Mai 13

Jetzt und auf Erden – Jim Thompson

James Dillon ist ein armer Schlucker. Er kann sich und seine Familie in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gerade so mit seinem ungeliebten Job in einer Flugzeugherstellungsfabrik über Wasser halten, kämpft mit seiner Alkoholsucht und deren Folgen und hat als Schreiberling mit einer absoluten Schreibblockade und einem Haus voller Irrer genug zu tun. Ein Teufelskreislauf, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.

In autobiographischer Weise geschrieben, denn der Autor hat diese Zeiten selbst durchlebt, erzählt Jim Thompson von einem Mann und seinem Leben, das alles andere als normal verläuft. Dilly, wie der Protagonist meist genannt wird, muss aufgrund seiner Schreibblockade in einer Flugzeugfabrik arbeiten, die wegen des zweiten Weltkrieges genug Aufträge bekommt. Dort wird er schikaniert, kann sich aufgrund seiner Alkoholsucht teilweise nur schwer aufraffen und macht diesen Job eigentlich nur, weil irgendwie Geld in die Familienkasse fließen muss, damit die Miete und das Essen gezahlt werden können. Trotzdem hat man das Gefühl, dass er sich dort wohler fühlt als bei seiner Familie zu Hause, wo das Chaos regiert. Er lebt zusammen mit seiner Frau, seiner Schwester, der Mutter und den Kindern und nicht einer scheint “normal” zu sein. Dilly schwebt zwischen der Liebe zu seiner Familie und dem Wunsch, das alles hinter sich zu lassen.

“Jetzt und auf Erden” erzählt die Geschichte eines Mannes, der seinen Platz sucht und nicht findet. Armut, Unzufriedenheit und heilloses Durcheinander regieren den Alltag. Leider erging es mir so auch beim Lesen. So interessant und gut Thompson schreibt, so wirr erschien mir alles und bis heute bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Buch verstanden habe. Als Leser wechselt man zwischen den Welten in der Flugzeugfabrik und der zu Hause, erfährt einiges aus der Vergangenheit von Dilly und bekommt so immer wieder Happen vorgesetzt, die zwar teilweise einen heftigen Hintergrund haben, mich aber auch oft etwas ratlos zurückgelassen haben. Was möchte mir dieses Buch sagen? Möchte es mir überhaupt etwas sagen? Ich weiß es nicht und entweder erging es dem Autor ähnlich oder gerade dies war die Absicht hinter allem. Zeige ein heillos durcheinandergewürfeltes Leben in Armut auf und versetze den Leser in eine ebensolche Situation. Das hat Thompson definitiv geschafft.

3stars

“Jetzt und auf Erden” von Jim Thompson aus dem Heyne Hardcore Verlag, 336 Seiten, ISBN-13: 978-3453676107

Buch bei amazon.de: Jetzt und auf Erden: Roman


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Posted 13. Mai 2014 by Chrissie in category Buchrezension

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