September 24

December Park – Ronald Malfi

Klappentext:

Im Herbst 1993 wird das beschauliche Städtchen Harting Farms in Maryland vom Verschwinden mehrerer Kinder erschüttert. Zunächst denken die Bewohner noch an Ausreißer – bis in dem großen, gespenstischen, umwaldeten December Park die erste Leiche eines Mädchens gefunden wird. Die Zeitungen sprechen vom Entführer als Piper – als Rattenfänger, wie in der Sage der Brüder Grimm -, weil er gekommen ist, um die Kinder wegzulocken. Doch in den Schulgängen flüstern die Kinder noch viel düsterere Namen.
Angelo Mazzone und seine Freunde entdecken eine Verbindung zu dem toten Mädchen und nehmen die Verfolgung des Mörders auf. Die fünf Jugendlichen schwören sich, der Schreckensherrschaft des Pipers ein Ende zu setzen. Doch was als mutiges Versprechen beginnt, entpuppt sich nicht nur als Odyssee in die Düsternis ihrer Heimatstadt und ihrer Bewohner, sondern auch als Selbsterfahrungstrip. In der Dämmerung ist auf den Straßen von Harting Farms jeder verdächtig, und jeder der Jungs könnte das nächste Opfer des Pipers sein.

Meine Meinung zum Buch:

“December Park” wird hauptsächlich in den Kategorien Thriller und teilweise auch Horror gefunden, was meines Erachtens der komplett falsche Anreiz für einen Leser dieses wunderschönen Romans ist. Es gibt zwar die Geschichte rund um den Piper und die Gruppe von Freunden um Angelo “Angie” Mazzone schreibt sich tatsächlich auf die Fahne diesen zu jagen, jedoch ist dies nur die Rahmenstory. Im Grunde geht es um das Erwachsenwerden, um jenes magische, besondere Jahr, in welchem man als Kind merkt, dass die Kindheit bald vorbei sein wird. Jenes Jahr, indem ein letztes Mal kindische Rituale wichtig sind und man doch merkt, dass all dies bald vorbei sein wird.

Erzählt wird dieses Jahr aus der Sicht von Angie, der zusammen mit seinem Vater und seinen Großeltern in Harting Farms wohnt. Er befindet sich am Beginn der Pubertät, streift aber noch mit seinen drei Freunden Peter, Scott und Michael durch das kleine Städtchen und erlebt so einige, teilweise nicht wirklich legale Abenteuer. Dann wird die Leiche eines kürzlich verschwundenen Mädchens gefunden und Angie sieht zusammen mit Peter und Scott zu, wie diese aus dem Wald herausgeschafft wird. Dieses Bild wird er so schnell nicht vergessen.
Da Angelos Vater Polizist ist bekommt er immer mehr zu spüren, wie sehr dieser Fall ihm zusetzt. Dieser versucht es zwar vor seinem Kind zu verbergen, doch die Stimmung zwischen beiden wird immer angespannter und man sieht sich kaum noch.
Als dann in das leerstehende Nachbarhaus ein seltsamer Junge einzieht und dieser später von den verschwundenen Kindern erfährt, die es nach und nach immer mehr zu verzeichnen gibt, beginnt die Jagd der fünf Jugendlichen auf den Piper, welcher der Polizei immer noch vollkommen unbekannt ist. Niemand kennt die Stadt Harting Farms so gut wie die Kinder, die in dieser Leben und die sie als Spielwiese nutzen. Wer also sollte eine bessere Chance haben den Kindermörder oder Hinweise auf ihn zu finden als eben diese Kinder?

Bereits nach wenigen Seiten hat mich der atmosphärisch starke Erzählstil Malfis gepaart mit der grandios ausgearbeiteten Charakterrealität und -tiefe in seinen Bann gezogen. Jeder, der Stephen Kings “Es” kennt wird zu Beginn an den Club der Verlierer denken, jedoch änderte sich meine Ansicht auf diesen Vergleich schnell, da ich finde, dass es wesentlich mehr Ähnlichkeiten zur Geschichte aus “Die Leiche” gibt. Man hat eine Rahmenhandlung, sei es hier die Jagd auf den Kindsmörder oder bei King die Suche nach der Jungenleiche, aber die eigentliche Geschichte dreht sich vielmehr um die Jungs selbst, um deren Leben und um das beginnende Erwachsenwerden. Welche Ängste begleiten Jugendliche in dieser Zeit, welche Stärken und Schwächen und welche dunklen Schemen aus der Vergangenheit?
Malfi erschafft hier eine Clique, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Der Roman spielt 1993/94 und die Jugendlichen sind zu dieser Zeit nur unbedeutend älter als ich es damals war. “December Park” hat mich wieder in die Abenteuer meiner Kindheit versetzt, wo die Welt noch grenzenlos und schillernd erschien. Gleichzeitig bekommt diese Fassade aber bereits erste Risse und das harte Leben holt die Protagonisten ein. Ich habe es geliebt eine kurze Zeit Teil dieser Gruppe zu sein.

Meines Erachtens ist dieses Buch daher für jeden Leser etwas, der solche sogenannten Coming-of-Age-Romane mag, der genauso wie ich dieses magische letzte Jahr der Kindheit sehr spannend findet. Man sollte jedoch vorsichtig sein, wenn man auf der Suche nach einem spannenden Thriller ist, denn wie bereits gesagt ist dies nur die Rahmenhandlung des Ganzen, getragen wird die Geschichte hiervon nicht. Ich für meinen Teil habe “December Park” genossen und geliebt und war am Ende so gefangen, dass mir das Loslassen nach der letzten Zeile sehr schwer viel. Für mich ein grandioser Roman.

5stars

“December Park” von Ronald Malfi aus dem Luzifer-Verlag, 500 Seiten, ISBN-13: 978-3958350328

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Posted 24. September 2015 by Chrissie in category Buchrezension

7 thoughts on “December Park – Ronald Malfi

    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Yvonne,
      danke dir. 🙂 Deine Rezension ist auch klasse, hab sie eben gelesen.
      Viele Grüße und auf weitere tolle Romane von Malfi. 🙂
      Chrissie

      Reply
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