Januar 12

Wintersherz – Alison Littlewood

Eine unbestimmte Zeit nach dem Tod ihres Ehemannes zieht Cass zusammen mit ihrem Sohn Ben nach Darnshaw und erhofft sich so einen Neuanfang. Doch bereits kurz nach ihrem Einzug in eine Wohnung in der alten Mühle schneit das Dorf komplett ein und man kann es nicht mehr verlassen. Zudem verändert sich ihr Sohn rapide und auch das Verhalten so mancher Dorfbewohner lässt Cass stutzig werden. Was geht vor in Darnshaw? Kann Cass ihren Sohn und sich selbst aus dieser weißen Hölle retten?

Ich fand, dass sich die Inhaltbeschreibung dieses Buches nach einem tollen Mysterythriller anhörte und habe es deswegen gekauft. Leider hat mich die Geschichte dann auf ganzer Strecke enttäuscht.

Die Charaktere in diesem Buch sind sehr eindimensional, dumm und unbeständig. Gerade Cass, aus deren Sicht das Buch erzählt wird, möchte sich einerseits als gute Mutter sehen, lässt ihren Sohn – der sich sehr schnell rapide im Verhalten verändert – dann aber trotzdem bereits in sehr jungen Jahren brutale Kriegsspiele spielen, eh oft alleine und beschönigt sein gesamtes Verhalten. Natürlich übersieht sie auch geflissentlich die Einflüsse, denen Ben ausgesetzt wird und kann die offentsichtlichen Gründe für deine Wandlung fast bis zum Schluss nicht sehen. Das natürlich, obwohl sie selbst bei den Leuten, mit denen Ben nun verkehrt, ein schlechtes Gefühl hat und sogar seltsame Dinge erlebt.
Generell sind alle Charaktere sehr unbeständig. Zuerst sehen sie eine Sache so, kurze Zeit später ganz anders und irgendwie kann sich kaum ein Charakter treu bleiben. Nur der alte Mann mit seinem Hund Captain war für mich interessant und gut geschildert und wurde leider viel zu wenig behandelt.
Als Beispiel für die Bindung der Charaktere untereinander kann man eine Szene nennen, in der drei Menschen in Lebensgefahr geraten. Nachdem einer dieser Menschen gerettet wurde, wird dem anderen ein Schal zur Hilfe zugeworfen und im nächsten Satz wird sich etwas anderem zugewendet und anschließend der Verlust dieses Schalopfers schal betrauert. Lächerlich.

Einen Spannungsbogen kennt dieses Buch ebenfalls nicht. Die Autorin reiht gängige Gruselklischees ohne roten Faden aneinander, sei es nun Teufelsanbetung, eine düstere moorige Landschaft, Hexen, Voodoo etc. Beim Schreiben verliert sie sich dann auch in ihren Sätzen, so dass man teilweise mitten in einem Absatz eine absolute Kehrtwende erlebt und sich ernsthaft fragt, ob dieses Buch auch nur einmal ein Lektorat erfahren hat. Dem Leser ist bereits nach wenigen Seiten absolut klar, was hier vor sich geht und es nervt einfach, die dumme Protagonistin auf ihrem tolpatschigen Pfad durch das unspannende Buch zu begleiten.

Dies ist natürlich meine persönliche Meinung, jedoch kann ich diesem Buch einfach nicht einen positiven Aspekt abverlangen. Mich hat es nur genervt und ich bereue es nicht abgebrochen und überhaupt Geld dafür bezahlt zu haben.

“Wintersherz” von Alison Littlewood aus dem Bastei Lübbe Verlag, 336 Seiten, ISBN-13: 978-3404169412
Buch bei amazon.de: Winters Herz: Roman


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Posted 12. Januar 2014 by Chrissie in category Buchrezension

2 thoughts on “Wintersherz – Alison Littlewood

  1. Ela´s Büchertruhe

    Hey,
    gerade als ich die Beschreibung las, dachte ich wow, dass klingt gut.
    Hätte es mir fast auf die Wunschliste gepackt hab aber Deine Rezi zum Glück weitergelesen und weiß nun, dass wird nichts mit uns 🙂
    Danke, dass Du so ehrlich bist 🙂
    LG Ela

    Reply
    1. Chrissie (Post author)

      Hallo Ela,
      ich dachte ja auch, dass das echt gut klingt, aber na ja… 🙂
      Ich finde, nur Ehrlichkeit bringt weiter. Nützt mir ja nichts, wenn ich schlechte Bücher in den Himmel lobe und dann ganz bald niemand mehr auf meine Meinung schaut, weil die eh Blödsinn ist. Geschmäcker sind ja immer verschieden, aber wenn man einen ähnlichen hat wie ich, dann ist dieses Buch Grütze. 🙂
      Danke für deinen Kommentar.
      LG Chrissie

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