April 15

Schwarze Tränen – Thomas Finn

Lukas Faust schlägt sich mit kleinen Gaunereien und Trickbetrug durchs Leben. Sein derzeitiges Pflaster ist Berlin, doch nach einer kurzen, heftigen Affäre wurde er von Silvia abgezockt. Wütend reist er ihr nun nach Staufen hinterher, um sie zur Rede zu Stellen und seine Sachen zurückzuverlangen. Noch ahnt er sich, in welch neue Welt er damit eintauchen wird. Lukas Faust ist nämlich der Nachfahre des berühmten Doktor Faust, der einst einen Höllenpakt mit dem Teufel einging. In Staufen zwingt man ihn dazu das Faustsche Erbe einzufordern und so rutscht er ungewollt in den Kampf, der gerade um die Hölle geführt wird. Teufel gegen Dämonen, Zauberer gegen Hexen und bis vor kurzem wusste Lukas nicht einmal, dass sie alle existieren. Ein ganz besonderes Interesse an ihm hat ein kleiner schwarzer Pudel, der auf den Namen Mephistopheles hört.

“Schwarze Tränen” war für mich eine wirklich Überraschung. Ich habe dieses Buch verschlungen und bin immer noch begeistert vom Ideenreichtum Thomas Finns.
Es wird hier eine Urban-Fantasy-Geschichte erzählt, die rasant und actiongeladen ist, ein wahrer Pageturner, der gleichzeitig aber auch die Charaktere ausbaut. Man lernt den Protagonisten Lukas zuerst als leicht zwielichtige Gestalt kennen, der nur auf sein eigenes Wohl bedacht zu sein scheint. Doch der Verlauf dieser Geschichte wird den Protagonisten verändern. Zusammen mit Lukas schlittert man in den Kampf um die Apokalypse hinein und kann kaum Luft holen. Ein spannendes, fantasievolles und originelles Szenario folgt dem nächsten.
Zudem erzählt das Buch aber auch von Geschichte, von Mythen und hinterfragt kritisch die Religion. Definitiv also kein plumper Schinken, sondern ein spannendes Abenteuer mit Gehalt.

Das Buch beschäftigt sich vor allem mit der drohenden Apokalypse, einem Kampf innerhalb der Hölle und der scheinbaren Untätigkeit, mit welcher die himmlischen Kräfte diesem beiwohnen, falls es sie überhaupt gibt. Doch auch wenn man sich auf diesen Seiten fast ausschließlich auf dunklen Pfaden wiederfindet, ist dies kein Manifest für das Böse. Generell werden wichtige Entscheidungen der Protagonisten hinterfragt und scheinbar gute Lösungen können einen faden Beigeschmack haben.

Wer treibt welches Spiel, wer will welches Ziel erreichen und wie kommt Lukas aus diesem ganzen Schlamassel wieder heraus, in das er nie hinein wollte? “Schwarze Tränen” ist eine absolute Leseempfehlung von mir. Sollte es in Zukunft weitere Geschichten aus diesem Universum geben, so werde ich sie gewiss kaufen und lesen. Ich bin sehr begeistert und habe eigentlich keine Kritikpunkte.

4,5stars

“Schwarze Tränen” von Thomas Finn aus dem Knaur Verlag, 541 Seiten, ISBN-13: 978-3426513491

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Posted 15. April 2014 by Chrissie in category Buchrezension

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