Januar 22

Die Tiefe – Nick Cutter

Klappentext:

Tod aus der Tiefe

Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe …

Meine Meinung zum Buch:

Letztes Jahr las ich bereits das Debüt Nick Cutters (Das Camp) und war von diesem doch ekligen Horrorbuch sehr begeistert. Ein Erstlingswerk (jedenfalls unter diesem Pseudonym) des kanadischen Autors, von dem ich unbedingt mehr lesen wollte. Es war also klar, dass auch “Die Tiefe” von mir gelesen werden würde.

In diesem Buch wird dem Leser eine andere Art Horror geboten, denn er ist weniger eklig und brutal, als vielmehr subtil, beklemmend und gruselig. Die Menschheit wird von einer Krankheit heimgesucht, deren Opfer auf eine perfide Art und Weise zugrunde gerichtet werden und die mich an eine pervertierte Form der Alzheimerkrankheit denken ließ (wenn man diese Krankheit noch pervertieren kann). Die einzige Chance auf Heilung scheint 8 Meilen unter dem Meer auf dem schlammigen Grund zu finden sein. Die besten und eigensinnigsten Wissenschaftler der Welt werden dort unten in einer neuartigen und hochtechnischen Unterwasserstation auf ein Heilmittel angesetzt, doch irgendwas geht schief.
Luke Nelson wird nun in diese Unterwasserstation gebracht. Er ist der Bruder des vielversprechendsten Wissenschaftlers und soll die Verbindung zum Forscherteam wiederherstellen. Was ist dort unten passiert, wer lebt noch und wer ist tot und wird es ein Heilmittel geben?

Ein vielversprechender Plot für einen beklemmenden Horrorroman, jedoch muss ich gestehen, dass der Funke bei mir erst sehr spät übergesprungen ist. Dies liegt nicht am Schreibstil, welcher gut und flüssig zu lesen ist. Das teilweise verwirrende benutzen des Namens Luke und dem Wort Luke (eine Luke) verwirrte zwar mitunter, jedoch wird Cutter beim Schreiben seines englischsprachigen Romans nicht daran gedacht haben, dass in anderen Sprachen lesetechnische Schwierigkeiten dieser Art auftreten können. Wie auch. Vielmehr hat dieses Buch neben einem für mich schwer vorstellbaren Setting meines Erachtens viel zu viele Themen, denen zwar Platz eingeräumt wird, die aber dennoch ungenügend besprochen wurden.
Das Geschehen auf der Erdoberfläche ist Nebensache und eigentlich nur der Aufhänger dafür, dass man sich acht Meilen unter dem Meer befindet. Dies fand ich schade, da ich diese übertriebene Form der Demenzerkrankung an sich sehr spannend fand und gerne weitaus mehr davon gelesen hätte.
Die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielenden Handlungsstränge unter Wasser sind anfänglich für mich schwer vorstellbar gewesen, werden aber im weiteren Verlauf spannend und beklemmend und auch teilweise etwas eklig.
Zudem gibt es noch zwei Erzählstränge aus Lukes Vergangenheit, die einerseits verstörend und gruselig, andererseits erschütternd und heftig waren.
Alle Handlungsstränge oder eben die nur nebensächlich besprochenen Themen sind sehr interessant. Für dieses Buch waren mir dies jedoch zu viele interessante Dinge, die dafür zu ungenügend behandelt wurden. In meinen Augen hätte es dem Buch sehr gut getan, wenn man einige dieser Verläufe weggelassen oder für ein eigenes Buch verwendet hätte. Lieber weniger Themen, dafür intensiviert.

Die dargestellten Charaktere sind etwas klischeehaft, alleine Luke hat mir gefallen und war recht realistisch beschrieben. Dennoch ein befriedigend umgesetzter Charakterausbau, an dem man sich nur am Rande stören kann.

“Die Tiefe” braucht Zeit um in Fahrt zu kommen, doch wenn dies geschehen ist, gibt es auch kein zurück mehr. Die Horrorszenen sind teilweise sehr gut, beklemmend, gruselig und wuaaaah und man beschäftigt sich sehr mit dem Thema: Wer ist wer und vor allem, wer ist nicht mehr er selbst und was genau ist er dann? Dies wurde schon sehr gut umgesetzt.

Ich finde, dass das Finale des Buches gut gelungen ist, dass das Ende jedoch einige Seiten früher hätte stattfinden sollen. Die neue Ebene, auf welche die Geschichte dann noch einmal gehoben wird, hat für meinen Geschmack gar nicht gepasst und dem wirklich guten Schluss einen faden Beigeschmack verliehen.

“Die Tiefe” kommt nicht an seinen Vorgänger heran, braucht Entwicklungszeit und behandelt zu viele Themen. Wenn man von diesen Kritikpunkten jedoch absieht bekommt man durchaus einen sehr gut geschriebenen soliden Horrorthriller mit teilweise sehr gruseligen Szenen. Auch wenn mir dieses Buch weniger gefallen hat als das Debüt, so bleibt Cutter für mich auch weiterhin ein Name, von dem ich noch mehr Bücher lesen möchte.

3stars

“Die Tiefe” von Nick Cutter aus dem Heyne-Verlag, 528 Seiten, ISBN-13: 978-3453418967

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Kindle-Version: Die Tiefe: Thriller
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Heyne-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.


Copyright © 2014. All rights reserved.

Posted 22. Januar 2016 by Chrissie in category Buchrezension

32 thoughts on “Die Tiefe – Nick Cutter

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