März 6

Drive-in (Trilogie) – Joe R. Lansdale

Klappentext:

Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

Meine Meinung zum Buch:

Joe R. Lansdale beweist mit dieser Trilogie, dass er aus einer normalen Situation eine bizarre Fiktion erschaffen kann. Ein Autokinobesuch entwickelt sich zu einem mehr als skurrilen Weltuntergangsszenario, hinter dem am Ende doch etwas ganz anderes steckt. Gerade dieses Ende der Trilogie ist sehr beeindruckend, man sieht es eine sehr lange Zeit absolut nicht kommen. Fast würde es sich lohnen die Trilogie hier noch einmal von vorne zu beginnen, ähnlich wie man bei Filmen wie The Sixth Sense diese auch nochmals schauen musste, um die Anspielungen zu sehen und zu verstehen.

Warum ich die Trilogie, die hier in einem Band zusammengefasst wurde, jedoch nicht noch einmal lesen werde ist auch erklärbar. Sieht man die Trilogie als Ganzes, so sind über 700 Seiten zu lesen, die zwar durchweg verrückt sind, jedoch für meinen Geschmack einen leitenden roten Faden vermissen ließen. Es passieren einige absurde Dinge, der Phantasie ist absolut freien Lauf gelassen worden. Immer wieder begegnet dem Leser auch rohe Gewalt und Sex in gewollter und ungewollter Form. Zudem stellen viele Monster und Verhaltensweisen eine sehr gute Kritik auf unsere heutige Gesellschaft und ihren Konsum jedweder Art dar. Diese Dinge reihen sich jedoch aneinander und erschufen bei mir keinen Spannungsbogen, kein Mitfiebern, keine sich wirklich entwickelnde Geschichte. Auch das kann man als Gesellschaftskritik ansehen, jedoch hemmte dies meinen Lesefluss immer wieder. Es verhielt sich ähnlich mit bei de Sades Sadismus-Aneinanderreihungen in diversen Werken, die zu Beginn verstören und schockieren konnten, mich als Leser jedoch schnell abstumpfen und langweilen ließen.

Weiterhin störte mich, dass die drei Teile des Buches immer ein wenig fremd voneinander wirkten. Zwischen den einzelnen Geschichten gibt es teilweise Zeitsprünge und nach diesen handeln Charaktere auf einmal gänzlich anders und dies unerklärt. Zudem wird ein Charakter von einem Teil zum anderen auf einmal unerklärt weggelassen. Ein weiterer Faktor, weshalb mir eine Identifikation mit der Geschichte, ein Abtauchen in diese schwer vielen.

Lansdale zeigt in “Drive-in” definitiv einen guten und genauen Blick auf die Probleme der Gesellschaft und weiß diese zuzuspitzen. Sein Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Wenn die vorherig genannten Kritikpunkte meinerseits nicht wären, wäre ich ziemlich begeistert gewesen von diesem Buch. So muss ich in diesem Fall leider Punkte abziehen, habe dennoch Lust auch weiterhin nach diesem Autor Ausschau zu halten, der bereits einige Werke veröffentlicht hat. Es beruhigt mich etwas, das Lansdale selbst in persönlichen Worten sagt, dass er diese Geschichte eigentlich nicht so sehr mag. Ich hoffe daher, dass mein nächstes Lansdale-Buch eines sein wird, das ihm selbst auch sehr zusagt und ich so das Talent dieses Mannes zu lesen bekomme. Tolle Ideen hat er definitiv.

3stars

“Drine-in” von Joe R. Lansdale aus dem Heyne Hardcore-Verlag, 736 Seiten, ISBN-13: 978-3453676725

Buch bei Amazon.de: Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band
Kindle-Version: Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Heyne Hardcore Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.


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Posted 6. März 2016 by Chrissie in category Buchrezension

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