Februar 27

Ritualmord – Mo Hayder (Buchrezension)

Ich habe nun schon mehrere Bücher von Mo Hayder gelesen (Der Vogelmann, tokyo, Die Sekte und Die Behandlung) und bin bis jetzt vor allem von den Romanen um Jack Caffrey begeistert gewesen. In “Ritualmord” wirkt wieder Caffery mit, daher hatte ich mich sehr auf das Lesen des Buches gefreut.

Im Hafen von Bristol wird eine abgetrennte menschliche Hand im Wasser entdeckt. Taucherin Flea Marley birgt diesen Körperteil und schnell wird klar, dass diese Hand – noch unverwest – erst vor kurzem einem lebenden Menschen abgetrennt wurde. Als sich nach kurzer Zeit die zweite Hand findet, wird schnell klar, dass man es hier mit ritueller Verstümmelung zu tun hat und Jack Caffery macht sich mit Flea Marley auf die Suche nach der Leiche und dem Täter.

“Ritualmord” bringt erstmals eine weitere Hauptperson in die Romane um Jack Caffery: Flea Marley. Sie ist Taucherin bei der Polizei von Bristol und leitet die Wasserbergungseinheit. Zudem hat Flea vor zwei Jahren ihre Eltern bei einem Unfall verloren, was sie sehr beschäftigt und ihr aus verschiedenen Gründen Schuldgefühle beschert.
Jack Caffery ist aus London nach Bristol gewechselt, da er sich seinem verschwundenen Bruder Ewan nicht länger nahe fühlt (siehe auch “Die Behandlung”) und versucht nun hier Fuß zu fassen. Trotzdem lässt ihn die Vergangenheit nicht los.

Dieser Band um Jack Caffrey hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. Zuerst einmal taucht die neue Hauptperson Flea Marley sofort am Anfang des Buches auf, Caffrey stößt dann hinzu und beide verlieren sich immer wieder in ihren Traumata. Mit der Handlung kommt man kaum voran, ich war schnell genervt von Flea und auch mit Jack konnte ich nicht mehr so viel anfangen wie in den Vorgängern, die mich sehr mitgerissen und berührt hatten. Die Geschichte dümpelt dann so vor sich hin, man lernt Flea etwas besser kennen, Caffery sucht einen ehemaligen Straftäter namens Walking Man auf und irgendwie wird die eigentliche Haupthandlung nur noch nebensächlich behandelt. Irgendwann in der zweiten Hälfte des Buches fließt der Erzählstrom dann doch wieder in Richtung Ritualmord und man nähert sich einem langweiligen Ende, welches in meinen Augen auch sehr zusammengesponnen und zurechtgeschrieben wurde, damit diese elend langen Schuldpassagen der beiden Hauptcharaktere irgendwie noch tieferen Sinn ergeben.

Mich hat dieses Buch nicht begeistert und ich bin enttäuscht, da mich die ersten beiden Bände um Caffrey sehr begeisterten. Ich habe mit Caffrey mitgelitten, die Mordfälle waren spektakulär und spannend und ich konnte die Bücher kaum beiseite legen. Der neue Charakter Flea Marley tut dieser Reihe in meinen Augen alles andere als gut. Es gibt ja auch schon einen weiteren Caffrey-Roman (“Haut”), den ich mir derzeit aber nicht holen werde. Generell muss ich mir überlegen, ob sich diese Serie noch für mich lohnt.

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Posted 27. Februar 2012 by Chrissie in category Buchrezension

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