Oktober 16

Atmosphäre – Michael Laimo

Frank Ballaro ist gerade auf dem Heimweg und geschafft von einem schweren und heftigen Fall, den er als Ermittler beim NYPD gerade abgeschlossen hat. Als er vor seinem Wohnhaus aus dem Auto steigt tritt er zu allem Überfluss auch noch in eine Pfütze. Er ärgert sich darüber, bis er feststellt, dass diese Pfütze nicht aus Wasser besteht. Ein blutiger Rinnsaal fließt den Bordstein entlang und sofort werden seine Polizistengene geweckt. Er folgt dieser Spur, die aus einer Gasse kommt. Plötzlich läuft aus dieser ein splitterfasernackter junger Mann heraus mitten auf die Straße. Ein Auto kann nicht mehr bremsen und erwischt den Jungen tödlich. Ballaro eilt zu ihm und wundert sich über das seltsame Verhalten des Sterbenden. Dieser haucht schließlich noch ein Wort: “Atmosphäre…” Für Ballaro beginnt hiermit eine Jagd, die ihm Dinge zeigen wird, die er nie für möglich gehalten hätte und die ihn zudem noch mit vielen Schrecklichkeiten konfrontieren wird.

Michael Laimo hat mit diesem Buch einen Krimi für starke Mägen geschaffen, man sollte jedoch auch dem Übernatürlichen nicht abgeneigt sein.

Der Protagonist ist ein alternder, alleinerziehender Polizistenveteran, der sich mit seinen Meinungen zur heutigen Welt teilweise schwer tut. Er hadert etwas mit seinem Leben, seiner gescheiterten Ehe und der modernen Welt. Genau in diese Situation hinein wird er mit der Jagd nach der ominösen Atmosphäre beschäftigt. Eigentlich gehört sie gar nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, er gilt in diesem Fall nur als Zeuge, doch durch alte Kontakte kann er trotzdem mitermitteln und verwickelt sich immer tiefer in eine Geschichte, deren Wurzeln sehr viel tiefer gehen als vermutet und deren Konsequenzen sehr weitreichend sind.

Was ist die Atmosphäre und warum werden mit ihr im Zusammenhang immer glatzköpfige Männer in Schwarz genannt? Das werde ich euch natürlich an dieser Stelle nicht verraten, jedoch konnte der Autor mich mit der Auflösung des Ganzen doch überraschen. Erst recht spät ist klar, was wirklich passiert und was dahinter steckt. Bis dahin lässt Laimo den Leser ebenso wie seinen Protagonisten im Dunkeln tappen, dass aber immer wieder von neuen schrecklichen Szenen erhellt wird. Für schwache Mägen ist dieses Buch garantiert nichts. Selbst ich musste an einer bestimmten Stelle schlucken und habe das Buch da tatsächlich gefragt, ob das gerade wirklich passiert.

Das Buch ist zu Beginn mit einer sehr düsteren Atmosphäre geschrieben, die an Noir-Filme erinnert. Laimo schreibt gut verständlich und flüssig und hält die Spannung auf einem guten Niveau, so dass jedenfalls für mich keine Längen bemerkbar waren.
Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht Balleros erzählt, sondern auch noch von anderen handelnden Personen und auch von Opfern der Atmosphäre. Man gewinnt so einen guten Einblick in das Geschehen und obwohl man auch auf die Täterseite schaut, wird doch erst sehr spät klar, worum es nun wirklich geht und was hinter dem Ganzen steckt.

Ich bin kein typischer Krimileser, zudem gibt es am Protagonisten Ballaro eine Sache, die ich für die Geschichte unnütz und störend fand. Dieser wird nämlich als dreigespaltene Persönlichkeit beschrieben, aber eben in der Lightvariante, so dass Außenstehende nichts mitbekommen. Zudem gibt es keinerlei Hinweise auf den Grund, warum er schizophren handeln sollte. Das hat dazu geführt, dass ich dem Buch doch etwas an Punkten abziehen musste.

Trotzdem ist “Atmosphäre” von Michael Laimo ein gelungener Krimi mit übernatürlichen Elementen und heftigen Szenen, der für Genrefans durchaus lesenswert ist.

3,5stars

“Atmosphäre” von Michael Laimo aus dem mkrug-Verlag, 257 Seiten, ASIN: B00KNWRCJC

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Posted 16. Oktober 2014 by Chrissie in category Buchrezension

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