Januar 13

Trapped: Gefangen – Michael Hodges

Klappentext:

Matt Kearns hat zwei Möglichkeiten: kämpfen oder verstecken. Die Kreatur im alten Obstgarten wird den Rest übernehmen.
Drei Tage zuvor kam er an seinem Lieblingsplatz dieser Welt an, einer kleinen Hütte auf Michigans oberer Halbinsel.
Der Plan war, den Tod seines Vaters zu betrauern und herauszufinden, was sein eigenes Leben für ihn bereithielt.
Nun kämpft er für dieses Leben.

Ein unsichtbares Wesen hält ihn gefangen.
Jedes Mal, wenn Matt zu fliehen versucht, wird er von einer unsichtbaren Kraft zurückgezogen.
Allein und ohne Hoffnung auf Rettung, muss Matt den Fängen dieses Jägers entkommen.
Aber wie soll man sich von etwas befreien, das man nicht sehen kann?

Meine Meinung zum Buch:

Jeder Mensch hat einen geheimen Rückzugsort. Ein Platz, an dem man sich wohl fühlt und geborgen, der nur gute Erinnerungen birgt und zu dem man geht, wenn der Rest der Welt kaum mehr zu ertragen scheint. Man flüchtet in dieses selbstgeschaffene Stückchen Himmel auf Erden und atmet durch, sammelt Kraft und findet Ruhe zum Denken und Träumen. Ich habe einen solchen Ort, du wirst ihn sicher auch haben und für Matt Kearns ist er eine kleine Hütte tief in den Wäldern Michigans.
Im vergangenen Jahr seines Lebens musste er schwere Verluste hinnehmen und sehnt sich nun nach einer Auszeit, um sich innerlich zu ordnen, um in Frieden zu trauern und sich auf sein Leben zu besinnen. Er liebt die Natur und zusammen mit seinem Vater hat er so manch schöne Stunde in dieser Hütte und in dessen Umgebung verlebt. Dort fühlt er sich ruhig, gewollt und frei.

Doch ebenjene Freiheit wird ihm nun genommen, als etwas ihn an diesen Ort bindet. Die plötzliche Flucht der Tiere aus diesem Waldabschnitt war nur ein Vorbote für das, was auf ihn zukommen wird. Sein geheimster und liebster Raum wird zu einem Schrecken ohne Ende und eine Flucht scheint unmöglich. Matt wird sich bewusst, wie sehr er doch an seinem Leben hängt, als dieses verloren zu sein scheint. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Wesen den Spieltrieb einstellt und zum Fressen übergeht.

Einmal mehr hat der Luzifer-Verlag einen Roman veröffentlich, der schwer in ein bestimmtes Genre einzuordnen ist. “Trapped – Gefangen” ist definitiv ein Monsterhorror, doch es geht darüber hinaus. Dem Leser wird ein sehr sympathischer Protagonist geboten, der an seinem Leben verzweifelt und diesen Wochenendausflug in sein Refugium nutzen möchte um sich zu ordnen und zu sammeln. Als dann der Horror über ihn hineinbricht wird gleichzeitig klar, wie sehr er doch an seinem Leben hängt und was letztendlich wichtig in diesem ist. Er verarbeitet, während er an seinem Überleben arbeitet und verzweifelt doch an beidem. Man könnte sagen, dass hier Vergangenheitsbewältigung auf eine ganz neue Art und Weise betrieben wird.

Für einen Leser, der eine actiongeladene Monstergeschichte erwartet mag das Buch daher etwas langatmig und unspektakulär sein, doch mich konnte dieses Szenario überzeugen. Alleine der Gedanke daran, dass der liebste und geheimste Ort auf Erden derart pervertiert wird ist sehr erschreckend und beängstigend, wenn man sich in diese Lage hineinversetzt.

Michael Hodges beschreibt diese Geschichte sehr bildlich, flüssig und gut, doch muss man sagen, dass er es doch übertreibt mit der Darstellung von Naturliebe. Nach der zigsten Beschreibung von Flora und Fauna, die sehr ins Detail geht, rollt man doch etwas entnervt mit den Augen und möchte dem Autor zu verstehen geben, dass man zur Genüge verstanden hat, dass Matt Kearns ein Naturbursche ist und diese heiß und innig liebt.

Aufgelockert wird die Geschichte durch Rückblenden in verschiedene Vergangenheitsebenen, die allesamt mit dieser Hütte im Wald zu tun haben. Hier hat sich mir bei manchen Blenden nicht erschlossen, warum diese niedergeschrieben worden sind und ihren Weg in diese Geschichte gefunden haben. Dies mag jedoch auch an meinem mangelnden Verständnis liegen.

Sobald das unsichtbare Monster sein Versteck jedoch verlässt und Matt in seine Fänge nimmt steigt die Spannungs- und Actionkurve deutlich an. Man rätselt über die Art des Wesens, während Matt um sein Überleben kämpft und dabei einige doch sehr unschöne Erlebnisse machen muss. Gipfeln tut dies in ein Finale, dass mir gut gefallen hat und im Hinblick auf die vermittelte Naturliebe des Buches sehr passend erscheint.

“Trapped – Gefangen” ist ein ungewöhnliches Horrorbuch mit Tiefgang und ein paar Schwachstellen. Für mich stellt es eine Mischung aus den Monstern von Lovecraft und Haushofers “Die Wand” dar. Es ist in meinen Augen kein unbedingtes Must Read, wartet aber mit einer schönen Geschichte und neuen Ideen auf, die fesseln und beeindrucken können.

4stars

“Trapped – Gefangen” von Michael Hodges aus dem Luzifer-Verlag, 278 Seiten, ISBN-13: 978-3958351127

Buch bei Amazon.de: Trapped – Gefangen: Mystery-Thriller
Kindle-Version: Trapped – Gefangen: Roman
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Luzifer-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.


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Posted 13. Januar 2016 by Chrissie in category Buchrezension

3 thoughts on “Trapped: Gefangen – Michael Hodges

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