März 11

Basar der bösen Träume – Stephen King

Klappentext:

Hier werden Albträume wahr

Abermals legt Stephen King, u. a. Träger des renommierten »O.-Henry-Preises«, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.

Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.«

Meine Meinung zum Buch:

Kurzgeschichtensammlungen sind im Ganzen immer schwer zu bewerten. Kurzgeschichten dienen Autoren oft dazu aus ihrem gewohnten Genre auszubrechen und sich in unsichere Gefilde zu begeben, sich auszuprobieren, sich neu zu entdecken. Auch Stephen King tanzt hier nicht aus der Reihe. Entwickelt er sich in seinen Romanen weg vom Horroraltmeister hin zum Erzähler menschlicher Geschichten, denen oft dennoch ein übernatürlicher Anteil beiwohnt, so probiert er sich in seinen Kurzgeschichten noch mehr aus. So kommt es vor, dass man auf wahre Perlen trifft, aber man bekommt als geneigter Leser auch Storys serviert, die einem eher nicht liegen. Dies gilt für alle Kurzgeschichtensammlungen von King und somit auch für den Basar der bösen Träume. King selbst beschreibt seine Romane als Beziehungen, seine Kurzgeschichten als flüchtigen Kuss eines Fremden in der Dunkelheit. Wir wissen wohl alle, das Küsse von einem Fremden atemberaubend, aber auch unangenehm sein können.

Der Basar der bösen Träume zeigt 20 Kurzgeschichten auf, die sich weniger mit dem klassischen Kingschen Horror beschäftigen, als viel öfter mit Themen, die King in seiner momentanen Lebenssituation heraus wohl sehr beschäftigen. Es gibt Kurzgeschichten, die sehr fies, sehr eklig, sehr unheimlich sind, doch der wahre Grusel liegt bei den Ängsten vor dem Altwerden, bei der Angst vor Verlust und vor dem, was nach dem Tod kommt (oder auch nicht). Diese Situationen beherrschen diese Sammlung und sind teilweise sehr melancholisch geprägt.

Mittlerweile gibt es viele Romane und Kurzgeschichten mit den unterschiedlichsten Themen von King. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Allermeiste davon kenne, jedoch kamen mir manche Themen aus diesem Band bekannt vor, ich möchte nicht sagen aufgewärmt. Bestimmt bei einem Drittel der 20 Geschichten musste ich stark an andere Werke von King denken und dies nicht wegen der geliebten Anspielungen und Verbindungen innerhalb aller Kingschen Geschichten, sondern da das Thema ähnlich war.

Keine Frage, Stephen King ist ein Meister seines Fachs. Wenn man liest, wird man bestimmt schon einmal einen Roman von ihm gelesen haben und wenn man mit der teilweise ausschweifenden Beschreibung und Charaktervertiefung klar kommt, dann baut jeder Roman und jede Geschichte von ihm einen unheimlichen Sog auf. Man liest diese Geschichte nicht, man bekommt sie von King persönlich erzählt. Es ist fast so, als ob man mit ihm zusammen in seiner Bibliothek sitzt und ihm wie ein kleines Kind lauscht und mit großen Augen folgt. Oder vielleicht doch eher draußen am Lagerfeuer, im Dunkeln und die Schatten darin tanzen um einen herum. Dieses Talent habe ich bisher nur bei sehr wenigen anderen Autoren feststellen können.
Dies gilt jedoch für seine Romane und Geschichten. Im Basar sind auch zwei Gedichte vorhanden und wie auch in anderen Kurzgeschichtensammlungen mochte ich diese wieder gar nicht. Vielleicht liegt dies daran, dass die Poesie durch die Übersetzung sehr leidet, vielleicht kann er dies auch nur einfach nicht. Mir liegt es auf jeden Fall gar nicht.

Abschließend sei gesagt, dass Basar der bösen Träume für mich nicht die beste Kurzgeschichtensammlung von King ist, dennoch aber lesenswert für alle, die sich gerne mit gut erzählten Geschichten berieseln lassen möchten und zwischendurch gerne ein bisschen Grusel und Horror mögen.

4stars

“Basar der bösen Träume” von Stephen King aus dem Heyne Verlag, 768 Seiten, ISBN-13: 978-3453270237

Buch bei Amazon.de: Basar der bösen Träume
Kindle-Version: Basar der bösen Träume
Verlagsseite des Buches: KLICK


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Posted 11. März 2016 by Chrissie in category Buchrezension

8 thoughts on “Basar der bösen Träume – Stephen King

  1. andreas

    Ich bin beim Gesamturteil komplett bei dir. Eine ganz gute Sammlung, aber nicht das Highlight aus seiner Bibliographie. Aber in meinen Augen besser als ‘Sunset’.

    Bei vielen Geschichten sind wir uns herrlich einig. “Die Düne” … meh, wenn ich da keinen tieferen Sinn verpasst habe, zu unspektakulär auf der einen Seite, aber zu wenig Lovecraft für eine vollwertige Hommage.

    “Böser kleiner Junge” ist absolut heftig. Ich hoffe, ich werde nie in der Position sein, einem Richter erklären zu müssen, warum ich einen kleinen Jungen auf offener Straße ermordet habe. Und wenn, werde ich nicht die Geschichte eines unsichtbaren Dämons vorschlagen.

    Bei den Gedichten sehe ich das etwas anders. King lädt da zu wilder Interpretation ein – jeder Deutschlehrer wäre stolz. “Die Knochenkirche” als Abbild des Schreckens des Vietnamkriegs. “Tommy” als Abgesang auf die verloren geglaubte Unsterblichkeit der Jugend. Beide in meinen Augen toll, aber vielleicht geht auch ordentlich was in der Übersetzung verloren.

    “Blockade Billy” fand ich ebenfalls schwach, aber aus genau den entgegengesetzten Gründen wie du. Die beiden Baseballspiele waren spannend erzählt, aber der Rahmen hat bei mir nicht funktioniert. Zu unrealistisch für eine mitreißende Geschichte, zu sehr in Richtung Krimi gedrückt für eine Horrorgeschichte.

    “Herman Wouk” funktioniert für mich enorm gut, wenn man anstelle vom Schock über die Tat der beiden Frauen Mitgefühl auf Grund ihrer Auswegslosigkeit entwickelt. Der Kontrast zwischen ihnen und den beiden Schriftstellern ist herrlich böse.

    “Ur” war für mich enttäuschend. Zu drei Viertel eine uninspirierte Werbegeschichte und der Rest eine Mischung aus seinem “Der Anschlag” Entwurf und den Überresten seines Dunklen Turms, die er schwach einfädelt. Die Niederen Männer als Schützer des Balkens? Nee, da bin ich Turmpurist.

    Bei “Premium Harmony” hat mich vor allem die Gleichgültigkeit geschockt. Die Krankenwagenfahrer, für die ein Autounfall die gleiche Priorität wie der Tod einer Frau hatte, die Kids im Laden, die vor “Schock” Bilder mit dem Handy schießen. Die anderen Kunden die wenige Minuten darauf scheinbar wieder einkaufen und auch der Gatte selbst, dessen intensivste Reaktion die Freude darüber ist, wieder frei rauchen zu können.

    Beim “Bus” habe ich vorher nicht geahnt, was da kommen soll. Im Gegenteil, die wirklich wichtige Stelle habe ich anfangs überlesen und mich gewundert, was denn jetzt passiert ist. Umso toller fand’ ich es allerdings. Hatte etwas von Kings älteren Geschichten, die einfach mal so nebenbei einen Schockmoment einstreuen und damit die Welt auf den Kopf stellen.

    Bin auch deiner Meinung, viele Dinge haben wir so, oder so ähnlich schonmal gelesen. Das war aber auch schon bei “Zwischen Nacht und Dunkel” der Fall, wo ich bei jeder Geschichte das Gefühl hatte, er bedient sich deutlich an vorangegangenen Geschichten. Hier im Basar nähert er sich nur ab und zu leicht an andere Inhalte an und driftet meistens recht gekonnt wieder in eine andere Richtung. Aber wer weiß, vielleicht ist sein Rolodex mit Ideen wirklich langsam wieder an schon benutzten Ideen angekommen 😀

    Sehr schön beschrieben! Jetzt bin ich mal gespannt, was du aus Locke & Key machst 😀

    Cheers!
    Andreas

    Reply
    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Andreas,

      mal wieder danke für deinen ausführlichen Kommentar. 🙂

      Oweh, an “Sunset” erinnere ich mich nur noch dunkel. Ich habe generell immer Probleme mir zu merken welche Kurzgeschichten in welchen Sammlungen vorkamen. Bei mir bleiben immer die Geschichten hängen, die ich gut fand und der Rest verschwindet im irgendwie bekannt vorkommenden Dunkel des Vergessens. 🙂

      Ich finde es ja interessant, dass du ein derartiges Szenario in Betracht ziehst. 😀 Ich sah letzten einen gelben Luftballon an einem Abwasserrohr, du scheinst böse kleine Jungen zu sehen, so langsam wird mir mulmig. 😉

      Ich verstehe den Sinn der Gedichte schon, mir liegt die Erzählweise einfach nicht. Ich bin aber auch ansonsten kein Lyrikfan und ziehe meine Bibliophilie lieber aus Erzählungen. Da kann man mich in diesem Zusammenhang auch gerne einen Kunstbanausen nennen.

      Hm, “Blockade Billy” hab ich weniger als Horrorgeschichte gesehen und empfunden. Für mich war das mehr eine der vielen “Begebenheiten”, die King aus Sicht eines bestimmten Charakters erzählt. Eine Begebenheit, die eben einen Hauch unwirklich wirkt. Solche Dinge mag ich per se sehr, da sie sich immer so echt anfühlen. Die erzählenden Personen sind echt, das Umfeld sehr realistisch und echt und die Prise Mystik macht es dann im Unkehrschluss spannend, weil man sich (jedenfalls ich) zwangsläufig träumerisch fragt, ob solche seltsamen Dinge auch einem selbst mal passieren werden und das eigene Leben etwas aufwürzen. Na ja, Träumereien. 😀

      Die Wouk-Geschichte hat definitiv auch ihre starken Momente. Mir taten die Frauen leid und ich konnte sie auch etwas nachvollziehen. Am Schlimmsten fand ich die beschriebene Szene, als der alte Mann (ich und Namen…) seine Jacke am Ende über etwas auf dem Boden ausbreitet und fast apathisch weiterläuft und betrachtet. Generell hat sich King in dieser Sammlung wieder in vielen Geschichten mit der Thematik Armut beschäftigt. In Amerika scheint es diesbezüglich ja immer Schlimmer zu werden, bei Bill Hodges ist das ja auch ein großes Thema. Bei uns wird es ja auch schlimmer, aber es gibt ja immer noch Auffangsysteme, die einem vor dem kompletten Absturz bewahren können.

      Turmpurist. 😀 Was sagst du denn zum “achten” Teil?

      Ich arbeite ja im Gesundheitswesen und ich muss ehrlich sagen, dass viele Menschen in diesem Geschäft irgendwann den Blick für die Patienten/Opfer verlieren und einfach ihre Arbeit machen, dabei über Privates scherzen etc. Das ist gar nicht so abwegig, was King hier beschrieben hat. Ich mochte die Geschichte unheimlich gerne, nur das am Ende mit dem Hund fand ich überflüssig und doof.

      Echt nicht? Die Geschichte (in etwas kürzerer Form) hat King auf jeden Fall in Hamburg schon erzählt gehabt, auch mit dem Töten. Der Moment war toll, auch die Gewissensbisse hinterher. Wieder sowas, von dem man sich vorstellen kann, dass es einem im wirklichen Leben auch passiert. Wie würde man selbst dann reagieren? Dennoch war mir zu viel Blabla für den “kleinen” Moment.

      Die Welt dreht sich eben weiter und irgendwann kommt das Rad wieder zum Anfang zurück. 😀 Ich habe das Gefühl, dass ich das Schreibhirn King mittlerweile einfach “verstehe”, deswegen überrascht mich nur noch wenig und ich weiß oft und schnell, wohin seine Geschichten gehen werden etc. Ich denke, das liegt daran, dass ich schon so viele seiner Geschichten gelesen habe. Zudem erscheint mir King in Interviews auch immer als Mensch, der gerne seine Zoten abliefert und vielleicht ist dies auch in seinen Werken etwas so. Es gibt eben Wohlfühlbereiche und die lutscht man dann auch aus.

      Meine Meinung zu Locke&Key wird noch etwas auf sich warten lassen, da ich mit dem Hören von Büchern noch langsamer bin als mit dem Lesen. 😀 Kommt aber definitiv. Ich finde es derzeit immer noch grandios, wobei ich auch die Comicbilder vor Augen habe. Ich frage mich bei den häufigen Handlungsplatzwechseln aber schon, wie das für einen Hörer ist, der die Comicgeschichte nicht kennt.
      Bode finde ich nur leider etwas schlecht gesprochen – hin und wieder. Zu gestelzt, zu abgelesen. Ansonsten: TOP!

      LG Chrissie

      Reply
      1. Andreas

        na, das hat ja gedauert. Verzeih mir die ganze Verzögerung! Da machst du dir die Mühen so ausführlich zu antworten und wirst dann hängengelassen 🙁

        “Sunset” war für mich eine sehr zähe Sammlung. “Harveys Traum”, “Abschlusstag” und “New York Times zum Vorzugspreis” waren sehr merkwürdig. Ganz so, als wollte King da unbedingt etwas aus sich heraussaugen. Bei den restlichen Geschichten geht es mir teilweise wie dir. “Willa”, “Der Rastplatz” sind mir noch wage ein Begriff. Bei “Stumm” und “Ayana” könnte ich die Hauptfiguren beim besten Willen nicht mehr nennen, oder wo es stattfindet :/

        Du hast einen Luftballon gesehen? Oooh, hast du auch Stimmen gehört? Also, aus dem Abflussrohr oder in der Nähe? Die Welt wird eines Tages nicht nur von Clowns regiert, sondern von ihnen überlaufen. Oder von kleinen bösen Jungen, oder aber von kleinen bösen Clowns … mir schaudert es! 😀

        Ach was, Kunstbanause ist da vielleicht etwas zu extrem 🙂 Ich trau’ mich gar nicht die deutsche Übersetzung zu lesen. Vermutlich klingt gerade die “Knochenkirche” nochmal schräger als im Original. Habe mal bei “Blockade Billy” ein paar Sätze quergelesen und da hat es mir schon gereicht. Mein Kompliment nochmals, dass du der Geschichte gut folgen konntest! Stimmt, die Handlung hat einen realistischen Kern – also weitestgehend, wenn King die Gutmütigkeit der Vergangenheit da nicht wie bei “Der Anschlag” arg strecken würde. Du hast also Angst, dass dir auch ein Junge aus Iowa begegnen könnte? Hmm … und dir wird bei bösen kleinen Jungen mulmig? 😀

        Ohja, Phil Henreid war klasse. Er hat ja den Mietwagen für ihn und seine Mitfahrerin auch am gleichen Ort abgeholt, wie die Brenda den Van. Ich hatte nach der Geschichte die Überlegung, ob nicht Beide in der gleichen Schlange gestanden und sich gegenseitig beäugt haben, vermutlich mit fantastischen Vorurteilen über die Familienmama, die sich einen Van mietet und den alten Kerl, der eine Limousine haben will. Richtig genial fand ich dort aber Pauline. Souverän, mehr als leicht anzüglich (und jetzt, wo ich endlich durch “Der Anschlag” bin, scheint King häufiger seine aktive Libido nicht unter Kontrolle zu haben) und leicht versnobbt. Nur zum Ende hin bröckelt auch das bei ihr als sie die Unbekannte anblafft. Hach, herrliche Geschichte und mehr und mehr mein Favorit der Sammlung 😀

        Du hast Recht, King streut das mit dem Unterschied zwischen Arm und Reich immer mehr ein. Aber ich finde fast, das hat er auch in der Vergangenheit gemacht. Mit den Geschichten aus Castle Rock und auch teilweise bei ES als er beschreibt, wie Beverly Marsh aufgewachsen ist. Ich glaube, er wird inzwischen nur deutlicher, was zusätzlich eine ordentliche Menge Melancholie hinzufügt. Ziemlich schön gemacht, denn normalerweise ist man als Leser vielleicht noch eine Ecke mehr involviert als bei “normalwohlhabenden” Akteuren.

        Ich und Turmpurist? Meh, vielleicht ein bischen 😀 Achter Teil? “Wind” etwa? Naja, ich denke es ist ein wunderbarer achter Teil, nicht der Viereinhalbte. Für mich gibt es in jedem der sieben anderen Teile Schwerpunkte oder Entwicklungen die klar erkenntlich und für Roland und sein Ka-Tet wichtig sind. “Wind” ist dagegen ein nettes Add-On, der keinen der Charaktere weitergebracht haben kann. Wenn ich mir überlege, ich müsste direkt nach “Glas” in “Wind” nochmal eine Geschichte aus Rolands vergangenheit lesen, nur um dann in “Wolfsmond” Tempo aufnhemen zu können, graust es etwas. Wie “Die kleinen Schwestern” ist “Wind” eine nette Geschichte nebenher. Wie siehst du das?

        Hmhm, das glaub ich dir gern. Den Eindruck hatte ich beim kleinen grünen Gott der Qual auch. Der Effekt, dass aus “Kranken” und “Opfern” nur “Fälle” werden, die man abarbeiten muss. Umso trauriger das Resultat. Beim ersten Lesen hatte mich auch die Beschreibung von Castle Rock geschockt. Genauso wie die Leute so ohne Empathie, ohne Mitgefühl, wie ausgestorben. Damit ist King wieder so verdammt effektiv und wunderbar in seiner Beschreibung. Vor allem auf eine Art und Weise, die noch so gut nachwirkt, obwohl er es in meinen Augen bei “Moral” nicht ganz so gut hinbekommen hat.

        Naja, dass es sich um eine Geschichte im Verkehr dreht, wusste ich auch noch aus Hamburg. Auch wenn ich mit Hamburg eher den Verlust eines Buches gleichsetze, aber das wäre eine Geschichte für einen anderen Tag 🙁 Aber die Stelle, an der das Highlight dann wirklich passiert, war dann doch nett überraschend. Vielleicht nicht so drastisch wie Edward Lee, aber wie ein kleiner Wink auf seine frühe Erzählweise. “Der Mann, der Blumen liebte” bleibt da mein heimlicher Favorit 🙂

        Einzelinterviews mit ihm schaue ich mir aus dem gleichen Grund kaum noch an. Wenn er nicht gerade die Verfilmung einer Geschichte lobt und Tiefen findet, die kaum zu entdecken sind, macht er genau das, was du beschreibst. Fast schon Routinearbeit. Seine Gespräche mit anderen Autoren und die Geschichten, die er dabei raushaut sind aber immer noch genial. Das Ding mit John Grisham war ziemlich gut. Hätte auch nie gedacht, dass Grisham ganz witzig sein kann 😀 Aber insgesamt ist es vielleicht ein wenig schade, dass man so viel kennt und immer häufiger auf die bekannten Bahnen kommt. Mir ist auch aufgefallen, dass man immer mehr erkennt, an welchen Romanen King arbeitet, wenn man die zu der Zeit veröffentilchten Kurzgeschichten liest. Nicht, dass ich ihm die Drogenabhängigkeit zurückwünsche, aber das hat er speziell in den 80ern spannender gelöst.

        Oh, ich bin gespannt auf dein Video zu Locke & Key 😀 Japp, Neuentdecker werden es vielleicht ein wenig schwieriger haben, mit der Handlung mitzukommen. Ich war auch ganz froh, dass bei dem Teil, der bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht, das Comic nicht so weit weglag. Aber das ist völlig egal, wenn sie Dodge und den Dämon in ihm loslassen. Ich glaub’ ich versuch mir mal ein paar Sekunden davon als Klingelton zu sichern, wenn ich wieder einen Anruf von meiner Familie bekomme 😀 Hmm … ich fand Bode gar nicht so tragisch. Klar, sein Sprecher hat noch keine professionelle Ausbildung hinter sich und an manchen Stellen merkt man es, aber der gute Claude Albert ist ja selbst noch ein Kind. Besser so, als wenn man da eine Frau eingesetzt hätte, glaube ich. Ich frage mich nur, wie er den Comic verarbeitet hat, denn scheinbar hat man ihm das Ganze zum Lesen in die Hand gedrückt 🙂

        So, jetzt gehe ich mal weiter nach den News forschen. Vielleicht lässt sich eine Besetzung für den tollen neuen Kinder es Zorns finden. Endlich wieder eine Fortsetzung mit Tiefgang 😀

        Viele Grüße,
        Andreas

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