Dezember 16

Mondscheinjunge – Carla Buckley

Klappentext:

Umgeben von Dunkelheit bringt er ein grausames
Geheimnis ans Licht.

Tylor Lattimore feiert seinen vierzehnten Geburtstag, aber noch immer weiß er nicht, wie sich die Strahlen der Sonne auf seiner Haut anfühlen – denn er kann nur leben, wenn es dunkel ist. Licht fügt ihm unerträgliche Schmerzen zu und kann sogar tödlich sein. Er verbringt seine Tage in einem verschlossenen Zimmer, nur nachts wagt er sich nach draußen. Seine größte Leidenschaft ist seine Kamera, mit der er durch die Dunkelheit streift. Als Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, plötzlich spurlos verschwindet, gerät Tylors Leben in Aufruhr. Seiner Mutter, die sich unermüdlich um sein Wohlergehen kümmert, scheint der Vorfall sehr nahezugehen. Was war in dem sonst so ruhigen Wohnviertel passiert, dass Amy nicht mehr nach Hause zurückkehrte? Ausgerechnet Tylor sieht jetzt klarer als irgendjemand sonst und entdeckt eine Spur, die geradewegs ins Unheil führt …

Meine Meinung zum Buch:

Erzählt wird die Geschichte einer Nachbarschaft, die einen ganz besonderen Bewohner hat: Tyler Lattimore. Tyler leidet an der Krankheit Xeroderma pigmentosum, kurz XP genannt. Menschen, die an dieser unheilbaren Erkrankung leiden, können die Schäden, die Sonnenlicht bei jedem von uns anrichten, nicht reparieren. Sie verbrennen, sobald sie mit UV-Strahlung in Kontakt kommen und aus diesen schlimmen Sonnenbränden wird sich bei ihnen zügig Hautkrebs entwickeln. Die Sonne ist daher sehr schmerzhaft und tödlich und muss unter allen Umständen vermieden werden.

Tyler ist 14, seine Pubertät setzt ein und ihm wird immer mehr bewusst, wie sehr ihn seine Erkrankung am Leben hindert. Ewig in Dunkelheit verbannt und immer mit der Angst vor unerwarteten Strahlen versucht er sein Leben zu meistern und ist sich doch bewusst, wie sehr seine Familie unter seiner Erkrankung leidet und seinen wahrscheinlich frühen Tod fürchtet.

Tyler lebt mit seiner Familie in einer Straße, die ihm größtenteils sehr wohlgesonnen ist. Alle Nachbarn vermeiden künstliche Leuchtmittel, die UV-Strahlung abgeben könnten und unterstützen die Familie soweit es geht. Die Lattimores sind besonders mit einer anderen Familie aus dieser Straße befreundet, deren kleines Mädchen Amy eines Tages spurlos verschwindet. Mit diesem Verlust wird das Leben von jedem in dieser Straße verändert und Tyler ist mittendrin.

Anders als nach dem Klappentext von mir vermutet bietet “Mondscheinjunge” weniger Spannung als vielmehr ein intensives Drama rund um das Verschwinden eines kleinen Mädchens und um die seltene Erkrankung eines Jungen. Es geht um Schuld und Sühne, die Konsequenzen von Gerüchten. Es geht um übertriebene und ausbleibende Mutterliebe, um Angst, Verantwortung und das Loslassen.

Ziemlich früh im Buch ist bereits klar, was mit der kleinen Amy passiert ist und wer dafür die Verantwortung trägt. Ein klassischer Spannungsbogen, wie man ihn aus Thrillern etc. kennt fehlt daher. Vielmehr ruht der Reiz dieses Buches auf dem psychologischen Untereinander in dieser Nachbarschaft und in der Familie Lattimore. Die verschiedenen Handlungsstränge und Gedankenansätze werden dabei von Buckley realistisch, erschreckend und gut verknüpft und es ist erstaunlich zu sehen, was kleine Taten für Auswirkungen nach sich ziehen können. Dies ist wirklich interessant, aber eben nicht spannend.

Das Buch selbst wird kapitelweise aus der Sicht verschiedener Personen geschrieben und zeigt dabei eine flüssig und leicht zu lesende Schreibweise, die jedoch in meinen Augen etwas zu schlicht ist. Zudem wird mir die Erkrankung von Tyler als etwas zu dramatisch geschildert. Nach dem Beenden des Buches habe ich mich über diese Erkrankung weiter erkundigt. Sie ist wirklich schrecklich und sehr lebensbeschneidend für die Betroffenen, doch gibt es heutzutage Mittel und Möglichkeiten den Patienten das Leben wenigstens etwas zu erleichtern und sie nicht in kompletter sozialer Isolation zu belassen.

Ich habe etwas ganz anderes erwartet, als ich “Mondscheinjunge” zu lesen begonnen habe und war zwar interessiert, aber auch etwas enttäuscht und durch die vorhandenen Längen im Lesefluss etwas gehemmt. Leser, die jedoch stark interessiert in ein Drama rund um eine Familie und deren Nachbarschaft sind, bei der es um viele psychologische Feinheiten geht und darum, wie sich das Verhalten von uns selbst auf andere auswirkt und was dies auch für uns selbst bedeutet, werden begeistert von diesem Buch sein.

3stars

“Mondscheinjunge” von Carla Buckley aus dem Goldmann-Verlag, 480 Seiten, ISBN-13: 978-3442204489

Buch bei Amazon.de: Mondscheinjunge: Psychologischer Spannungsroman
Kindle-Version: Mondscheinjunge: Psychologischer Spannungsroman
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.


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Posted 16. Dezember 2015 by Chrissie in category Buchrezension

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