Dezember 2

House of Rain – Greg F. Gifune

Klappentext:

Gordon Cole ist ein müder, einsamer alter Mann. Der von seinen Vietnamerinnerungen verfolgte Kriegsveteran ist seit kurzem Witwer und schlägt sich in einer Nachbarschaft durch, in der das Leben immer gefährlicher wird. Während er den Tod seiner geliebten Frau Katy betrauert, droht er im Albtraum seiner schrecklichen Vergangenheit zu ertrinken. Und dann fängt das Flüstern in der Dunkelheit an. Gnadenlos jagen ihn erschütternde Visionen, der Klang von engelshaftem Singen hängt über jeder wachen Stunde, und alle Menschen seines Umfelds scheinen sich aus Gründen gegen ihn verschworen zu haben, die er noch nicht verstehen kann.
Als der Regen beginnt und die Stadt durchtränkt, begreift Gordon, dass er sich seiner Vergangenheit stellen und das dunkle Geheimnis lösen muss, das ihn seit fast fünfzig Jahren verfolgt.
Wer war die mysteriöse Frau, die er damals in einer Bar kennengelernt hat? Was ist in dem heruntergekommenen Motel passiert, in das sie gingen? War tatsächlich überhaupt etwas geschehen?
Während Gordon nach Antworten sucht, beobachtet ihn etwas aus dem immer stärker fallenden Regen und wartet, bietet ihm an, ihn von seinen Albträumen zu befreien. Aber die Schlüssel zu Himmel und Hölle kosten einen furchtbaren Preis.
Willkommen daheim, Gordon.
Willkommen im Haus des Regens.

Meine Meinung zum Buch:

Als der Regen einsetzt unterspült das Wasser die dicken Mauern, die Gordon Cole um so viele Geheimnisse gebaut hat und legt Dinge frei, die nun nicht mehr zu bändigen sind. Traumatisiert durch den Tod seiner Frau und schrecklichen Zeiten aus seiner Vergangenheit wandelt er suchend durch sein altes Leben und wird doch gleichzeitig von etwas Anderem heimgesucht. Umso stärker der Regen fällt, umso näher kommt es, bis die Konfrontation nicht mehr zu vermeiden ist.

Gifune erschafft durch sein Setting und den präzisen und atmosphärischen Schreibstil eine unheimlich melancholische, ja drückende Szenerie. Verfolgt von seinen eigenen Dämonen taucht man nach und nach immer tiefer in die Abgründe einer Seele hinab, die vor langer Zeit geschunden wurde. Was macht es mit einem, wenn diese Traumata nicht verarbeitet werden? Was kann passieren, wenn etwas jahrelang unterschwellig weiterarbeitet und schließlich herausbricht? Wie wird man damit fertig, wenn man sich letztendlich seinen eigenen Teufeln stellen muss?
Dies ist ein Thema, das bei vielen Menschen im Alter auftaucht. Was hat man in seinem Leben getan und wann wird es die Rechnung dafür geben? Schuld, Trauer und ein negatives Selbstbild sind nur bis zu gewissen Grenzen ertragbar. Ist die Linie überschritten, so gibt es kein zurück. Auch nicht für Gordon Cole.

Gifune beschreibt genau diese Thematik sehr eindringlich, teilweise metaphorisch und erschafft so ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, sehr einprägsame Szenen beinhaltet und eventuell den eigenen älteren Nachbarn mit anderen Augen betrachten lässt. Es gibt leicht übernatürliche Elemente, manche Bilder wirken verstörend und doch bekommt man hier keinen Horrorroman, sondern vielmehr eine Novelle über Trauer, Traumata und das Altwerden in einem wirklich guten Gewand.

Mit dem sehr überraschenden Ende lässt Gifune seinen Leser dann sinnierend zurück und hat mit wenigen Seiten etwas geschafft, was anderen auf 800 nicht gelingt – eine Geschichte, die im Kopf bleibt, eine Geschichte, über die man nachdenken muss, eine Geschichte, die sich zu lesen lohnt.

4stars

“House of Rain” von Greg F. Gifune aus dem Luzifer-Verlag, 128 Seiten, ISBN-13: 978-3958351035

Buch bei Amazon.de: House of Rain: Mystery-Thriller
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Verlagsseite des Buches: KLICK


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Posted 2. Dezember 2015 by Chrissie in category Buchrezension

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