März 16

Die toten Frauen von Juárez – Sam Hawken (Buchrezension)

“Die toten Frauen von Juárez” ist Hawkens Erstlingswerk.

Kelly Courter ist ein Exjunkie, Exboxer und im Exil lebender Amerikaner. Er fristet sein Leben von Tag zu Tag in der Grenzstadt Ciudad Juárez im Norden von Mexiko und hält sich mit unrühmlichen Boxkämpfen und Dealereien über Wasser. Er träumt von einem besseren Leben, hat die Hoffnung darauf aber schon halbwegs begraben, da in seiner Vergangenheit etwas Schlimmes passiert ist, was ihn zur Flucht ins Ausland getrieben hat und ihm eine Wiederkehr in seine Heimat unmöglich macht. Lediglich Paloma, seine Freundin und Schwester seines Dealers Estebàn, lässt ihn noch von besseren Zeiten träumen. Gerade, als Kelly sein Leben wieder anpacken möchte, passiert das Unvorstellbare: Paloma wird entführt und grausam ermordet, ihr Bruder und Kelly gelten als Täter und werden von der Polizei brutalst verhört. Kann Kelly seine Unschuld beweisen, wer sind die wahren Täter? Der alte Polizist Sevilla versucht Kelly zu helfen und gleichzeitig wird die Geschichte immer komplizierter, denn Paloma ist nicht die einzige Tote in Juárez. Viele hundert Frauen werden vermisst oder sind ähnlich ermordet worden. Wer gibt den toten Frauen von Juárez ihre Justicia?

Das Thema des Buches hat mich sehr neugierig gemacht und angesprochen. In der Grenzstadt Ciudad Juárez in Mexiko werden sehr häufig Frauen entführt, vergewaltigt und ermordet, die wenigsten werden gefunden, von den Tätern fehlt meist jede Spur. Kaum jemand kümmert sich um die Angehörigen der Opfer bzw. um präventive Maßnahmen, die meist armen Frauen dort müssen in Angst leben. Leider hat dieses Buch für mich genau dieses spannende Thema viel zu wenig behandelt. Der Fokus liegt vielmehr auf der Gestalt Kelly Courter und dessen Leben, obwohl die toten Frauen die Namensgeber des Buches sind. Hawken hat es für mich auch nicht geschafft, seinen Figuren wirkliches Leben einzuhauchen, ich habe mich mit keinem Charakter wirklich verbunden gefühlt. Zudem gefielen mir auch einige Storysprünge nicht, da diese für mich eine gerade interessant werdende Linie abrupt abbrachen. Der Schreibstil Hawkens hingegen hat mir ganz gut gefallen, das Buch ließ sich flüssig und schnell lesen. Wenn spanische Sätze verwandt wurden, wurden diese auch meist erklärt oder erklärten sich aus dem Zusammenhang, so dass es hier für mich keine Verständnisschwierigkeiten hab.

Alles in allem kann man sagen, dass dieses Buch einen soliden Krimi darstellt, der aber auch noch reichlich Luft nach oben lässt. Hawken sollte seine Charaktere besser ausbauen, sich mehr an die Grundidee seines Buches halten und seinen guten Schreibstil weiter verbessern, dann wäre auch ein weiterer Roman von ihm interessant für mich.

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Posted 16. März 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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