August 29

Pandemic: Die Seuche – Scott Sigler

ACHTUNG! Es folgt eine Besprechung zu einem Buch, das den dritten und abschließenden Teil einer Reihe darstellt. Spoiler zu Band 1 “Infiziert” und Band 2 “Virulent” sind daher durchaus möglich und jedwedes Weiterlesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Klappentext:

Die außerirdische Sonde ist zerstört worden. Doch bevor sie in Flammen aufging, hat sie ihre letzte Waffe entfesselt: eine winzige Dose, gefüllt mit Sporen, die unsere Erde endgültig vernichten sollen. Jahrhundertelang ruhte der Behälter am Grund des Lake Michigan … bis heute.

Nur wenige Tage nach dem Ausbruch der außerirdischen Seuche stehen bereits ganze Kontinente vor der Auslöschung. Das Schicksal unseres Planeten ruht auf den Schultern einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlern. Gelingt es ihnen, ein Heilmittel zu finden, bevor die Verwandelten die totale Vernichtung herbeiführen?

Meine Meinung zum Buch:

Ehrlicherweise muss ich jedem Leser dieser Zeilen gleich zu Beginn sagen, dass sie von einem Fan geschrieben wurden. 2008 wurde ich beim Stöbern in einer Buchhandlung auf den ersten Band dieser Reihe aufmerksam und da ich gerne neue Autoren ausprobiere, wenn mich die Bücher inhaltlich ansprechen, hab ich einfach zugegriffen und bin in der Geschichte von “Infiziert” versunken. Sigler hat mich aufgesogen, in einen Höllentrip geschmissen und mich anschließend wieder ausgespuckt und ich war fortan ein Überträger und Süchtiger, was seine Geschichten und seine Fantasie anbelangt. So habe ich mehr als nur gefiebert, als nach so langer Wartezeit nun auch endlich der abschließende Band der Infected-Trilogie auf deutsch erschienen ist.

Doch ich hatte auch Angst. Wie sollte Band 3 funktionieren, wo doch die für mich im Mittelpunkt stehende Figur der Reihe nicht mehr auftauchen würde? Scary Perry Dawsey ist zwar objektiv nur in Band 1 der wirkliche Protagonist, bereits in “Virulent” musste er in den Hintergrund treten, doch was Sigler am Ende dieses Buches mit ihm anstellte schloss eine Wiederkehr quasi aus. Ob dies wirklich so ist, müsst ihr dann übrigens selbst erlesen.

Kurz nach dem Beenden des letzten Bandes muss ich nun sagen, dass meine Ängste nicht begründet waren. Ja, Dawsey hat mir gefehlt, sehr sogar, aber Sigler kann es auch ohne ihn.

Fünf Jahre nach den Ereignissen in Detroit ist Margaret Montoya ein Wrack. Sie kann einfach nicht verarbeiten, was geschehen ist und wie viele Menschen aufgrund ihrer Entscheidung ihr Leben lassen mussten. Täglich durchforstet sie das Internet nach neuen Hasskommentaren, die sich auf ihre Person beziehen. Nicht einmal Clarence Otto schafft es seine Frau aus diesem Sumpf zu ziehen und so steht ihre Ehe kurz vor dem Aus.
Da tritt Murray Longworth auf den Plan und dies kann nur eines bedeuten: Es gab wieder neue Ausbrüche der außerirdischen Seuche und Montoya ist die Einzige, die das Wissen und die Erfahrung besitzt sich diesem Gegner erneut zu stellen.

Infiziert – Virulent – Pandemic beschreibt sehr gut, wohin sich diese Geschichte entwickelt hat. Im ersten Band hat man wenige Infizierte und eine neuartige Krankheit, die es zu erforschen und zu bekämpfen gilt. Im zweiten Band wird alles nochmals schlimmer, wesentlich mehr Menschen werden befallen und am Ende noch viel mehr sterben. In Band drei wird nun keine Person oder ein Land bedroht, sondern schlichtweg die ganze Welt. Bevor der Orbiter vor fünf Jahren zerstört werden konnte hat er die letzte Erregerkapsel so programmiert, dass eine Infektion mit schier ungeheuerlichen Ausmaßen auf die Menschheit losgelassen werden soll. Das Ziel ist diesmal nicht auf ein Portal gerichtet, sondern schlichtweg auf Ausrottung.

Sigler startet in diese apokalyptisch anmutende Geschichte eher ungewohnt gemächlich. Es dauert seine Zeit, bis die Seuche wirklich ausbricht und zuschlägt. Viele Seiten schwebt das Unheil wie eine dunkle Wolke über den Köpfen der Protagonisten, die mit sich und der Welt hadern. Es erschien mir fast so, als ob Sigler selbst das Unumgängliche herauszögern wollte, da mit der letzten Zeile und dem letzten Wort endgültig das Kapitel dieser Trilogie geschlossen werden würde.

Mit dem Auftauchen eines neuen und doch Siglerlesern bekannten Charakters ändert sich dies langsam. Das wahre Ausmaß der drohenden Pandemie wird langsam klar und als diese schließlich ausbricht geht es wieder so richtig ab. Als Leser muss man hier viel verkraften können, da Sigler schonungslos schreibt, ehrlich und nicht beschönigend. Seine Charaktere handeln menschlich und damit nicht immer nett und auch die eigenen engsten Protagonisten werden niemals geschont.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor nun einen Weg einzuschlagen scheint, den ich auch schon bei Stephen King sehr schätze. Seine Bücher bekommen Bezüge untereinander, so dass man bekannte Charaktere wieder trifft und eine komplexe Welt geschaffen wird, die sich fest im Fanherzen verankert.

Meiner Meinung nach sollte jeder Leser, der Interesse an Horror, SciFi und Wissenschaft hat und zudem eine spannende und schonungslos ehrliche Geschichte mit echten Charakteren und Typen bevorzugt, zu den Büchern von Scott Sigler greifen – im speziellen zur grandiosen Infected-Trilogie, die sich mit dem abschließenden Band nun definitiv ihren Platz unter meinen absoluten Lieblingsgeschichten gesichert hat. Der letzte Band bekommt lediglich keine volle Punktzahl, da mir der Anfang des Buches etwas zu gedehnt war und ich einfach jemanden mehr als arg vermisst habe. Obwohl… Aber nein, lest diese Geschichte selbst!

4stars

Übrigens ist der Trailer zum letzten Buch grandios und gerade wenn man den Hintergrund der Bilder kennt unheimlich Gänsehauterzeugend. Der Wahnsinn, so sollten Buchtrailer sein!

“Pandemic: Die Seuche” von Scott Sigler aus dem Festa-Verlag, 768 Seiten, ISBN-13: 978-3865523815

Buch bei Amazon.de: Pandemic – Die Seuche
Kindle-Version: Pandemic – Die Seuche
Verlagsseite des Buches: KLICK


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Posted 29. August 2015 by Chrissie in category Buchrezension

2 thoughts on “Pandemic: Die Seuche – Scott Sigler

  1. Uwes-Leselounge

    Hallo Chrissie,

    erstmal freut es mich, dass dir die Geschichte ebenso gefallen hat wie mir 🙂 Ich kann dir nur zustimmen, es ist ein würdiger Abschluß der Trilogie. Scott Sigler ist (dank dir)ebenfalls zu einem meiner Lieblingsautoren geworden. Tolle Rezension, die auf jeden Fall Lust auf diese Bücher macht.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Uwe,

      freut mich immer noch, dass ich dich auch mit diesem Autor begeistern und anstecken konnte. 🙂

      LG Chrissie

      Reply

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