November 9

Horrorstör – Grady Hendrix

Klappentext:

Im stilechten Look eines Möbelkatalogs führt Horrorstör in die Untiefen eines ganz besonderen Spukhauses: des Möbelladens ORSK in Cleveland, wo die Angestellten Morgen für Morgen auf zerstörte Ware und Schmierereien an den Wänden treffen. In Ermangelung brauchbaren Materials von den Überwachungskameras werden drei Mitarbeiter dazu verdonnert, eine Nacht im ORSK-Store zu verbringen. Während sie einsam ihre Runden drehen, entwickelt der Laden mehr und mehr ein Eigenleben …

Meine Meinung:

Ob man nun selbst zu den begeisterten IKEA-Kunden gehört oder sich nicht-schwedisch einrichten mag: Jeder wird einmal einen entsprechenden Katalog ins Haus geflattert bekommen haben. Beim flüchtigen Abscannen der Regale im Buchhandel des eigenen Vertrauens mag man sich daher fragen, warum eben jener Katalog dort ausgelegt wurde und wer sich diesen Scherz erlaubt hat. Interessiert oder nicht, einen Blick darauf wird man werfen und dann ziemlich schnell feststellen, dass dieses ORSK-Buch zwar Parallelen zum Möbelriesen aus Skandinavien aufweist und doch einen gravierenden Unterschied mit sich bringt. Denn ORSK hat ein Problem und es wird sich herausstellen, dass dieses Problem nicht mit den gängigen Methoden zum Umgang mit einem Störfaktor aus dem ORSK-Handbuch für Führungskräfte zu bewältigen ist. Des nachts bevölkert eine Kundenklientel die Möbelausstellung, die den Geschäfts- und Firmenrichtlinien nicht die geringste Beachtung schenkt und ihre ganz eigenen Ziele verfolgt. Es ist daher fraglich, ob alle Mitarbeiter der heutigen Nachtschicht das Tageslicht wieder erblicken werden.

Grady Hendrix weiß von diesen Ereignissen zu berichten und wirft einen humorvollen Blick auf die Mitarbeiter einer ganz bestimmten ORSK-Filiale in Cleveland, Ohio und ihre Einstellung zum Arbeitgeber und untereinander. Den nächtlichen Verwüstungen der Möbelausstellung und dem damit verbundenen Profitverlust will man mit einer eigens einbestellten Nachtschicht auf den Grund gehen, zu der auch die Verkäuferin Amy gehört, aus deren Sicht diese Geschehnisse geschildert werden.
Amüsiert man sich zunächst über die Charaktere und deren Taten, so ändert sich dies spätestens, als die Nacht gänzlich hereingebrochen ist und das Grauen Einzug hält.

“Horrorstör” ist eine Spukhausgeschichte der etwas anderen Art. Klassische Elemente dieses Genres wurden hier mit schwarzem Humor und einem deutlichen Augenzwinkern gemischt und in einem wirklich originellen Layout präsentiert, welches alleine schon fast den Kauf dieses Buches rechtfertigt.
Vom Schreibstil her erwartet den geneigten Leser hier nun kein Meisterwerk, dennoch wird die zu erzählende Geschichte flüssig und ohne Stolpersteine geschildert und lässt sich demnach gut und schnell weglesen. Auch erfindet Hendrix dieses Genre nicht neu, er verlegt lediglich den Schauplatz an einen doch ungewöhnlichen Ort und würzt das Ganze gehörig mit einer IKEA-Parodie.

Wer eine gute, solide Haunted-Haus-Geschichte lesen mag, die in einem skurrilen Setting gesetzt ist und anfänglich saukomisch, später jedoch toternst erscheint, der ist mit diesem Buch definitiv gut beraten. Wer zudem noch nach äußerst originellen Buchlayouts sucht, der trifft hier wahrlich ins Schwarze.

“Horrorstör” von Grady Hendrix aus dem Knaur-Verlag, 276 Seiten, ISBN-13: 978-3426517222

4stars

Buch bei Amazon.de: Horrorstör: Thriller
Kindle-Version: Horrorstör: Thriller
Verlagsseite des Buches: KLICK

Vielen lieben Dank an den Knaur-Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.


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Posted 9. November 2015 by Chrissie in category Buchrezension

1 thoughts on “Horrorstör – Grady Hendrix

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