionäre Durchbrüche geschaffen hat und den Weltmarkt mit seinen Produkten beherrscht. Roosevelt wird eröffnet, dass er bald die Leitung jenes Megakonzern übernehmen soll, was dem leiblichen Sohn natürlich nicht passt. Kurz darauf wird Roosevelts Leben komplett aus der Bahn geworfen, seine Existenz wird gar in Frage gestellt und ihm wird alles genommen. Am Tiefpunkt seiner Selbst schwört er Rache.

Mir hat auch der zweite Roman von Delaney sehr gut gefallen. Er ist sehr unterhaltend, actionreich, doch trotzdem auch den eigenen Horizont erweiternd, da man sich aufgrund der gesellschaftlichen Situation, die hier dargestellt wird, schon seine Gedanken über die noch kommenden Fortschritte der Medizin und Gentechnologie macht und sich fragt, ob der Mensch wirklich immer Gott spielen muss.

Es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte, weshalb ich dem Buch “nur” 4 von 5 Sternen gegeben habe.
Erstens denke ich, dass es in einer Welt, in welcher Transkriptoren so gut wie alle Arbeiten erledigen, die man heute zur Arbeiterklasse zählt oder dem Niedriglohnsektor zuordnet, heftige Konflikte geben würde. Wir haben ja heute schon Probleme mit der Arbeitslosigkeit, die dann ja ins Unermessliche ausufern würden. Das wurde nicht wirklich thematisiert und dies finde ich schade, zumal ich denke, dass dies zusätzliche Spannung in die schon so spannende Geschichte gebracht hätte.
Zweitens empfand ich eine Begebenheit in der Mitte des Buches als sehr plötzlich und unerklärt. Dies hätte ich gerne erklärt bekommen, vielleicht habe ich hier aber auch etwas überlesen bzw. nicht verstanden.
Drittens ist das Ende sehr kurz und wäre wesentlich besser geworden, wenn man die Begleitumstände, die zum Zustand der letzten zwei Seiten geführt haben, auch erläutert und beschrieben hätte.

Das Buch ist definitv allen erwachsenen Dystopieliebhabern zu empfehlen, die sich gerne spannend unterhalten lassen und hat meines Erachtens auch Potential für eine Fortsetzung. Ich glaube aber, dass diese nicht geplant ist.

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Posted 12. Mai 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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