April 11

Der Krake – China Miéville (Buchrezension)

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“Der Krake” ist der zehnte Roman vom englischen Autor China Miéville und erneut im Fantasy-Bereich anzusiedeln.

Es geht um Billy Harrow, seines Zeichens Kurator im Natural History Museum in London und Spezialist für Kraken und Kalmare. Dort hat er auch ein ganz spezielles Ausstellungsstück, einen Riesenkalmar, der der absolute Publikumsmagnet ist. Jede Führung durch das Museum, die Billy leitet, wird von den Besuchern eher notgedrungen wahrgenommen, da sie alle nur den Riesenkalmar sehen wollen. Doch eines Tages ist eben jener Kalmar plötzlich verschwunden. Niemand kann sich erklären, wie ein solch großer Tintenfisch mit seinem Glasbecken unbemerkt verschwinden konnte, zumal das Museum bewacht wird. Sehr schnell wird Billy in Dinge eingeweiht, von denen die normalen Londoner keine Ahnung haben. Der Riesenkalmar wird nämlich von einigen Menschen nicht nur als Tintenfisch, sondern als uralter Gott angesehen und sein Verschwinden kündigt die Apokalypse an. Billy muss sich nun in einem für ihn gänzlich fremden London behaupten, in denen Götter, Engel und Kunsterer allgegenwärtig sind und er als Prophet gilt.

Von China Miéville habe ich bisher nur “Un Lon Dun” gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat. Aus diesem Grund war es nur eine Frage der Zeit für mich, bis ich wieder ein Buch Miévilles lesen würde.
Nach den ersten Seiten des Buches war ich sehr begeistert, mir sicher, dass dies absolut ein Buch für meinen Geschmack ist. Leider hat sich dies nach dem Verschwinden des Kalmars geändert, da die Geschichte dann für mich sehr wirr wurde und ich Schwierigkeiten hatte, der Geschichte entsprechend zu folgen. Billy wird in eine Welt der Kunsterei (=Zauberei) geschleudert, in der es vor den verschiedensten Religion nur so wimmelt. Es werden sehr schnell sehr viele verschiedene Charaktere eingeführt und ich als Leser bin da einfach nicht mehr mitgekommen. Immer habe ich mich gefragt, was dies oder jenes nun zu bedeuten hat und wenn dies dann endlich erklärt wurde (Seiten später), dann taten sich mir gleich drei neue Fragen auf, so dass ich zeitweise mit einem sehr ratlosen Gesicht diese Geschichte verfolgt habe ohne sie zu verstehen. Schließlich lichten sich die Rätsel dann etwas und dann wurde es auch für mich wieder einfacher, allem zu folgen. Man ist als Leser quasi wie Billy selbst in eine Welt geworfen worden, die man einfach nicht versteht.
Die Geschichte an sich ist recht abgedreht, es gibt viele schrille Figuren und seltsame Begebenheiten. Einige Szenen sind sehr gut geschildert und begeistern regelrecht. Nachdem sich die erste Verwirrung gelegt hat und man der Geschichte mit einem gewissen Verständnis folgen kann, ist die Story auch sehr spannend und unterhaltend.

Ich würde das Buch bedingt weiterempfehlen, man muss diese chaotische, schrille und seltsame Welt schon mögen, um von ihr lesen zu wollen. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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Posted 11. April 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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