Dezember 20

Adrians Untote (#1) – Chris Philbrook

Klappentext:

ADRIANS UNTOTE ist der Blick in die Seele eines Menschen, der um sein tägliches Überleben kämpft, gefangen zwischen Horden von Untoten und Menschen, die zu allem bereit sind. Adrian Ring erzählt in kurzen Tagebucheinträgen von einer Welt, in der das Köpfen eines Zombies noch zu den geringsten Problemen zählt. Vom Wahnsinn, der an der nächsten Ecke lauert. Von Rettung und Verlust. Von seinem Kater Otis, den er retten konnte, und von seiner Mutter, die er erschoss. ADRIANS UNTOTE – Geschichten über Schuld, Sühne und der Suche nach dem Sinn, wenn die Welt zum Teufel gegangen ist.

Meine Meinung zum Buch:

Adrian Ring lebt mitten unter ihnen. Täglich sieht er sich mit ihnen konfrontiert und muss sie bekämpfen um sein eigenes Überleben zu sichern. Dies macht einsam, denn die Untoten, gegen die er sich zur Wehr setzen muss, zeigen wenig Neigung für soziale Interaktionen, sondern sind lediglich an seinem lebendigen, saftigen Fleisch interessiert. Verständlicherweise ist Adrian an einem solchen Austausch eher weniger interessiert und so bleibt ihm nur sein Kater Otis, der zwar schnurrend seine Zuneigung bekundet, aber auch nicht wirklich als Gesprächspartner dient. Adrian wendet sich daher in all dem Schlamassel an Mr. Tagebuch und schreibt sich seine Erlebnisse von der Seele.

Chris Philbrook bietet dem Leser mit diesem Buch das Tagebuch eines fiktiven Charakters an, der in einer unrealistischen apokalyptischen Situation nach einem Ausweg sucht und doch so real wirkt. Obwohl Adrian als Charakter in diesem ersten Teil einer Reihe noch recht nebulös bleibt, da man nur wenig über seine Vergangenheit erfährt und warum er sich gut mit Waffen auskennt und dem Schlamassel gewachsen zu sein scheint, so meint man ihn bereits zu kennen und fiebert spätestens ab der zweiten Hälfte des Buches ungemein mit. Adrian schreibt sein Tagebuch, so wie ihm der Mund gewachsen ist. Man bekommt daher auch mal ein “lol” um die Ohren geschmissen und liest nun keine niedergeschriebenen literarischen Ergüsse, aber genau dies verpasst dem sympathischen Protagonisten den nötigen Hauch Realismus.
Zu Beginn seiner Aufzeichnungen erscheint alles noch etwas unterkühlt und sachlich, doch hat Adrian auch einiges zu verarbeiten und muss sich erst an die Situation des Tagebuchschreibens gewöhnen. Bald ist Mr. Tagebuch sehr wichtig für ihn und seine Ausführungen werden immer lebhafter. Verzweifelt Adrian am Sinn eines Überlebens in dieser neuen Welt, so zweifelt man mit ihm. Hinterfragt er Taten, die er begangen hat, so sinniert man ebenfalls darüber. Und wenn Adrian unerwartet ein kleines bisschen Glück hat, so rast man mit ihm zusammen voller Endorphine durch diesen Rausch und empfindet dieses Glück tatsächlich auch selbst.
Ich habe schon einige fiktive Tagebücher – gerade auch aus dem Horrorbereich – gelesen, aber sowas bisher noch nie erlebt. Das hat mich sehr beeindruckt.

Ich mag auch die Zombies so, wie sie in diesem Buch beschrieben werden. Es handelt sich hier um die langsamen Schlurfer, die eigentlich auch die einzige Art von wirklichen Zombies darstellen. Einzeln kann man sich gut bekämpfen, aber in der Masse werden sie gefährlich.
Philbrook hat hierbei das typische Stöhnen, das viele Zombiefilme und -bücher begleitet, ausgemerzt. Seine Zombies sind stumm und wirken dadurch noch gefährlicher. Sollte man auf die irrsinnige Idee kommen nachts umherzuschleichen, so kann einen hinter jeder Ecke ein Untoter erwarten, der sich nicht ankündigt und auf einmal da ist. Eine gruselige Vorstellung.

Adrian ist zwar geschult im Umgang mit Waffen, dennoch ist für ihn der Kampf gegen die Monster kein Zuckerschlecken. Auch hier bietet das Buch wieder Realismus pur. Nahkampfwaffen dringen nicht wie Butter in Knochen ein und lassen sich mit einer leichten Handbewegung wieder lösen. Mit einer Axt oder einem Schwert auf Zombiejagd zu gehen ist gefährlich, kräftezehrend und nicht zu empfehlen.
Zudem macht es Adrian zu schaffen, wenn er ihm bekannte ehemalige Menschen oder Kinder töten muss. Ich finde es rührend davon zu lesen, wie der muskelbepackte Bär von einem Mann zielt und dann die Augen schließt, während er abdrückt. Auch dies macht dieses Buch wieder so ungemein echt und beeindruckend.

Als Leser darf man hier nun aber kein Werk erwarten, dass einen in tiefe depressive Phasen stürzt, denn so schrecklich seine Erlebnisse sind, so viel Humor steckt auch in diesen Zeilen. Nicht nur einmal musste ich schmunzeln oder gar auflachen, was gerade beim Lesen in der Öffentlichkeit Blicke auf sich zieht.

Chris Philbrook kann aber nicht nur realistische Tagebücher schreiben. Es gibt hier auch immer wieder kurze Einschübe, die von Schicksalen anderer Charaktere handeln, denen Adrian auf seinem Weg begegnet ist. Hier wechselt die Perspektive in die erzählerische und man bekommt sehr gute, intensive, erschreckende und teilweise auch erschütternde Dinge erzählt, die sich tief einbrennen. Auch von diesen Teilen war ich sehr begeistert.

Als einzigen Kritikpunkt angeben kann man eigentlich nur, dass es sich hier um ein fiktives Tagebuch handelt. Dadurch, dass Adrian die Erlebnisse aufschreiben konnte ist in spannenden Situationen davon auszugehen, dass er diese irgendwie meistern konnte. Zudem bringt der von mir nun zur Genüge angesprochene Realismus mit sich, dass der Aufbau des Buches nicht typisch ist. Es gibt also keine Einleitung, die sich immer weiter zuspitzt um in einem fulminanten Finale zu enden. Wenn man selbst Tagebuch schreibt wird man dies kennen: An manchen Tagen passiert viel, an anderen interessantes, an wiederum anderen gar nichts. Zudem stellt dieses Buch auch erst Band 1 von sieben weiteren dar.

Ich habe Adrian Ring in mein Herz geschlossen und würde mich nicht wundern, wenn er morgen bei mir klingeln würde und sich herausstellt, dass die Ereignisse aus dem Buch echt sind und nun auch nach Deutschland überschwappen. Ich freue mich immens auf die weiteren Teile und würde dieses Buch jedem empfehlen, der apokalyptische, realistische Zombieromane mag und einen echt tollen Protagonisten kennen lernen möchte. Zudem denke ich, dass dieses Buch auch für Zombieromaneinsteiger sehr gut geeignet ist, da es eben Action gibt, diese aber nicht zu ausufernd und blutig ist.

4stars

“Adrians Untote Teil 1” von Chris Philbrook aus dem Voodoo Press Verlag, 330 Seiten, ISBN-13: 978-9995756000

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Kindle-Version: Adrians Untote: Teil 1 – Zombie-Thriller
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Posted 20. Dezember 2015 by Chrissie in category Buchrezension

53 thoughts on “Adrians Untote (#1) – Chris Philbrook

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