Mai 2

Der fremde Sohn – Sam Hayes (Buchrezension)

“Der fremde Sohn” ist das erste Buch, welches ich von der Autorin Sam Hayes gelesen habe.

Max ist tot. Er wurde auf dem Schulhof erstochen und für seine Mutter, Carrie Kent, bricht eine Welt zusammen. Die äußerst erfolgreiche Fernsehmoderatorin realisiert sehr bald, dass sie ihren geliebten Sohn überhaupt nicht gekannt hat und macht sich nun auf die Suche nach dem Mörder. Dabei dringt sie immer tiefer in das Leben ihres Sohnes ein und stößt auf Dinge, die sie niemals vermutet hätte. Dinge, die sie manchmal auch lieber nicht gewusst hätte, denn die Wahrheit ist so oft sehr schmerzlich.

Nach einer Leseprobe habe ich einen spannenden Thriller erwartet, musste jedoch bald feststellen, dass dies wirklich keiner ist. Es handelt sich hier eher um ein sozialkritisches Drama, welches in drei Zeitebenen erzählt wird. Die erste Ebene beginnt mit der Ermordung von Max und den darauf folgenden Tagen, die zweite Ebene spielt etwa ein halbes Jahr früher und die dritte Ebene liegt weiter in der Vergangenheit zurück.
Der Schreibstil ist toll und kann einen fesseln, was ich jedoch von den Charakteren und der Geschichte an sich weniger behaupten kann. Es gibt vier Protagonisten und ein paar weitere Nebenfiguren. Carrie Kent, die Mutter von Max, Max, sein Vater Brody und Max Freundin Dayna Ray. Die Story schwimmt dann vor sich hin und badet sich in Verzweiflung, Außenseitertum und dem Unverständnis gegenüber der bösen, großen Welt. Des öfteren habe ich mich beim Lesen gefragt, ob man in einer solchen Situation wirklich so handeln würde bzw. ob nicht einige Ereignisse einfach komplett übertrieben dargestellt wurden. Zudem fand ich nicht einen Charakter wirklich sympathisch. Carrie Kent, die einfach durch und durch ein Snob ist und urplötzlich nach dem Tod ihres Sohnes wie gewandelt erscheint und doch nur denkt: “Wenn man mich jetzt so sehen könnte!”. Brody, die erblindete Mathemathikprofessor mit ungeheurem Charme und einer totalen Abneigung gegen das Putzen. Dayna Ray und Max waren da noch am erträglichsten mit ihrem pubertären Weltschmerz, der natürlich durch extremes Mobbing angeheizt wird.
Relativ schnell habe ich erahnt, wie die Geschichte enden würde, da das ganze Schema doch auch sehr an eine andere, sehr bekannte Story erinnert (die ich hier nun nicht nennen werde, da ich ansonsten das Ende dieses Buches verrate). Ein überraschender Schluss hat mich also auch nicht begeistern können.

Alles in allem ein ganz gutes Buch, da der Schreibstil wirklich sehr gut lesbar ist. Jedoch wurde meines Erachtens an der Geschichte und einer ausgereifen Figurentwicklung gespart, von daher vergebe ich nur drei von fünf Sternen. Ich persönlich weiß nicht, ob ich noch ein weiteres Buch dieser Autorin lesen werde.

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Posted 2. Mai 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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